RE: https://mastodontech.de/@jak2k/116349292701915182

Wer sich auch nur kurz mit dem beschäftigt hat, was ich die letzten Jahre in den sozialen Medien gemacht habe, dem mag aufgefallen sein, dass es immer primär darum ging, Leute in Machtpositionen zu entzaubern. Ihnen eine Gegenrede zu bieten, die sind in ihrem Bereich so nicht gewohnt waren. Und dabei möglichst viele Leuten zu erreichen.

Alles Sachen die es in der 🥔-Techbro-Kuschelecke so nicht machbar sind. Wenn man nur da politisch aktiv ist, kann mans eigentlich gleich lassen.

Und bevor jetzt wieder irgendwer mit "aber wenn alle auf Mastodon sind" ankommt: NEIN, Mastodon ist per Design nicht auf harte Konfrontation, die auch mal unangenehm ist, ausgelegt. Von wie Inhalte ausgespielt werden bis zu Mechanismen wie Defederation.
Und selbst wenn Unternehmen/Behörden/Leute hierher kommen würden, bei denen es Sinn ergibt, sie kritisch zu bearbeiten, dann würde das in der Mastodon-Crowd nicht funktionieren. Weil die Techbros sich so sehr darüber freuen würden, dass die Leute jetzt in ihrer Mastodon-Crowd sind.
Mastodon ist so ein bisschen wie der Stammtisch einer politischen Jugendorganisation, bei der man sich politische Gegner einladen müsste, damit es überhaupt was/jemand gibt, mit dem man diskutieren könnte. (Außer natürlich die selben drei Themen, auf die man keinen Bock mehr hat und deren Diskussion auch völlig nutzlos ist.)
@Lilith ... was aber andererseits zeigt, dass eine Welt ohne geldgetriebenen Algorythmus nicht nur denkbar, sondern auch besser ist.
@bahnkundenv Oder das diese Blase einfach nur noch dazu dient, sich selbst zu beweihräuchern. Dann hat man sich zwar bestimmt in den Köpfen einiger eine digitale Utopie geschaffen. Aber die Funktion eines Mediums des politischen Diskurses in denen auch einzelne mit einem guten Take gehört werden können, ist damit tot.
@Lilith ich kenne kein Medium in dem "auch einzelne mit einem guten Take gehört werden können". In klassischen Medien wird man gehört, wenn der Verleger, Produzent oder whatever das wünscht. In sozialen Medien wird man gehört, wenn man ein Sprachrohr für eine Community ist, die die eigene Stimme verstärkt. Mit "guten Take eines Einzelnen" hat beides nichts zu tun. Aber das ist auch gut so, weil "gute Takes eines Einzelnen" einfach keine besonders interessante Sache sind für eine soziale Spezies wie unsere. @bahnkundenv
@benni Sorry, ich würde über mich selber sagen, dass ich das alles auf sozialen Medien nicht als Sprachrohr einer Community angefangen habe.
@Lilith ja klar. Journalisten haben auch nicht als Meinungsmacher angefangen sondern als Volontäre.
@benni Nein Journalisten haben als Kinder mit Privilegien angefangen, Privilegien die ihnen Zugang zu einem Volo gaben.
@Lilith Zugang zu einem Zeitbudget, dass eine Social-Media-Karriere ermöglicht ist auch ein Privileg.
@benni "Karriere". Aber klar jede Art von Zeit für nicht vergütete Arbeit - egal ob in einem lokalen Verein oder im Internet ist ein Privileg. Aber sie steht deutlich mehr Leuten offen, als ein Volo bei einem relevanten Medium.
@Lilith kann sein, kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen. Dafür gibt es da auch andere Filter, die es bei klassischen Journos so nicht gab. Und einer davon ist zB der Algorithmus der Plattform.
@benni @Lilith ihr seid jetzt bei nem ganz anderen Punkt gelandet und der berechtigte Einwand, dass social Media kein "Marktplatz der Ideen" ist auf dem "Einzelne mit guten Takes" erfolg haben ist etwas untergegangen. Das wäre aber m.E. ein wichtiger Punkt der reflektiert werden muss bei der Frage,welche Rolle man dort - auch als "unangenehme Stimme" - spielt, welche Grenzen das hat und wie man das so betreiben kann, dass es subversiv bleibt. Privilegienolympiade ist dagegen doch langweilig
@benni @Lilith @bahnkundenv vielleicht weiß ich nicht, was ein Take ist, aber ich kenne kein Medium, in dem es nicht so ist, dass interessante Gedanken kommuniziert werden können, wohl aber viele, in denen es besser oder schlechter funktioniert.
@areal Es geht denke ich nicht um Kommunikation an sich, sondern um solche, die weit wahrgenommen wird. @Lilith @bahnkundenv
@benni @areal @Lilith Ach so. Also Reichweite statt Inhalt ...
@bahnkundenv @benni @Lilith wieso statt? Inhalte mit Reichweite.
@areal @benni @Lilith Im braunen Sumpf.
@areal @benni @Lilith Gemeint war, dass beim Twitter Reichweite wichtiger ist, als Inhalt.
@bahnkundenv @areal @benni Das Wirkmodell war zumindest mal Reichweite durch Inhalte, die Leute "wichtig" fanden.
Und da das selbst für Verwaltungsdigitalisierung, zu ner Zeit wo das wirklich niemand interessiert hat, funktioniert hat…
@Lilith sicher, dass wir es hier nicht mit einem survivor-bias zu tun haben? Ich vermute mal für eine "Influencer"-Person (im weitesten Sinne jetzt gemeint) gibt es tausende, die es versucht haben und gescheitert sind. Glaube nicht, dass die Ratio da besser ist als bei Journos, Wissenschtler*innen und Politiker*innen oder irgendwelchen anderen klassischen Berufen mit Einfluss, eher umgekehrt. @bahnkundenv @areal

@benni @bahnkundenv @areal Ich glaube das die soziale Durchlässigkeit aber besser war, als bei klassischen Journos, Wissenschtler*innen und Politiker*innen.

Ist auch die Frage, ob es nicht schon gut ist, wenn eine Person einmal mit einem guten Take einen Einfluss hat und man dafür vielleicht garkeine Influencerin werden muss.

Hatte in den 10 Jahren in denen ich weniger als 2500 Twitter Follower hatte auch einige gute Takes.

@benni @Lilith ? Verstehen wir nicht, was Du meinst.