#Autor_innenLeben

Vor einiger Zeit bekam ich Besuch von einem Plotbunny, das das Trope "Good girl meets bad Boy" so richtig schön auf den Kopf auf den Kopf stellt. Nein, girl, es ist nicht deine Aufgabe, den bad Boy durch deine Liebe zu ändern. Der sollte lieber mal an sich selbst arbeiten. Und es ist auch nicht romantisch, mit einem toxischen Bad Boy zusammen zu sein.
Das bietet doch einigen Raum für eine interessante Charakterentwicklung bei der Protagonistin, wenn sie das alles einsieht.

Dieses Plotbunny lässt mich gerade nicht los. Ich gestalte manchmal gern schon Cover-Entwürfe, lange bevor ich das Manuskript fertig habe. Zum einen als Inspiration, zum anderen für die Motivation. 😀
Also gehe ich jetzt mal nach passendem Bildmaterial stöbern, in einer Foto- und Illustrationsagentur, bei der ich schon viele Motive für Buchcover gefunden habe.
Leider gibts da mittlerweile auch viel KI-Slop, aber zumindest ist der als solcher gekennzeichnet.

2/2

@amalia12 👍🏼 ich hasse diesen Trope sehr und fände es ziemlich interessant, zu sehen, wie man den irgendwie bricht.

@quidcumque
Danke für dein Interesse.
Ich habe eine relativ weit fortgeschrittene Plotidee, wie ich diesen Trope brechen könnte. Ich schreibe zwar eigentlich ungern straight Romances, aber dafür würde ich eine Ausnahme machen.

Und ich hatte vorhin einen Glücksgriff für ein Buchcovermotiv. Natürlich erst mal nur für einen Entwurf, aber das motiviert mich schon mal. 🙂 Aktuell arbeite ich noch an einem anderen Manuskript, aber danach könnte ich mich an diese Geschichte setzen.

@quidcumque Und noch ein Gedanke dazu: Ich kann da auch eigene Erfahrungen mit einfließen lassen, denn ich hatte vor langer Zeit eine ziemlich miese Beziehung mit einem Mann, der keinen Respekt für mich hatte (seine eigene Aussage, gegenüber seiner besten Freundin).
Zum Glück bin ich da rausgekommen und habe nun schon seit 2009 eine wesentlich positivere Beziehung, auch mit gegenseitigem Respekt.

@amalia12 gut, dass du rausgekommen bist und das Muster nicht wiederholt hast!

Ich habe ein Freundin, die in einer toxischen Beziehung steckt und es ist wirklich schlimm, nicht mehr machen zu können als respektloses Verhalten zu nennen und halt da zu sein 😔

@quidcumque
Das tut mir sehr leid für deine Freundin und dich.
Ich muss gerade an etwas denken, das mir meine sozialpsychiatr. Betreuerin neulich gesagt hat, ich zitiere mal sinngemäß:
"Auch wenn wir manche Entscheidungen unserer Familienmitglieder oder Freund*innen nicht gutheißen oder anders handeln würden - es sind erwachsene, mündige Menschen, die ihre eigenen Entscheidungen treffen. Und da müssen wir es manchmal aushalten, dass sie Dinge tun, zu denen wir nicht raten würden."

@amalia12 Ich weiß und ich halte es ja seit Jahren aus. Ich hoffe einfach, dass sie irgendwann den Weg da raus findet.

(Bei ihr ist es aber nicht direkt die bad boy/good girl Dynamik, die das Ganze toxisch macht. Den Trope mag ich vor allem nicht, weil er letztlich so tut, als seien die Frauen halt dumm, weil sie darauf hereinfallen - obwohl die gesellschaftliche Anforderung ja ganz klar ist, dass sie für ihren Partner das Leben organisieren und ihn zivilisieren sollen.

@quidcumque

Ja, das mit diesen gesellschaftlichen Anforderungen ist so furchtbar. Ich erinnere mich an mehrere Gespräche, in denen andere Frauen mehr oder weniger scherzhaft gesagt haben, sie würden ihre Männer ja "erziehen" müssen, bzw. ich wurde auch mal allen Ernstes gefragt, ob ich meinen Partner (meinen Ex) nicht gut erzogen hätte.
Das ist doch nicht meine Aufgabe. Oder wie Julia Roberts mal gesagt hat: "You want a partner, not a social project."

@amalia12 dieses "na den hast du aber gut erzogen" habe ich schon oft gehört - weil der Partner halt ein gleichberechtigter Partner ist und putzt, an den Geburtstag seiner Mutter denkt und freiwillig Zeit mit seinen Kindern verbringt.

Ich sage darauf immer "er ist weder ein Kind noch ein Hund, deshalb erziehe ich da gar nicht"

@quidcumque

Das ist ein gute Antwort. Ich hoffe sehr, dass wir als Gesellschaft mal dahin kommen, dass niemand mehr von Frauen oder afab Personen erwartet, dass sie ihre männlichen Partner erziehen. Sondern dass eine wirklich konstruktive Erziehung schon im Kindesalter stattfindet.