36. Eine Zahl, die sich in diesen Tagen gleichzeitig federleicht und unglaublich schwer anfühlt.

Zuerst möchte ich mich bei allen Gratulierenden bedanken, die letzte Woche an mich gedacht und mich mit lieben Worten überschüttet haben. In einer Welt, die oft so laut und fordernd ist, bedeutet mir diese Aufmerksamkeit sehr viel.⬇️

#FaceSMA #DisabledAndProud #Reflexion #Birthday #HappyBirthday #Intersektionalität #Behinderung #Disability #Zeit #Community

In letzter Zeit geht mir ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: Ich bin jetzt 36. Damit bin ich doppelt so alt, wie es mir die meisten Ärzt*innen in meiner Kindheit und Jugend zugetraut haben. Diese medizinischen Prognosen waren damals wie eine unsichtbare Grenze, die mein Leben beschneiden sollte. Dass ich heute hier poste, ist ein Akt des Widerstands und ein Privileg zugleich.⬇️
Trotzdem ist die aktuelle Phase belastend. Mein gesundheitlicher Zustand ist gerade erschreckend instabil und in den letzten Monaten mussten wir uns von viel zu vielen Menschen mit SMA verabschieden, die in einem ähnlichen Alter waren wie ich. Das löst eine tiefe Unruhe aus. Ich frage mich oft: Wie viel Zeit bleibt mir noch? Habe ich die Kraft, die Dinge noch zu erreichen, die mir wichtig sind, für mich, für Sexabled und für unsere Kämpfe?⬇️

Ich glaube, es ist am Ende eine Frage der Perspektive, ganz ähnlich wie bei der Frage, ob das Glas halb voll oder halb leer ist.

Lewis Carroll schrieb einmal sinngemäß:

„Ich habe immer gedacht, die Zeit wäre eine Diebin, die mir alles stiehlt, was ich liebe. Aber jetzt weiß ich, dass sie gibt, bevor sie nimmt, und jeder Tag ist ein Geschenk. Jede Stunde. Jede Minute. Jede Sekunde.“⬇️

Er hat recht. Die Zeit ist keine Diebin, sie ist der Raum, den wir füllen. Auch wenn mir die Instabilität gerade Angst macht, versuche ich, mich auf das zu konzentrieren, was da ist. Auf die Momente, die wir gemeinsam gestalten. Auf die Kämpfe, die wir noch führen. Auf die Liebe, die bleibt.

Danke, dass ihr diesen Weg mit mir geht. 💖⬅️