Weil sich die Wallet-Bros mal wieder über Misinformationen zur #EUDI-Wallet aufregen, lasst uns mal kurz ihre claims debunken.

> Die Wallet bedeutet Ende von Anonymität im Netz.
Wie beschrieben, kein Automatismus.

Allerdings sollen mit der Wallet Identifizierungen im Internet öfter verpflichtend werden. Altersverifikation, Login bei großen Plattformen, mehr Fälle für Ausweisprüfung.

Politiker wie Friedrich Merz haben sich außerdem schon häufiger für Klarnamenpflicht/Identifizierungspflicht im Netz ausgesprochen. Die wird natürlich, wenn die Infrastruktur da ist, sehr einfach umsetzbar.

Wenn alle Menschen eine Wallet besitzen, werden auch immer mehr Unternehmen nach einer Identifizierung verlangen, weil es für sie gut fürs Geschäft ist.

> Die Wallet ist ab 2026 verpflichtend für alle.
Theoretisch nicht - besonders nicht für Verwaltungsverfahren.
Aber in Deutschland haben wir z.B. bei der Zahlung des Heizgeldes für Studierende auch schon erfahren, wie schnell das mit dem Digitalzwang gehen kann.

Zu so einem Zwang könnte es theoretisch auch bei der Wallet kommen.

Viel kritischer ist allerdings, dass Unternehmen sich aussuchen können, mit wem sie Geschäfte machen. Und somit auch, ob sie Identifizierung verlangen und was für ein Identifizierungssystem sie anbieten.

Es wird also praktisch nicht zu einem Walletzwang in 2026 kommen. Aber bei ausreichender Verbreitung ist es nur eine Frage der Zeit.
Im Zweifel wird man einfach zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, Alltagsleistungen wie das Deutschlandticket nur noch über die Wallet anzubieten.
Das Problem ist bei dem ganzen Thema, EU-Regulierung ist geduldig - da kann viel stehen. Kann aber wenn die Infrastruktur da ist, auch mal eben schnell geändert werden. Und wir wissen ja bereits aus all den anderen Projekten der letzten Jahre was so eine Freiwilligkeit politisch wert ist.

@Lilith ich finde wir sollten das anders machen. Aber sofort bekommt jeder seinen Namen auf die Stirn tätowiert und der Personalausweis wird neu im A3-Format ausgestellt. Der muss dann stets sichtbar um den Hals getragen werden. Und außerdem bekommen wir alle einen Transponder, der mitführungspflichtig ist und alle persönlichen Daten inklusive der Patientenakte dauerhaft aussendet.

Und ich dachte immer 1984 wäre eine Kritik gewesen, keine Bedienungsanleitung.

@Lilith womit auch finanziell schwache von sozialer (digitaler) teilhabe ausgeschlossen werden könnten (zu alte smartphones, kein playstore zugang)
@sakura84
und alle Menschen, die aus Überzeugung keine Datenkraken füttern. #digitalePrivatsphäre
@Lilith

@Lilith
Und wie immer gilt, wo ein Trog ist, da kommen die Schweine.

Wenn die Daten einmal da sind fallen der Politik ganz plötzlich ganz tolle andere Verwendungsmöglichkeiten ein, da man die Daten jetzt ja eh da hat...

Wie bei der Steuer ID. Oder der elektronischen Patienten App, ...

@Lilith naja, am Ende des Tages ist das #EUDI-Wallet auch nur ein SSO wie Keycloak. Und selbstverständlich wird das in irgend einer Form heute schon überall gemacht.

Neu ist nur, das es als neu verkauft wird. Wahrscheinlich um davon abzulenken, das es beim Thema Digitalisierung so gar nicht voran geht. Wenn ich Produkt-Manager wäre und Angst um meinen Job haben muss, weil die Entwickler keine neuen Features mehr auf die Kette kriegen, würde ich mein Produkt auch alle 18 Monte umbenennen, um die Illusion von Innovation aufrecht zu erhalten.

@olaf_radicke das ist ziemlicher Quatsch.
@Lilith Man könnte sagen: eine PKI ist das Vertrauensfundament, und OpenID Connect (OIDC) ist das logistische Getriebe. Selective Disclosure (SD-JWT) sorgt noch für die nötige Datensparsamkeit. Alles bewerte Konzepte und offene Standards. Passt aus meiner Sicht.