
[Argentinien] Die Leugnung des Klimawandels und die Krise der Gewerkschaften: Macht, Arbeit und ökologische Chancen » LabourNet Germany
"Die Leugnung des Klimawandels kann nicht einfach als ideologische Haltung oder ein Mangel an wissenschaftlichen Informationen verstanden werden. In ihrer heutigen Form wirkt sie als Herrschaftstechnik, als Regierungsform, die Worte, Wahrnehmungen und soziale Beziehungen so umgestaltet, dass die Idee des Gemeinwohls an sich außer Kraft gesetzt wird. Ihr Ziel ist es nicht, zu überzeugen, sondern zu desorganisieren. Ihr Ziel ist nicht der Konsens, sondern die Verhinderung kollektiven Handelns. Das Argentinien unter Mileis Regierung bietet ein besonders extremes Beispiel für diese Logik. (...) Diese Machttechnik basiert nicht auf Ignoranz, sondern auf sozialer Erschöpfung. Sie beutet die Politikverdrossenheit, arbeitsplatzbezogene Ängste und Gefühle der Entfremdung aus, die große Teile der Arbeiter:innen erfasst hat. (...) Die Reaktion der Gewerkschaften gestaltet sich allerdings weitgehend zurückhaltend, unkoordiniert und uneinheitlich. Grund dafür ist die Erosion ihres eigenen Interpretationsrahmens: In einer Zeit, in der die Produktion selbst zum Teil des Problems geworden ist, interpretieren die Gewerkschaften die Welt weiterhin durch die Brille produktivistischer Kategorien..." Artikel von Sol Klas und Gerardo Juara - aus dem Spanischen übersetzt von Elsa Steenbuck und Anne Tittor - wir danken der express-Redaktion und verweisen auf Hintergründe hier im Beitrag