RE: https://friendica.de/display/f6687705-9469-c724-cd4f-96e954721723

Ein fester Ort zum würdigen Wohnen (nicht nur eine Bleibe) ist Ausfluss der Würdegarantie des Grundgesetzes. Deshalb: ja, menschenwürdiges Wohnen ist ein Grundrecht!

Den Staat trifft hier eine Gewährleistungsverantworgung, die (wo private Akteure versagen) in eine Erfüllungsverantwortung umschlägt.

Wie so oft allerdings steht auf einem anderen Blatt, ob unser Staat der Pflicht gerecht wird.

@AwetTesfaiesus spannend wäre ja, welche konkrete Handlung aus dieser Pflicht erwächst. Ich werde mal ein paar Ideen in den Raum:
- Baugrund nur über Erbpacht vergeben
- staatlicher Wohnungsbau
- sozialen Wohnungsbau ausbauen (ist jetzt bei vielen Projekten schon dabei, aber vermutlich zuwenig)
- preistreibende Plattformen wie ImmoScout24 regulieren (oder besser: staatliche Plattform erstellen und für öffentliche Inserate verbindlich machen)

Das ist alles nicht ohne Tücken.

@FlippoFlip @AwetTesfaiesus in Frankfurt kann man die Erbpacht auch nicht mehr bezahlen...

@hessejames62 @FlippoFlip @AwetTesfaiesus

Mehr Transparenz bei der Verteilung von Wohnraum finde ich wünschenswert.
Viele Senior*innen vereinsamen in großen Wohnungen, während Familien sich nichts angemessenes leisten können. Hier wäre eine genossenschaftliche Organisation von Wohnraum sinnvoll. Auch ist es bei uns üblich/Gewohnheit, mit Sack u Pack unzuziehen. Woanders ist hingegen der Bezug möblierter Wohnungen die Regel. Hier hängt mensch am Eigentum, ähnlich wie am eigenen privaten Auto.

@axebos
Im Ziel würde ich dir vollkommen zustimmen. Fraglich für mich: wie können wir sowas regulativ organisieren? Hier wäre dafür ja unweigerlich ein Eingriff in einen extrem privaten Lebensbereich erforderlich - wie kann das in einem freiheitlichen Staat funktionieren?
@hessejames62 @AwetTesfaiesus
@FlippoFlip @axebos @hessejames62 @AwetTesfaiesus am Ende ist das alles doch Mangelverwaltung - egal ob Preisbremsen, Leerstandsteuern, Tauschoptionen, bla blub. Die DDR hat eindrucksvoll gezeigt wie gut es funktioniert, zu wenig auf zu viele zu verteilen. Es gibt langfristig nur eine Lösung: es muss signifikant mehr Wohnraum geschaffen werden. Wenn nicht mehr 100 Interessenten auf eine Wohnung kommen normalisieren sich auch die Preise wieder.

@tdpsk @FlippoFlip @axebos @hessejames62

oder man dezentralisiert, weshalb Menschen in dieselbe Ecke ziehen (müssen).

@AwetTesfaiesus @tdpsk @FlippoFlip @axebos @hessejames62

Dezentralisieren ist ein super-langfristiger Prozess: Da muss eine Menge geplant und verteilt werden, öffentliche Einrichtungen wie Hochschulen, Krankenhäuser, Verkehrsinfrastruktur, tatsächliche Verkehrsverbindungen, schnelles Internet ... das zeigt dann nach Jahrzehnten Wirkung.

@tdpsk
Wäre in einem funktionierenden Markt richtig. Aber: existierender Wohnraum wird durch starke Marktteilnehmer (Konzerne) teilweise dem Markt entzogen. Könnte es da auch um eine Verknappung des Angebots gehen? => Markt in Teilen dysfunktional.
Wer soll die Wohnungen bauen?
Bei Neubauprojekten verhandeln oft große Player mit ehrenamtlichen Politikern. => Am Ende setzt sich die Profitmaximierung durch. Ist wirklich nicht einfach
@axebos @hessejames62 @AwetTesfaiesus
@FlippoFlip Allokation von Investments ist ein sehr effizienter Prozess. Die Macht konzentriert sich deshalb auf wenige Konzerne, weil es für alle anderen nicht attraktiv ist zu bauen und zu vermieten. Wir müssen wieder einen Markt schaffen in dem Menschen in Immobilien genauso gerne wie in ETFs investieren. Sowohl in ihre eigenen als auch in Kapitalanlagen. Private Vermieter sind in allen Statistiken sozialer und bei ihren Mietern beliebter.
@tdpsk Finde ich super. Wie machen wir das?
@FlippoFlip die Baukosten müssen deutlich runter und die Verfahren müssen schneller werden. Bürokratie und Auflagen sind einer der größten Treiber. Wenn ich ein 0815 Objekt baue muss das eigentlich wie aus dem Katalog ohne ewige individuelle Prüfungen möglich sein.
@tdpsk ja ok. Die niedersächsischen Gesetze sind diesbezüglich beispielsweise deutlich entschlackt worden. Beispielsweise ist die Stellplatzpflicht gefallen und das Aufstocken von Gebäuden deutlich einfacher möglich. "Beschleunigte Verfahren" klingt auch immer super. Was meinst du konkret?
@FlippoFlip A) wenn ich etwas abreiße und neu baue sollten viele Prüfungen entfallen - denn da stand ja schon ein Gebäude. B) braucht es „Typengenehmigungen“. Das Gebäude steht in der Form wo anders schon? Dann muss es nicht an einem anderen Standort neu geprüft werden. C) Umwidmung in Wohnraum muss nicht genehmigt werden, sondern es muss binnen vier Wochen aktiv widersprochen werden. Und D) Genehmigungsfiktion für alle Verwaltungsakte (nicht nur im Bau) und E) Once Only!
@tdpsk unterschreibe ich. Insbesondere die Widerspruchslösung ist gegenüber der Genehmigung oft die bessere Verwaltungslösung.

@tdpsk @FlippoFlip @hessejames62 @AwetTesfaiesus

Es da wie gesagt noch viel Spielraum, ehe neu gebaut werden muss. Renovierung/Neuverteilung und Leerstandsverminderung ziehe ich dem Neubau vor, weil es weniger Fläche, Energie und Material benötigt.
Wenn Neubau, dann auch nur auf bereits genutzten Flächen oder zurück gebauten Stadtautobahnen/Blechlagerflächen. Was hier passiert, ist das Gegenteil. Einfamilienhaussiedlungen in Dorfrandlage/Flächenfraß und Autoabhängigkeit.

@axebos egal wie man verdichtet und verteilt, es gibt netto zu wenig Wohnraum in Deutschland. Neubau braucht Jahre - also gibt es da kein „vorher, nachher“ mehr.

@tdpsk

Darum bin ich ja dafür, Leerstand zu bekämpfen. Hier stehen rießige Objekte leer. Ehem. Verwaltungsgebäude, Läden, Baumärkte etc. Das brächte schonveine deutliche Entspannung. Das ganze lahmt noch an einem undurchsichtigen Behörden-/Gesetzesdschungel. Hier soll ein großes Einkaufscenter in Wohnraum umgewandelt werden. Es hakt am Regierungspräs. das dem Umzug des letzten Mieters (Sportgeschäft) in einen ehem. Teppichladen zustimmen muss. Jahre gehen ins Land...

@tdpsk @FlippoFlip @axebos @hessejames62 @AwetTesfaiesus

Die DDR hat aber auch industrieansiedlungen gezielt gesteuert und industrie und nahen wohnraum dazu geplant, und den nahverkehr dazu passend geschaffen.

Im osten stehen 2 millionen wohnungen leer, vieles verfällt oder wird mit städtebauforderung abgerissen.

Das sind auch vergebene chancen, es gibt keine anreize industrie dahin zu bringen wo wohnungen schon existieren.
Saniert wird auch nur, wenn man nachher ne perspektive auf bewohner hat.

Suhl-nord mal hier als beliebiges beispiel fur viele leere wohnungen.

@gafu @tdpsk @FlippoFlip @axebos @hessejames62

Der Beginn eines guten politischen Arguments: "Die DDR hat aber auch…".


NICHT
😉


(Nicht mal, wenn es um Superfest-Glas, Milchenflasch oder die Poliklinik geht)

@Awet Tesfaiesus, MdB Mein Bürostuhl steht 100 km weg.
Homeoffice mit Coronaunterstützung war die Rettung.
Und: Menschen gehen in die "große Stadt", weil sie ....

@AwetTesfaiesus @tdpsk @FlippoFlip @axebos @hessejames62

Ich bin keiner der sich so ein regime zurückwünschen würde, finde es aber schade das man vieles nicht würdigen will was besser funktioniert hat, als es das jetzt tut, und auch selten anerkennt das man da chancen hat liegen lassen.

Die politik von franz josef strauß mit der atomwiederaufbereitung will ja auch keiner nochmal haben

Ja, da war ich auch etwas ungelenk mit dem einstieg, ich denke das argument steht trotzdem für sich.