Was ich aus Freundes-, Bekannten- und Unternehmenskreisen höre, macht mich nachdenklich - eigentlich fassungslos: Fast überall wird mittlerweile nur noch mit KI »programmiert« – der Code wird kurz von jemandem überflogen, der früher mal selbst entwickelt hat. Wenn sich das so fortsetzt, wird in ein paar Jahren kaum noch jemand wirklich programmieren können. Fehler verstehen, debuggen und Softwarearchitektur? Wird nur noch eine handvoll können. Auweia. 🙄

#KI #Programmierung #SoftwareEntwicklung #Tech

/kuk

@kuketzblog

Die Beobachtung, dass zunehmend mit KI programmiert wird, ist aus meiner Sicht absolut korrekt. Die Schlussfolgerung, dass dadurch bald kaum noch jemand programmieren kann, greift fĂĽr mich aber zu kurz.

KI verändert vor allem die Arbeitsweise, nicht die Notwendigkeit von Fachkompetenz. Für mich ist entscheidend, ob der erzeugte Code wirklich verstanden, bewertet und auch verantwortet wird. Genau da sehe ich den Unterschied: Wer fachlich sauber arbeitet, nutzt KI als Werkzeug und wird effizienter. Wer ohne echtes Verständnis arbeitet, produziert am Ende nur schneller fehlerhaften oder unsicheren Code.

Dieses Muster ist für mich nichts Neues. Auch früher wurde viel Code aus Bibliotheken, Frameworks oder Foren übernommen, ohne alles im Detail zu verstehen. KI verstärkt dieses Verhalten einfach.

Gerade aus Sicht der IT-Sicherheit sehe ich das kritisch. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass KI-generierter Code oft funktional ist, aber häufiger sicherheitsrelevante Schwächen enthält. Wenn dieser Code nicht sauber geprüft wird, steigen die Risiken entsprechend.

Langfristig glaube ich daher nicht, dass niemand mehr programmieren kann. Ich sehe eher eine Verschiebung: weniger reine Implementierung, dafür mehr Fokus auf Verständnis, Architektur, Validierung und Sicherheit. Genau diese Fähigkeiten werden aus meiner Sicht wichtiger – nicht unwichtiger.

@lazou @kuketzblog

Die Aussage beleuchtet das Thema naiv und unzureichend. Es wird entsprechend vorgeben, es zu nutzen, um Ziele (bspw. zeitlich) zu erreichen. Diese sind so gestellt, dass vollständiges Kontrollieren und Verstehen nicht mehr möglich sind.

Zweiter Punkt: Menschen beginnen sehr schnell, anders zu denken. Sie trainieren es sich ab. KI ist energieärmer fürs Gehirn. Wann immer eine Person ein Problem lösen muss, fühlt sich das auf einmal viel anstrengender an als früher.

@lazou @kuketzblog

Dadurch verstärkt sich der Effekt immer weiter. Das ist ein bisschen wie in der Schule selbst eine Lösung erarbeiten vs. die Lösung von jemand anderen lesen und verstehen. Zweitere Variante ist deutlich weniger lern- und entwicklungsträchtig.

@Underfaker

Die Aussage, dass das Thema naiv und unzureichend beleuchtet sei, kann ich so nicht teilen.

Ich verstehe den Punkt, aber fĂĽr mich greift das auch zu kurz.

KI nimmt dir nicht das Denken ab – sie folgt dem, was du vorgibst. Ob Verständnis verloren geht oder sogar schneller aufgebaut wird, entscheidet am Ende der Nutzer selbst.

Wenn ich KI nur nutze, um schnell Ergebnisse zu bekommen, ohne sie zu hinterfragen, baue ich natürlich keine Tiefe auf. Wenn ich sie gezielt einsetze, um Zusammenhänge zu verstehen, Alternativen zu vergleichen und Lösungen zu validieren, kann sie den Lernprozess sogar beschleunigen.

Das eigentliche Problem ist aus meiner Sicht nicht die KI, sondern wie sie eingesetzt wird – und welche Rahmenbedingungen (z. B. Zeitdruck) dahinterstehen. KI verstärkt vorhandenes Verhalten, ersetzt aber keine fachliche Verantwortung.

Am Ende bleibt es dabei: Die Qualität kommt nicht von der KI, sondern vom Menschen, der sie nutzt.

@kuketzblog

@lazou @Underfaker @kuketzblog

Man muss hier bedenken, dass nun eine ganze Generation damit aufwächst ihr eigenes Denken an ein Tool abzugeben.

Denn warum sollte ein Teenager sich tiefgreifende Gedanken ĂĽber Thema X machen, wenn er/sie auch einfach die KI nutzen kann?

In dem Alter ist ALLES wichtiger als das, was man fĂĽr die Schule tun "muss".

Wir Dozenten merken JETZT schon, dass die Leute, die an der Uni ankommen, zunehmend Schwierigkeiten haben originäre Gedanken zu entwickeln. Von der Aufmerksamkeitsspanne ganz zu schweigen; auch wenn das wohl andere Ursachen hat.

Kein Wunder, die haben sich das in den letzten paar Jahren abtrainiert.

Wird spannend wenn die erst Generation hier aufschlägt, die das Muster dann seit der Kindheit gefahren ist.

Lösung? Keine Ahnung ehrlich gesagt.