wie groß ist der wohl kreis der leute noch, die sich noch mühe geben, in einer evidenzbasieren wirklichkeit zu leben?

#verdrängungsgesellschaft.

es wird ihnen aber auch so leicht gemacht, es nicht zu tun?

afd, cdu, nius, welt, bild und co nehmen nicht deswegen so ein netzwerkzentralen status in unseren debatten ein, weil sie so reichweitenstark sind.

sie bieten pfadalternativen zu einer bedrückenden realität, die es erforderlich machte, zu handeln.

verdrängung wird materiell "erlaubt".

hier, wie es funktioniert:

verdrängung ist ein prozess, der ständige reaktualisierung erfordert, denn durch die "kognitive dissonanz" (spread zwischen erwareteter wirklichkeit und materieller realität) sucht die "identity protective cognition" ständig nach erlaubnisstrukturen, um den eigenen pfad nicht verlassen zu müssen.

auf diesem fulcrum leveragen verdrängungsmedien. nicht um leuten propaganda "reinzupumpen", sondern um immer neue pfadgelegenheiten zu providen, verantwortung zu bypassen.

und da ich kein freund der "kognition" bin, hier ein paar besser passende, nicht individualistisch metaphysische begriffe:

die "kognitive dissonanz" ist eher eine erwartungs-dissonanz, die "identity protective cognition" ist in wirklichkeit die suche nach "path protective pathopportunities".

wir müssen einfach mal weg, von dem psychologisieren. dass die leute nicht die realität akzeptieren wollen, liegt nicht an ihrer "psyche", sondern daran, dass sie was zu verlieren haben. und weil sie sich als individuen erzählen, die den erfolg ihrer handlungen auf sich selbst zurückführen, und ihre ziele und pläne unabhängig ihrer verdrängten infrastrukturen machen und weil es auch kurzfristig rein materiell sinn macht, auf alles zu scheißen …

deswegen müssen wir als menschheit jetzt sterben.

und das ist nur ein beispiel unter vielen, die ich im "relationalen materialismus" mache, warum es sinnvoller ist das individuum aufzugeben und das "subjekt" stattdessen immerschon in einer pfadtopologie zu verorten.

das soll den denkfehler im westlichen denken ausgleichen und den flurschaden aufräumen, den descartes (unter anderem) angerichtet hat.

viele sind ihm auf die schliche gekommen, von feuerbach, marx und den poststrukturalisten, aber weil wir in den pfadabhängikeiten des individuums feststecken (all unsere selbsterzählungen nutzen es als infrastruktur), gibt es einen lockin, auch durch die sprache.

mit dem "dividuum" als pfadalternative gibt es aber nun einen bypass, so hoffe ich.

dafür muss aber etwas tun, was einem die indivudualistische weltsicht ausgeredet hat:

man muss semantik "ernst" nehmen. also ihre wirkung auf die welt, ihre relationale materialität und akzeptieren, dass auch du selbst semantische pfade leveraged, wenn du denkst oder dich selbst erzählst.

unsere semantiken sind überall brüchig geworden und ziel der übung, ist wieder "belastbare", weil die realität besser matchende semantiken zu providen, um den erwartungs-dissonanzgradienten zu verkleinern.

das problem nochmal anders: die nachfrage nach pppos (path protecting path opportunities) steigt proportional zur sichtbarkeit der krise, also ihrer ausgelösten erwartungsdissonanz. pppos sind sozusagen „bad assets“, in denen wir unsere infrastrukturschulden restrukturieren und verantwortung externalisieren.
@mspro ( "path protecting path opportunities" klingt wie etwas was ich in der spieleentwicklung mir ausdenken würde.)