Jemand aus #Sachsen hier? Ich bin gerade urlaubsmäßig in #Dresden/ #Pirna / #SächsischeSchweiz unterwegs und frage mich, woher diese Unzufriedenheit und schlechte Laune herrühren, die am Ende den Nazis hier ihre Wähler bescheren.... Ich meine waren die schon mal in #Köln oder im #Ruhrgebiet, und wissen wie es da teilweise aussieht?

@KuMiKoe
Generell wurden über diese Frage schon viele Bücher geschrieben. Ich glaube, zwei wesentliche Faktoren sind das Leben in der #DDR mit mangelnder Demokratiebildung sowie die Umbrüche nach der „Wende“. Viele nehmen die Versprechen der Demokratie nicht mehr ernst, fühlen sich macht- und orientierungslos, nachdem ihre vorherige Lebenserfahrung, ihre Lebenspläne und vielfach ihre Existenz komplett umgewälzt wurden. Das kann keine Ausrede für verfassungsfeindliches Handeln sein, gehört aber dazu, wenn man sie verstehen will.

#Sachsen #Ostdeutschland

@dboehmer ganz ehrlich, die Umbrüche der Wendezeit lass ich da nur noch bedingt gelten. Das ist fast vierzig Jahre her. Ein Großteil der rechten Wähler von heute wurden danach geboren und sind mit einer niegelnagelneuen Infrastruktur aufgewachsen. Warum da immer gesagt wird, der Staat tue nichts, bzw, daß die Regierung versagt kann ich nicht nachvollziehen.....
@KuMiKoe @dboehmer Ich bin auch in #Ostdeutschland aufgewachsen. Die Erfahrungen nach der Wende überspannen ja Generationen - da wurden Traumata an die Kinder und Enkel weitergegeben. Und: Die rechten Jugendlichen von damals (Stichwort: "Baseballschlägerjahre") sind die Eltern von heute.
Viele Ostdeutsche sind "rüberjemacht" und haben sich weiterentwickelt. Aber wer dort geblieben ist, schmort seit Jahrzehnten im eigenen Saft. Es gibt auch eine Kluft zwischen "Exil-Ossis" und "Dagebliebenen".
@BeeDoubleYou @KuMiKoe @dboehmer ja, genauso wie ich mit den Geschichten von Flucht und Vertreibung aufgewachsen bin obwohl das bei meiner Geburt 40 Jahre her war, wachsen viele junge Ostdeutsche mit Erzählungen einer geradezu paradiesischen DDR auf die es so nie gab. Die DDR, das ist für die dieser ein bisschen spießige aber irgendwie nette Staat in dem alle Arbeit hatten und es manchmal keine Bananen gab.
@Zahlenzauberin @KuMiKoe @dboehmer Ich bin Jahrgang 84. Für meine Kindheit & Jugend war auch die Arbeits- und Perspektivlosigkeit der Elterngeneration sehr prägend. Die finanziellen Sorgen, die Existenzängste. Da sind viele Familien zerbrochen, in meinem Umfeld gab es auch Suizide.
Wir Kinder waren auf uns gestellt, weil unsere Eltern keine Kraft und Nerven für uns hatten. Das darf man bei der Erzählung über den Osten nicht vergessen.
@Zahlenzauberin @KuMiKoe @dboehmer Obwohl ich seit vielen Jahren im Westen lebe und einen sicheren Job habe, habe ich übrigens immer noch Angst vor dem sozialen Abstieg, vor Arbeitslosigkeit und Geldproblemen. Niemals würde ich - so wie andere - meinen Job kündigen, weil er nicht perfekt ist, ohne schon einen neuen Vertrag unterschrieben zu haben. Bei meinem Job nehme ich bewusst Nachteile in Kauf, denn es könnte ja schlimmer sein. Das ist für mich alles typisch "ostdeutsch".
@BeeDoubleYou
Ich hab selbst wurzeln im osten, hab aber nie da gelebt. Insofern kann ich keine Erfahrungsberichte bringen, nur erzählungen. Die Enteignung der Bürger und die extremen Rückschritte in Frauenrechten nach der wende waren schon ein Problem das viele hatten mit denen ich gesprochen hab. Ich glaub auch nicht dass die DDR ein paradis war aber schlechter als jetzt glaub ich keinen tag.
@Zahlenzauberin @KuMiKoe @dboehmer

@haui @BeeDoubleYou @KuMiKoe @dboehmer wenn ich schon in einem Staat leben muss bevorzuge ich für mich persönlich ja den in dem nicht unangepasste Jugendliche einfach zur Umerziehung weggesperrt werden, den ich verlassen kann wann ich möchte ohne Angst haben zu müssen dabei erschossen zu werden, meine Religion ausüben kann ohne das sich dadurch direkte Nachteile für meine Karriere und die Ausbildung meiner Kinder ergeben und in dem ich keine Angst haben muss, dass in jeder Häkelgruppe ein Spitzel sitzt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendwerkhof

Jugendwerkhof – Wikipedia

@Zahlenzauberin

Okay, also du glaubst nicht dass in der BRD spitzel sitzen?

Erinnerst du dich noch an die Begründung warum die NPD, heute die heimat, nicht verboten werden konnte?

Zugegeben, die BRD macht ihre umerziehung sehr subtil, jedoch kein bisschen weniger grausam.

Während du möglicherweise in Schwierigkeiten kamst wenn du ein Problem mir DDR, UdSSR und Sozialismus hattest, kommst du hier in Schwierigkeiten wenn du was gegen Völkermord, Umweltzerstörung und Tierfolter hast.

@haui Mit Hammer & Sichel im Profilnamen musst du bis zur NPD ausholen, um die BRD kritisieren zu können?? 🤣 #Hufeisen lässt grüßen

Wie @Zahlenzauberin fällt mir zur Gegenwart ebenfalls viel Kritisches ein. Ich habe ja im Thread bereits Positives über die DDR geschrieben. Aber deine Gleichsetzung BRD==DDR hält nicht stand.

Du vergleichst einzelne Informanten im Einsatz gegen eine (im 2. Anlauf gerichtsfest erwiesene) verfassungsfeindliche rechtsextreme Partei mit einem landesweiten dichten Netz von Spitzeln, wo quasi jeder Bürger irgendwann Kontakt mit einem Stasi-Spitzel hatte?!

Du nimmst keine lauten Proteste oder Aktivismus gegen Völkermord, Tierfolter oder für die Umwelt wahr?!

Wenn ich hier in Leipzig die Parolen von Handala ("pro Palästina", nicht ohne unverhohlenen Israelhass) höre, wird mir schlecht – für mich ein Zeichen, dass in diesem Staat EINE MENGE zulässig ist!

@dboehmer

Der chauvinistische hohn im einstieg darf gerne ausbleiben, sonst wird das ein kurzes gespräch.

Ich vergleiche einen inlandsgeheimdienst der so viele spitzel in der npd hatte dass sie nicht verboten werden konnte und massive hilfen an den aufbau des nsu gegeben hat und der bis heute die aufklärung verhindert mit einem staat der von besagtem mit solchen bildern "jeder kontakt mit spitzel" verklärt wird.

Überdies ist israelhass ebenso ein unwort wie hass auf das dritte reich.