Wie sehr wir alle indoktriniert sind, zeigt sich, finde ich, am deutlichsten in der Tatsache, dass dieser Planet (und dieses Land) genug produziert, um alle Menschen darauf (darin) mit Lebensmitteln, Wohnraum, Kleidung, Gesundheitsversorgung und Erziehung zu versorgen, aber wir einen solchen Zustand nicht erreichen *wollen*, weil es hieße, dass einige etwas abgeben müssten.

Und das nennen wir dann "Freiheit".

@mina

jop, je nach studie würde die erde genug und nachhaltig resourcen produzieren um 12-15 milliarden menschen problemlos zu versorgen

@pmj

Das ist der Punkt. Für die 8 Mrd. aktuell reicht es aus jeden Fall.

@mina
Ja. Aber:Was bedeutet reichen denn?

Die Mehrzahl der Menschheit hat kein Auto, keinen Kühlschrank, weniger Zugang zur medizinischer Versorgung, weniger Wohnfläche und überhaupt viel weniger Kram, den wir brauchen um Wirtschaftswachstum am Laufen zu halten.
Ich denke, wir alle, die wir hier lesen und schreiben, gehören mit zu den privilegiertesten 10% der Weltbevölkerung.
Ich persönlich möchte wenig abgeben solange ich das Gefühl habe dass das privilegierteste Promille gepampert wird.

@solarplexus

Das ist eine gute Frage.

In jedem Fall stehen den reichsten 100.000 Menschen (ca. 0,001 % der Weltbevölkerung, von denen die "Ärmsten" mehr als 50 Mio besitzen) aktuell ca. 3 X so viel finanzielle Ressourcen zur Verfügung wie der Hälfte der Weltbevölkerung.

Das ist absurd.

Auch in Deutschland besitzt eine Handvoll Familien mehr als über die Hälfte der Bevölkerung.

@mina

Ich denke, es sind zwei Fragen.

Die der Verteilungsgerechtigkeit im Land. Über das reichste 1% der Menschen, die in Deutschland leben, ist kaum etwas bekannt. Die Familie Böhringer aus Ingelheim hat es sogar geschafft, nicht mehr in Statistiken genannt zu werden.

Eigentlich geht es aber um die Weltbevölkerung: Warum kostet mich ein T-Shirt hier so wenig, weil ein Mensch weit weg es für einen Hungerlohn produziert?

@solarplexus

Ich denke, die Verteilungsprobleme auf globaler und nationaler Ebene hängen ganz eng zusammen.

Ein Milliardär in Deutschland und einer Indien oder ein Obdachloser in Deutschland oder in Indien haben jeweils mehr Gemeinsamkeiten miteinander als die jeweiligen Landsleute aus den verschiedenen sozialen Klassen.

Wir in den reichen Ländern profitieren zwar von der Armut in ärmeren Ländern, sind aber trotzdem Ausbeutungsverhältnissen ausgesetzt.

1/2

@solarplexus

Kapitalismus hat große Ähnlichkeit mit dem Patriarchat.

Auch wenn alle Männer gewisse Privilegien teilen, leiden sie auch fast alle darunter.

Diejenigen, die wirklich profitieren sind letztlich nur wenige.

Die Mehrheit der Männer würde von einem Ende der patriarchalen Ordnung profitieren und trotzdem verteidigen sie das System bis aufs Blut.

Auf der gleichen Stufe wie Frauen? Niemals!

Der Wunsch nach Abgrenzung nach unten wiegt schwerer als der gemeinsame Nutzen.

2/2

@mina

Dem ersten Absatz stimme ich zu, dennoch denke ich, dass es lokale oder natioinale Lösungen geben kann.

Der zweite Absatz widerspricht an sich den Argumenten der Dollar-Street. Oder meinst du mit sozialen Klassen eine einkommensunabhängige Größe?

@solarplexus

Natürlich leben wir in Ländern und Gemeinden. Und da gibt es keine "passend für alle" Lösung.

Ja. Ich denke, soziale Klassen lassen sich länderübergreifend nicht unbedingt an absoluten Dollarzahlen festmachen.