Guten Morgen!

Ich hätte ja so Lust, eine lange Podcast-Folge aufzunehmen allein darüber, warum #ResidentEvilRequiem so genial ist.

Oder darüber, warum ich mit #ResidentEvilVillage gar nicht warm werde, was mich sehr frustriert, weil meine Lieblingsstreamerin und ich somit völlig konträr miteinander sind.

Oder darüber, welche Auswirkungen heftige Umbrüche in Franchises haben können, wie man die wieder einfängt, und warum Fans keinen Einfluss auf solche Designentscheidungen nehmen dürfen sollten.

Zum Beispiel dieser Moment im RPD in RE9, in dem der Super-Tyrant im Bild erscheint. Die ganze Sequenz mit ihm ist einfach nur *chef's kiss*.

Ich habe dutzende Spieler*innen gesehen, die natürlich alle noch ein Trauma von Mr. X aus RE:2 hatten, denen kollektiv die Kinnlade runtergefallen ist. Gefolgt vom instinktiven Fluchtreflex, der aber direkt durch einen geskripteten Mauerdurchbruch unterbunden wird.

Danach eine sehr lineare, sehr kurze Reminiszenz an die Verfolgungsjagden aus Teil 2, ehe man zum Heli-Propeller kommt. Und ich bin sicher, an dieser Stelle ist Leon SEHR oft gestorben. Und demzufolge auch auf eine sehr brachiale, memorabile Art und Weise.

Und dann ist es das auch wieder.

Das ist ein so fantastischer Rückgriff auf RE:2, ein so grandioser Fan-Service. Und noch dazu atmosphärisch so gut platziert nach dem dense horror in der Rückblickszene im Waisenhaus, die dann eben direkt von Stalking-Terror gefolgt wird. Das ist einfach AAA.

Oder auch "The Girl" aka Marie.

Besonders extensiv ist das Explorationsgebiet ja nicht, das man eingangs mit Grace in der Anstalt hat. Echtes "Stalking-Behaviour" kann man von diesem riesigen Monster als nicht erwarten, die meisten Erscheinungen sind scripted.

Aber sie sind so gut inszeniert! Wenn man beispielsweise endlich den Schraubendreher hat um die Sicherung zu befreien und wieder in Richtung Engelsraum geht, ist die Chance groß dass Marie an einer Engstelle durch die Wand bricht.

Und ich brauch jedes Mal direkt hernach eine neue Unterbuchse. Obwohl ich weiß, dass das passieren wird.

Man stelle sich Marie jetzt noch mit einer AI vor wie das Alien in Alien: Isolation. Blanker Horror.

Umgekehrt finde ich die bekannteste Figur aus #ResidentEvilVillage, Lady Dimitrescu, tatsächlich eher... belanglos?

Spannend an ihr ist, dass sie als Spielentität tatsächlich das Schloss durchstreift auf der Suche nach Ethan Winters, selbst wenn man nicht im gleichen Abschnitt ist wie sie. Sogar dann, wenn der Spielbereich nicht aktiv geladen ist.

Aber ich finde tatsächlich weder ihr Jagdverhalten noch ihre Sprüche sonderlich... bemerkenswert.

Ikonisch ist natürlich ihr spielerischer Eintritt, wenn sie von ihrem Stuhl aufsteht und ihren "Töchtern" Befehle erteilt oder das Blut von Ethan kostet.

Abgesehen davon finde ich sie aber ähnlich farblos wie ihr Character Model für den Endfight.

Und sie ist noch eine Figur, an die man sich eher erinnert. Die Puppe oder dieses komische Fischwesen sind ja noch merkwürdiger.

Ich weiß nicht. Das Spiel gibt mir tatsächlich sehr wenig.

Ohnehin finde ich auch ganz schlimm was in #ResidentEvilBiohazard und #ResidentEvilVillage mit Ethans Händen angestellt wird.

Diese Form von Body-Splatter-Horror, dass ihm ständig Finger abgerissen, Hände abgeschnitten oder sonstiges werden, ich kann damit nicht. Ich kann sowas nicht anschauen. Das ist für mich ähnlich schlimm wie die Szene am Anfang von #ResidentEvilRequiem mit der Stange und dem Polizisten.

Ich finde es auch spielerisch höchst fragwürdig. Es wirkt wie der verzweifelte Versuch, irgendeine Form von Bodyhorror zu inkludieren, was schwierig ist wenn man durchgehend in First Person unterwegs ist und Capcom Ethan Winters WIRKLICH kein Gesicht geben will.

Aber auch durch die finale Storyauflösung wird diese Designentscheidung irgendwie nicht besser.

Übrigens ist das eigentlich auch ganz spannend - ich mag, wie gesagt, Body-Horror in #Videogames nicht sonderlich und muss da üblicherweise wegschauen.

Abgesehen davon gibt es nur eine andere Sache die mir einfällt bei der ich bewusst und instant ein Spiel abgebrochen und nie wieder angefasst habe, weil ich das nicht kann.

Folterung.

Ich habe #GTA5 nie durchgespielt. Diese Szene, in der man gezwungen ist einen Menschen mit verschiedenen Methoden zu foltern, kann ich nicht spielen.

In #SleepingDogs gibt es das umgekehrt, und das war für mich unfassbar schwer erträglich. Ich hab das vermutlich nur durchgestanden, weil ich die Garantie wollte, dass der Charakter das überlebt. Ich hatte zumindest die Hoffnung.

Aber in GTA muss ich selbst foltern. Das geht nicht. Das gehört für mich mit zu den schlimmsten Spielszenen die ich in einem #Videogame jemals erleben musste.

Zu der Sache noch eine Bemerkung:

Wenn man danach sucht, findet man dass ich nicht der einzige Mensch bin, dem aktive Folter starkes Unbehagen bereitet. Leider gibt es keinerlei Möglichkeit, diese Episode einfach zu überspringen. Ich halte das für ein gravierendes Designversagen.

Ein bisschen beunruhigt es mich dann auch, wenn Leute als Antwort darauf schreiben, diese Szene sei "literally my favourite scene in the game", oder dass man sich nicht so anstellen solle, das sei nur ein Game, "toughen up, man".

Ich leite daraus nicht zwangsweise ab, dass diese Menschen eine ähnliche Haltung im echten Leben vertreten. Das wäre vermessen.

Ich leite daraus aber ein fehlendes empathisches Grundverständnis dafür ab, dass andere Menschen Situationen möglicherweise anders erleben als man selbst. Eine Folterszene ist auch im spielerischen Kontext "speziell". Es mag nur ein Spiel sein. Aber empathische Menschen empfinden das eben auch. Ein optionaler Skip wäre an der Stelle angebracht gewesen.

Wobei mich das nicht wundert. Empathie bzw. emotionale Intelligenz sind in unserer Gesellschaft in der Breite tatsächlich nicht anerkannt. Man weiß zwar, dass es sowas gibt. Aber sie werden entweder als Schwäche ausgelegt. Oder es fehlt jedwede Reflektion darüber, was emotionale Intelligenz eigentlich bedeutet, wie sie sich ausdrückt, und wie man damit umgehen sollte.

Was wiederum nicht sonderlich verwunderlich ist, denn die Befähigung, sich in einen anderen Menschen versetzen und anerkennen zu können, dass er/sie möglicherweise anders denkt und empfindet als man selbst, setzt ja eben gerade Empathie und emotionale Intelligenz voraus.