Weißt du, wie es ist,
durch den Tag zu gehen
mit einem Lächeln im Gesicht
und dem Wunsch, einfach zu weinen.
Weißt du, wie es ist,
wenn die Zündschnur so kurz geworden ist,
dass du Menschen meidest,
nicht aus Arroganz,
nicht aus Kälte,
sondern weil schon ein falscher Blick,
ein falsches Wort,
zu viel sein kann.
Weißt du, wie es ist,
wenn der Therapeut fragt,
von eins bis zehn,
und du leise fünf sagst,
obwohl du genau weißt,
dass es zehn ist.
Leise lügen.
Leise abschwächen.
Leise so tun,
als wäre noch genug Abstand
zwischen mir
und dem Abgrund.
Obwohl ich ihn längst kenne
Obwohl ich längst mehrmals zu nah stand.
Obwohl ein Teil von mir
nicht mehr kämpfen will,
nur noch endlich Ruhe.
Und das Schlimmste ist nicht einmal der Gedanke.
Das Schlimmste ist,
wie ruhig er geworden ist.
Wie selbstverständlich.
Wie sehr er schon
unter der Haut lebt.
Er, dieses nicht mehr wollen,