Haken wir das mal eben ab, ja? Danke.
1
#selfpublishing #autorinnenleben #KDPSelect #tolinomedia #tantiemen
Kannst ja stattdessen über Geld und Musikerdasein… erm, „Aber Euch macht's doch Spaß!“, wie oft hab ich den Satz zum Thema Gage gehört.
Das geht leider nicht weg.
Naja, sobald man richtig bekannt ist, also ein Star, darf man dann auch davon leben.
Aber so der Nachbar nebenan und so, der nicht. Der ist ja ein normaler Typ. Der soll leiden wie wir alle, also ens Gschäft ganga. Hier im schwäbischen Pietcong kennt man sich aus mit der Freude am Leiden durch Arbeit.
Von Musikern wird obendrein vom Pöbel erwartet, dass sie ihre Werke bei Spotify gratis anbieten (bzw.: Draufzahlen, die Veröffentlichung kostet schließlich). Unter 1000 Plays pro Track und Monat zahlt Spotify für einen Track gar nix aus – das betrifft ca. 80% der Abspielvorgänge auf der Plattform. 80% der gehörten Musik generiert also bei den jeweiligen Künstlern 0,00¢ Einnahmen.
Dieser ökonomische Blödsinn dürfte ein Grund dafür sein, warum bei mir Recording als Dienstleistungsangebot eigentlich nicht mehr abgerufen wird.
Jo, ich denke wenn je ein Hit für mich passieren sollte, was enorm unwahrscheinlich ist, dann wird jemand die Musik von Bandcamp rippen und bei YouTube hochladen mit irgend nem AI Video dazu und ich muss ersma beweisen, dass ich er Urheber bin.
Außer ich verschenke die Musik von vornherein über YouTube und melde ContentID dort an.
Die GEMA vertritt mittlerweile auch Rechte von Nichtmitgliedern und bereitet sich darauf vor, alle in Deutschland ersonnene Musik an KI-Training zu lizenzieren, auch ohne Zustimmung der Urheber … also da wirste auch abgezockt (ich hab schriftlich widersprochen, die Option gibt's noch).
Im Bereich Musik bleiben nur noch Auftritte als schmale Einnahmequelle.
Und halt natürlich so Job-Gigs, also Jazzgedudel beim Dinner und so. Alleinunterhalter läuft auch immer noch.
Letztendlich glaube ich, dass es nur logisch ist. Je mehr ein Beruf in Richtung Zuwendung und Zwischenmenschlichkeit geht, desto schlechter ist er bezahlt.
Und letztendlich ist das für mich Teil der Erfüllung, vor allem live auf der Bühne: Wenn ich Menschen emotional erreiche, ihnen etwas gebe, das sie nur auf diese Weise bekommen können. Das kann im Fall meiner Coverband eben verdauliche Unterhaltung und gute Laune sein, bei der experimentellen Musik alle möglichen Stimmungen, die sich vielleicht nicht direkt beschreiben lassen, die man in Worten nur mit Lyrik transportieren könnte, schwer nur mit Beschreibungen…
Vielleicht ist es bei Büchern nicht anders.
Aber keine Bücher zu schreiben, keine Musik zu machen, und keine Bilder zu malen, das ist eben auch keine Lösung.
…ich kann aber nix dafür, dass andere Leute ihre Tätigkeiten nicht mögen. 🤪
Schuld ist der hemmungslose Kaputtalismus. Im Hauptberuf Solo-Unternehmer in der Veranstaltungstechnik kann ich selber entscheiden, ob ich auch mal ein Gerät mehr zu Job mitnehme, unbezahlt, dafür wird es eben gut. Dann bin ich zufriedener.
Wenn ich die Profitmaximierung im Rücken habe, kann ich das nicht mehr. Und so ist es halt in vielen Jobs.