Um es mal deutlich zu formulieren. Trump kündigt an, dass der illegale Angriffskrieg zu einem Vernichtungskrieg führen wird, wenn der Iran sich nicht ergibt und die eigene Souveränität verliert.

In Deutschland dazu: Auschließlich Grillenzirpen. Wird hier endlich der Luftraum gesperrt? Gibt es Sondersendungen im Fernsehen? Irgendeine Debatte unter dem liberalen Bürgertum? Nein, nichts.

Selbst bei der Androhung eines Vernichtungskrieges kommt aus Deutschland GAR nichts.

@wackJackle man bereitet sich also wieder auf das von-nichts-gewußt-haben vor …

@Odradek Das gute an Trump und Konsorten ist eigentlich, dass er das so direkt ausspricht, sodass es keine zwei Meinungen darüber geben kann, was er damit gemeint hat.

Nur das führt halt auch nicht zu irgendeinem Nachdenken, Reaktion. Wirklich abenteuerlich. In meiner ganzen Naivität hätte ich das nicht für möglich gehalten.

@wackJackle irgendwie ist das doch exakt, wovor alles als "postmodern" verschrienes seit den 70ern warnt …

was wenn es weder eine empirische, noch eine moralische wahrheit gibt, die die möglichen abweichungen "zentrieren" kann?

@Odradek Ja. Und keine gute Antwort darauf. Ich weiß noch nichts kluges dazu zu sagen.

Wie es gerade so eine allgemeine Schockstarre gibt, was alles vor sich geht. Es gibt ja nichtmal riesige Demonstrationen in Deutschland. Überall Lethargie. Im Denken, im Handeln und in der Diskussion.

So als ob alle gleichzeitig hoffen, dass irgendein anderer doch mal etwas machen müsste.

'Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist..'

@wackJackle "that's clever. and does it work for you?" - "what?" - "being clever"

@wackJackle das eine ist die schon länger herrschende schockstarre. oder besser: wie die zeichentrickfiguren, die über dem abgrund noch ein wenig weiter rennen.

das andere die macht von normalitäten. in den meisten geschichtsbüchern steht wenig über alltag, daß eins vergessen kann, daß es auch in extremen zeiten einen gibt.

wir hatten sowas wie "antisemitismus ist der sozialismus der dummen kerls" und die selbstidentifizierten, die den molotow-ribbentrop-pakt verteidigten

@wackJackle und der sowjetunion wird häufiger vorgeworfen verloren zu haben als die marxistischen ideale verraten zu haben. seit kronstadt.

@wackJackle @Odradek tbf die riesigen Demonstrationen der letzten Jahre hatten auch nur sehr bedingte Auswirkungen

(Also ich glaube schon, dass sie sinnvoll waren – alleine schon für die kurzzeitige Selbstwirksamkeit, aber auch für leicht negative AfD-Trends und kleinere Klimaschutzgesetze, aber ich kann schon auch verstehen, wie man durch diese geringe Größe der Wirkung weiter abstumpft.)

@ytvwld @wackJackle ja, als aktionsform mindestens nicht genug; so gut es manchmal tat zu sehen, daß nicht alle so daneben sind.

aber ich habe nicht die geringste idee, was sonst zu tun wäre. außer vielleicht sich darauf vorzubereiten noch höchstens so viele leben wie möglich retten.

@Odradek @wackJackle ich hab mal irgendwo gehört (Podcast, aber kann spontan keine Quelle angeben), dass Demonstrationen, um tatsächlich größeren Einfluss zu haben, längerfristig so um die 3 Prozent der Menschen mobilisieren müssen

und naja, FFF hatte im Peak so um die 2%; die Demonstrationen gegen das Treffen in Potsdam hatten um die 4%, aber halt beides in der Größenordnung leider auch nur relativ kurzzeitig

@ytvwld @wackJackle will jetzt meine kritik nicht auf "böse, böse medien" verkürzen, aber trotz anderer kommunikationskanäle und obwohl die leute weniger glauben wenn es von ihren hintergrundüberzeugungen abweicht, die "tagesschau-realität" existiert ja immernoch und dies manipulativer denn je.