Es ist ein wirklich empfehlenswertes (Hör)Buch von Fiona Sironic. Es erzählt von einer nahen Zukunft, in der Waldbrände, Hitzetote und rationiertes Wasser in Deutschland Alltag sind. Und was das vor allem mit den Jugendlichen macht, die das Gefühl haben ohne Zukunft aufzuwachsen. Mit dem Gefühl, dass es für Protest schon längst zu spät ist und die Menschheit eigentlich aufgegeben hat, und dadurch zynisch werden. Es geht auch um Influencing-Kultur und die Folgen davon.

Mich lässt es mit dem vertrauten Gefühl zurück, dass das was wir machen einfach nicht reicht. Dass ich und meine Generation radikaler sein müsste, was es bräuchte um Menschen in Entscheidungspositionen aufzurütteln. Dass wir eine breite positive Zukunftserzählung brauchen, wie wir trotz Polykrise oder vielleicht auch deswegen schaffen, unsere Art zu Leben zu ändern so dass es für alle besser wird. Und dass wir in unserer Gesellschaft eine grundlegend andere Einstellung zu Kindern brauchen.

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Und das Buch lässt mich auch darüber nachdenken, wie Krisen und gesellschaftliche Probleme mit mentaler Gesundheit verknüpft sind. Ich habe das letztens mit meiner Therapeutin angesprochen, dass ich mich da gerade ziemlich hilflos fühle, und sie meinte das im Aussen lassen wir mal raus und konzentrieren uns auf das unmittelbare. Und natürlich kann ich als einzelne Person in der Therapie nicht den Krieg im Iran oder die Klimakrise lösen.
Ich fände es aber spannend, wie eine therapeutische Praxis aussehen kann die gemeinschaftlicher orientiert ist, die also nicht nur den individuellen Umgang mit gesellschaftlichen Problemen bearbeitet sondern Wege findet da zu verändern, zumindest im eigenen Umfeld. Gibt es da Ansätze?