War/ist Deine #Mutter #Hausfrau?
Ja
54.7%
Nein
45.3%
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@bastibayer
Meine Mutter ist Ärztin, genauso wie meine Großmutter. Sogar meine Urgroßmutter war schon berufstätig.
@die_Ergo @bastibayer
Die Ehemänner mussten es eben erlauben.
Meine Mutter hätte so gerne weitergearbeitet. Sie war ein extrovertierter Typ und brauchte den Umgang mit Menschen, den sie im Beruf auch hatte. Nach der Heirat musste sie von einem Tag auf den anderen aufhören. Die psychischen Folgen waren eine Katastrophe, die vor allem ich als Kind ausbaden musste.
@speybridge Das ist übel zu lesen. Als meine Eltern heirateten stand das Thema nie zur Debatte. Meine Mutter hat vor der Ehe gearbeitet und selbstverständlich auch noch der Hochzeit weiter gearbeitet. Selbstverständlich erlaubte es mein Vater, war aber genervt, dass das überhaupt nötig war. Das waren schon echt üble Zeiten. @die_Ergo @bastibayer
@AlienJay @die_Ergo @bastibayer
Bei uns war es halt so, dass es für meinen Vater ein Statussymbol war - üblich in dieser Zeit Mitte der 50er - als "Mann" die Familie selbst unterhalten zu können. Das konnte er auch - nicht üppig, aber durchaus ausreichend.
@speybridge Ich erinnere mich auch an den Terz, den es zuhause gab (Anfang/Mitte 1970er), weil meine Mutter teilzeitlich im Laden einer Freundin als Verkäuferin arbeiten wollte. Es war eine Art Kränkung für meinen Vater und er hat ihr dann auch organisatorisch nicht ein bißchen geholfen. @AlienJay @die_Ergo @bastibayer
@UschiAachen @AlienJay @die_Ergo @bastibayer
Das kann ich mir gut vorstellen.
Ich vermute: Nach den vielfältigen Traumata des 2. Weltkrieges, in dem die Männer, Schlimmes erlebend, abwesend waren und die Frauen ja ganze Betriebe, Bauernhöfe und natürlich Millionen von Familien (erfolgreich) führten, mussten die Männer diese nach ihrer Rückkehr wieder massiv zurückdrängen, um wieder ein Gefühl der Kontrolle und ihres eigenen Wertes zu bekommen. Wie es den Frauen damit ging, spielte keine Rolle.
@speybridge @UschiAachen @AlienJay @bastibayer
Meine Großmutter hatte da vermutlich Glück, mein Großvater war da, glaube ich, Recht fortschrittlich eingestellt. Seine Töchter sind auch alle Akademikerinnen.
@die_Ergo @UschiAachen @AlienJay @bastibayer
Ich musste auch unbedingt Abitur machen & studieren. Meine Mutter: keine Chance!
Deshalb wehre ich mich oft, wenn Frauen von früher vorgeworfen wird, sie hätten sich auf Kosten des Mannes eine laues Leben gemacht. Sie konnten meist nicht anders, weil es ihnen verboten war.
Dahinter steckt übrigens oft sehr viel Leid: Depressionen, gut versteckte Aggressionen (oft gegen die Kinder) & auch versteckter Alkoholismus, gerne mit Klosterfrau Melissengeist.
@speybridge @die_Ergo @UschiAachen @AlienJay Mir fehlen die passenden Worte, aber ich möchte sagen das hat mich sehr nachdenklich und traurig gemacht. Ich muss auch zugeben, dass ich das nicht wusste mit der Erlaubnis und auch nie darüber nachgedacht habe. Meine Mutter hat durch ihre Arbeit meinem Vater das Studium finanziert und hat dann aufgehört zu arbeiten als das erste Kind kam. Bei meinen Großmüttern wusste ich es nicht. Bin ein Nachzügler und da waren meine Großeltern alle in Rente.
@speybridge @die_Ergo @UschiAachen @AlienJay Aber meine Opas waren kaputt vom Krieg und die Ehen meiner Großeltern waren rückblickend furchtbar und die meiner Eltern wahrscheinlich auch. Bei mir sind leider schon alle gestorben. Kann niemand mehr fragen wie es für sie war...
@bastibayer Ja, das ist das Problem - wenn wir alt genug sind für geschichtsbewusste Neugier und erwachsene Gespräche, ist die wissende Generation meist schon nicht mehr am Leben. Ist bei mir genauso. @speybridge @die_Ergo @AlienJay
@UschiAachen @bastibayer @die_Ergo @AlienJay
Ich hatte die direkte Kriegsgeneration als Eltern & Schwiegereltern - könnte also Informationen aus 1. Hand haben.
Aber.
Vor allem die Männer haben niemals nie geredet, und man durfte nicht fragen. Absolut nicht! Absolut tabu!
Die Deformationen der Mütter habe ich durchaus miterlebt. Meine Schwiegermutter litt still, meine Mutter war maligne Narzisstin & arbeitete sich an mir ab. Hätte sie arbeiten dürfen, wäre vieles zumindest viel besser gewesen.