Gerade in den Tiefen der königlich-jugoslawischen Parlamentsprotokolle der 1920er drin.

Und über diese Aussagen des Abgeordneten Mihajlo Kujundžić am 14. März 1924 gestolpert:
«Bei uns [Serbien] im Süden treten zwei grosse Übel auf…»
«Das erste ist das Komitee der Makedonier, das weiterhin an seiner alten Idee arbeitet…»
«Das zweite grosse Übel ist die Organisation der Muslime, die #Xhemijet genannt wird…»
«Die Xhemijet arbeitet an der Verteidigung der muslimischen Rechte.»

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«Ich würde wahrscheinlich dasselbe tun, wenn ich an ihrer Stelle wäre…»
«Diese Organisation ist jedoch ein Übel in unserem Staat…»
«Sie arbeiten im Interesse des türkischen Staates…»
«Sie können sich nicht verteidigen, weil sie keine Waffen haben…»

Eine Minderheitenpartei war für den Abgeordneten der sog. Demokratischen Partei ein «Übel», weil sie für Menschenrechte einstand. Obschon er «dasselbe tun» würde?

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Wir sehen hier, wie widersprüchlich #Nationalismus und staatliche #Loyalität zuweilen sein können.

Letztlich wurden die Xhemijet-Abgeordneten von ihm diffamiert und als «türkische» Agenten bezeichnet. Womit sich Kujundžić auf der grossserbischen Linie war. Schockierend ist, wie er impliziert, dass die Muslime (= Albaner) «keine Waffen» hätten und wohl deswegen Freiwild wären?

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