Samstag Vormittag.

Irgendwer muss einkaufen gehen.
Irgendwer.
Natürlich ich.

Ich geh ja arbeiten.
Da wird das ja wohl
ein Leichtes sein.

Sagen sie.

Wie gestern schon.
Beim Reden.
Beim Erklären.
Ich kenne solche Situationen.
Ist doch leicht nachzuvollziehen.

Ist es das?

Von zehn Minuten Autofahrt
bleibt fast nichts.
Zehn Minuten später
kaum Erinnerung.
Nur Lücken.
Nur Nebel.
Nur dieses dumpfe Weiter.

Ich setze mich in meine Ecke im Café.
Runterkommen.
Einfangen.
Die übliche Technik.
Damit draußen nichts kippt.
Damit es keiner merkt.
Damit ich nicht auffalle.
Damit ich den Tag irgendwie
durchbringe.

Hier ein Lächeln.
Dort ein freundliches Wort
zur Kellnerin.

Funktionieren.
Freundlich wirken.
Mensch spielen.

Es heißt ja,
tu Gutes zu anderen
und dir wird Gutes getan.

Nein.

Ich merke das nicht mehr.
Kommt nichts an.
Geht nirgends hin.
Mein innerer Zerstörungstrieb
ist lauter.
Stärker.
Näher als alles andere.

Vielleicht bin ich wirklich das Monster,
vor dem alle Angst haben.

Erklärt hat es mir nie jemand.
Nie klar.
Nie ehrlich.
Aber weitererzählt wird es.
Ich sei eine Gefahr
für andere.

Und irgendwann
glaubt man es selbst.

Eyesonly meldet sich ab.
Macht die Augen zu.
Zieht sich zurück.
Weil selbst der Blick
zu viel wird.

Und irgendwo darunter
nur dieser Versuch,
wieder festen Boden zu finden.
Irgendetwas Stabiles.
Irgendetwas, das hält.
Bevor alles wieder wegrutscht.

#gedanken #notjustsad