Bin heute an einer Tankstelle vorbeigeradelt. Wegen #autofrei habe ich dieses Thema abseits der Nachrichten nicht wahrgenommen, aber 2,30€ für Diesel ist schon nicht wenig. Und während ich weiterfuhr, hinter mir die Autos drängelten um dann zu knapp zu überholen, musste ich über die Individualisierung von Profiten bei Vergemeinschaftung von Verlusten nachdenken. Ein Auto zu haben (uns zu benutzen), ist erst einmal eine persönliche Entscheidung, die Menschen für sich treffen.

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Ein häufig anzutreffendes Szenario sind Menschen, in die Peripherie ziehen, weil sie dort günstig(er) zu Wohneigentum kommen, dann aber für die Wege zur Arbeit/KiGa/Schule ein Auto brauchen. Bewusste Entscheidung. In "guten" Zeiten rechnet sich das. In der Krise würden sie ebenso am stärksten von Maßnahmen wie Spritpreisbremse oder Pendler*innenpauschale profitieren - auf Kosten der Allgemeinheit.

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Ich nehme höhere Kosten für eine Wohnung in zentraler Lage in Kauf. Eine Investition, denn alle Wege mit dem Rad machen zu können und eine akzeptable Entfernung zum Bhf sind mir wichtig, um mein Leben so leben zu können. Meine Kinder sollen in den KiGa und die Schule selber mit dem Rad fahren können. Die Bibliothek ist fußläufig. Eine freie Entscheidung. Subventioniert wird aber nur die eine Lebensentscheidung, wie in der Krise deutlich wird. Dabei ist die Abhängigkeit frei gewählt

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@pusteblume Ja, so habe ich das auch schon immer so gesehen. Leider steht man im Eishagel, wenn man das öffentlich und/oder in gemischten Runden sagt. Und natürlich hat jede*r sofort ein Beispiel eines Menschen zur Hand, der*die sich seine Wohn- oder Lebenssituation *nicht* aussuchen kann. Die mag es auch geben. Aber im Großen und Ganzen sehe ich es genau wie du. Wem ein kleiner Co2-Abdruck im Bereich Mobilität wichtig ist (oder jetzt: Kosten), hat(te) i.d.R. die Wahl. Prios setzt jede*r selbst.
@fortyeight so true. Dabei geht es (zumindest jetzt gerade nicht..) darum, diese persönliche Entscheidung irgendwie zu werten, sondern die Menschen, die sich so entscheiden, dafür auch haftbar zu machen - in guten und schlechten Zeiten, wie bei allen Entscheidungen. Autozentrierte Mobilität sollte es halt nicht mehr zum Nulltarif geben, sondern als realer Kostenfaktor abseits von Anschaffungskosten (und am Besten noch Klimafolgekosten) einfließen. Keine Gratismentalität mehr :D

@pusteblume @fortyeight Problem ist halt, dass die Leute ihre Entscheidungen aufgrund der damals geltenden Regeln getroffen haben. Und nun erstmal verärgert sind, wenn die Regeln geändert werden. Weswegen man halt intelligente Lösungen braucht. Zum Thema Pendlerpauschale etwa: Zuginfrastruktur ausbauen, bessere Takte in die Städte und die Pendlerpauschale nur noch vom Wohnort bis zum nächsten Bahnhof. Wäre für alle zu schultern.

#verkehrswende #pendlerpauschale