[Bei Massimo Cacciari, ehemaliger linker Bürgermeister von Venedig (immer genannt mit Zusatz «Politiker und Philosoph») ist mir auch nicht bewußt, welche zentrale Rolle im künstlerischen Diskurs Italiens er gehabt hatte: Als der Librettist von Luigi Nono, dem er Textcollagen von Benjamin, Pavese etc. zusammenstellte; Übersetzer Walter Benjamins ins Italienische.]
https://de.wikipedia.org/wiki/Massimo_Cacciari
Massimo Cacciari – Wikipedia
[Was ich bei Nono bewundere: Er scheint sehr stark mit Texten zu arbeiten, und es sind nie «irgendwelche» Texte: sondern solche, die Signale setzen (von ihrem Kontext her, von Widerstandsdokumenten bis hin zur Lyrik europäischer Ästhetizisten). Aber das, was von den Texten in der Musik verbleibt, ist Sound, man versteht oft kein Wort, ein Gedicht wird angerissen, das muss genügen, um ihm Präsenz zu verschaffen. Die Musik bleibt souverän, der Text – nicht mehr als knapp referenziert – ebenso.]
{Letztlich ist es bloßes Kontexte-Setzen, Zitate als Koordinaten für die Schiffskarte. Tableaus, in denen kein Name, keine Figur zufällig ist oder ahistorisch, aber mit denen wie mit den Sternen eines Theaterhimmels gespielt wird: Historiengemälde à la Peter Weiss, Heiner Müller, Luigi Nono, der frühe Tankred Dorst.}