Wahl-O-Maten machen das, was digitale Lösungen (im Bildungswesen) in der Regel immer machen: sie bekämpfen Symptome, nicht Ursachen. Bürger*innen sind politisch nicht informiert, weil sie keine Zeit, Kraft oder kein Interesse haben. Nichts davon wird so gelöst. Nur ein Informiertsein simuliert.
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Bei Wahl-O-Maten erhält die Komplexität von Problemen keinen Platz. Sie fördern binäres Denken (richtig oder falsch, dafür oder dagegen, Freund oder Feind), wirken einer klüger machenden Auseinandersetzung und Konsensfindung entgegen und erzeugen eine Welt von Gewinner*innen und Verlierer*innen.
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Wer eine informierte, aktive Wissensgesellschaft möchte (was starke Demokratien auszeichnet), muss dahingehend auch investieren. Digitale Lösungen sind so beliebt, weil sie oft etwas effizienter und skalierbar machen. Demokratie bedeutet Arbeit. Wer sich die spart, verliert am Ende die Freiheit.
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@dejan Ich überlege, ob es einen mit dem Phänomen der Friedensdividende vergleichbaren Effekt im Bereich der Demokratie gibt. Zwischen dem Niveau der Investition in politische Arbeit durch private Haushalte der 1970er und 1980er und dem der 2010er und 2020er Jahre scheinen große Unterschiede zu bestehen - womöglich, weil man eben noch immer von demokratisch ausgehandelten Weichenstellungen und Errungenschaften der vergangenen 50 Jahre profitiert, deren Zustandekommen in Vergessenheit geraten ist