#Pessach2026 | 1905 zählte die jüdische Gemeinde in Offenbach am Main 1.764 Mitglieder, von denen etwas mehr als 600 eine ausländische Staatsbürgerschaft besaßen. 1922 wurde eine Synagoge mit 700 Plätzen eröffnet. In diesem Umfeld entstand wenige Jahre später die Offenbacher Haggada.

https://lagis.hessen.de/de/orte/synagogen-in-hessen/alle-eintraege/841_offenbach-am-main

Die Offenbacher Haggada wurde von Siegfried Guggenheim ediert, von Rudolf Koch gesetzt und von Fritz Kredel illustriert. Sie erschien 1927 in Offenbach am Main.

https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/titleinfo/3641281

Siegfried Guggenheim (1873–1961) war als Rechtsanwalt in Offenbach am Main tätig. 1938 musste er Deutschland verlassen. Als bedeutendes Mitglied der jüdischen Gemeinde förderte er als Mäzen Künstler und die jüdische Kultur. 

https://www.lbi.org/collections/jewish-holidays/passover-lbi-collections/offenbacher-haggadah/

Rudolf Koch (1876–1934) war Typograf, Grafiker und Kalligraf. Nach Aufenthalten in Nürnberg, München, Leipzig und London fand er zum Druckgewerbe. Seit 1906 war er in der Rudhardschen Gießerei in Offenbach tätig, entwarf neue Schriftarten und war als Grafiker u. a. für den Insel-Verlag tätig.

https://www.deutsche-biographie.de/gnd116273356.html#ndbcontent

Illustriert wurde die Haggada mit handkolorierten Holzschnitten von Fritz Kredel. Er studierte bei Rudolf Koch Typografie und Grafik und gilt als Meister des Holzschnitts.

https://museen.de/fritz-kredel-sammlung-michelstadt.html