Alexander Kluge ist gestorben. Der Name war Programm. Lange vor Podcasts war Alexander Kluge Praktiker und Theoretiker der Oralität. Zitate etwa von Marx waren deshalb oft eher oral history als belegbar. Dieses Verfahren hat jedoch Räume geöffnet – auch für den oft unterschätzten Helge Schneider. Er wird fehlen: Zuammen mit Oskar Negt nahm er Habermas' Ball auf und formulierte 1972 eine Kritik, die nicht aktueller sein könnte: »Dem mangelnden bürgerlichen Interesse an substantieller, lebendiger Öffentlichkeit entspricht ein erhebliches Bedürfnis nach einer Öffentlichkeit, die eine gesamtgesellschaftliche Synthese darstellen soll. Es ist das Bedürfnis nach Identität, nach Darstellung der Gesellschaft als Ganzer, als ›Gemeinschaft‹.«

@ingo

ich hab eben bei imdb nachgeschaut und gestehe:
ich kenne NICHTS von dem

@virgil_tibbs Von den Filmen?
@virgil_tibbs Ich glaube viele Sachen haben einen Zeitkern und gerieten deshalb schnell in Vergessenheit. Da muss man schon sehr interessiert sein oder die Zeit erlebt haben. Seine Radiosachen und auch die Texte sind etwas anders, denke ich.
@virgil_tibbs Mit den Filmen ist es ein bisschen wie mit Straub-Huillet: Bis in die 70er durchgehend diskutiert & als bedeutend empfunden, dann kaum noch irgendwo gezeigt/ausgestrahlt. (Was bei Kluge etwas anders ist, weil er Fernseharbeit gemacht hat, aber dabei eben nicht so sehr «sein Werk» präsentierend.) Sicher auch im Zusammenhang mit dem Abflauen der Studentenrevolte.