Wahl-O-Maten machen das, was digitale Lösungen (im Bildungswesen) in der Regel immer machen: sie bekämpfen Symptome, nicht Ursachen. Bürger*innen sind politisch nicht informiert, weil sie keine Zeit, Kraft oder kein Interesse haben. Nichts davon wird so gelöst. Nur ein Informiertsein simuliert.
1/3
Bei Wahl-O-Maten erhält die Komplexität von Problemen keinen Platz. Sie fördern binäres Denken (richtig oder falsch, dafür oder dagegen, Freund oder Feind), wirken einer klüger machenden Auseinandersetzung und Konsensfindung entgegen und erzeugen eine Welt von Gewinner*innen und Verlierer*innen.
2/3
Wer eine informierte, aktive Wissensgesellschaft möchte (was starke Demokratien auszeichnet), muss dahingehend auch investieren. Digitale Lösungen sind so beliebt, weil sie oft etwas effizienter und skalierbar machen. Demokratie bedeutet Arbeit. Wer sich die spart, verliert am Ende die Freiheit.
3/3
@dejan Das bedeutet, dass Menschen auch Zeit genug haben, sich zu bilden und zu informieren. Ich kenne genug Leute, die zwischen Arbeit und ein winziges bisschen Familienleben/Haushalt gerade genug Zeit übrig haben, um wenigstens ein wenig Schlaf zu bekommen. Die haben keine Zeit für Social Media oder Online News. Ich war selbst lang genug in diesem Hamsterrad.
Zeit für mich selbst war noch kostbarer als Schlaf.