Es ist gut, wenn ein Lehrer einmal die Erfahrung gemacht hat, zu arbeiten.
@max_muehsal Das halte ich für eine richtig üble Unterstellung: Ich habe sowohl als ganz normaler Lehrer als auch in Fabriken, am Bau gearbeitet: Nie war ich erschöpfter als nach dem Unterricht. Keine Arbeit hat mich je mehr in Anspruch genommen, als stinknormalen Unterricht zu halten. Auch Uni ist leichter als Schule ...
@scheichsbeutel nun, es ist eine Provokation. Funktioniert. Lese odo marquard, Zeitalter der Weltfremdheit. Dort die These. Erwachsene werden mangels sich wandelnder Erfahrungswirklichkeit nicht mehr erwachsen. Davon abgeleitet … und natürlich lacans Aussage über den Wahnsinn (betreffend: Lehrer, Psychoanalytiker, Politiker) die etwas gestalten, ohne verstehen zu können.
@scheichsbeutel die frage bleibt natürlich: vor welchem Hintergrund willst du lehren, heute, und vielleicht gerade heute. Die bisherigen konsensfähigen Paradigmen waren solche der Zerstörung. Dein Autor, Albert, geht in dieselbe Richtung.
@scheichsbeutel und jede Form des Skeptizismus muss die die Tradition des Wissens in Frage stellen. Aber ja: Lehrer sein ist anstrengend. Weiß auch ich aus Erfahrung.

@max_muehsal Mit Verlaub - diese Fragen nach Paradigmenhintergrund, Erfahrungswirklichkeit etc. sind völlig irrelevanter Käse für einen Lehrer, der vor einer Klasse steht. Bestenfalls kann man das an der phil. Fakultät einbringen - aber noch nicht mal dort wirklich.

Wenn ein Lehrer sich tatsächlich solche Fragen stellt, dürfte er ziemlich fehl am Platze sein. Wenn du vor einer Klasse pubertierender Jugendlicher stehst, denkst du nicht an "konsensfäh. Pardigmen". Das ist das kleinste Problem.

@scheichsbeutel 😂 das liest sich wie: in einen Käfig der Löwen geworfen zu werden. Nun, das klingt eher nach einer Ausbildung für den Lehrer, dompteur. Das passt meine Referenz gewiss nicht. Aber welchen Sinn macht es für die Schüler einen Dompteur auszubilden?

@max_muehsal Trifft es relativ gut - irgendwas zwischen Dompteur, Animateur und Beichtvater. Unglaublich anstrengend und erschöpfend für denjenigen, der diese Horde ernst nimmt, seine Schüler mag. Sonst - naja, geht's sicher leichter.

Dieses emotionale Eingebundensein macht es auch so schwer: Nach 8 Stunden Fließband (auch Scheiße) kannst du abschalten. Nach 4 Stunden Unterricht war ich immer froh über die 1,5 Stunden Autofahrt nach Hause, um den Kopf ein bisschen freizubekommen.