Wahl-O-Maten machen das, was digitale Lösungen (im Bildungswesen) in der Regel immer machen: sie bekämpfen Symptome, nicht Ursachen. Bürger*innen sind politisch nicht informiert, weil sie keine Zeit, Kraft oder kein Interesse haben. Nichts davon wird so gelöst. Nur ein Informiertsein simuliert.
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Bei Wahl-O-Maten erhält die Komplexität von Problemen keinen Platz. Sie fördern binäres Denken (richtig oder falsch, dafür oder dagegen, Freund oder Feind), wirken einer klüger machenden Auseinandersetzung und Konsensfindung entgegen und erzeugen eine Welt von Gewinner*innen und Verlierer*innen.
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Wer eine informierte, aktive Wissensgesellschaft möchte (was starke Demokratien auszeichnet), muss dahingehend auch investieren. Digitale Lösungen sind so beliebt, weil sie oft etwas effizienter und skalierbar machen. Demokratie bedeutet Arbeit. Wer sich die spart, verliert am Ende die Freiheit.
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@dejan zudem sind die Wahl-O-Maten auch nichts anderes als Wahlversprechen. Es wird nicht geprüft was die Politiker*in antworten oder ob sie das letztendlich tatsächlich umsetzen und sie können dir erzählen was sie wollen. <.<
@unnon89 Dafür gäbe es ja auch den Realomat: https://real-o-mat.de/
Aber ich stimme mit dem Themenstarter überein, das Wahlomaten früher ein netter Zeitvertreib waren um zu sehen ob die realen Aussagen eines Wahlprogramms mit der gefühlten Präferenz übereinstimmt.
Angesichts der Depolitisierung der Gesellschaft durch Parteien und Medien wird dieser unterhaltsame Zeitvertreib zur weiteren Ablenkungsmaschine.

Real-O-Mat
Reality-Check statt Wahlversprechen. Positionier’ dich zu 20 politischen Forderungen und finde raus: Mit welcher Wahl wird’s auch real?