Ich dachte wirklich, ich bin anonym im Internet, bis ich angefangen habe, daran zu basteln!

Es hat eigentlich ganz harmlos angefangen. So harmlos, dass ich heute nicht mal mehr genau sagen kann, welcher Moment es wirklich war. Vielleicht ein Artikel, den ich irgendwo überlesen habe. Vielleicht dieses leise, nagende Gefühl nach einer Werbeanzeige, die mir viel zu genau gefolgt ist. Jedenfalls hatte ich nie das Gefühl, besonders viel von mir preiszugeben. Ich war nie der Typ für Facebook, habe Google Accounts gemieden, wo es nur ging, und Werbung hat mich schon immer auf eine eigenartig persönliche Weise genervt, als würde jemand ungefragt meinen Teller umräumen.
Also habe ich das gemacht, was wahrscheinlich viele tun, die sich zum ersten Mal ein bisschen ernsthafter mit dem Thema beschäftigen. Ich habe angefangen, Dinge abzuschalten. Tracker blockieren, Cookies einschränken, ein paar Erweiterungen installieren, deren Namen ich erst buchstabieren lernen musste.
Am Anfang fühlt sich das gut an, fast so, als hätte man plötzlich den Schaltplan des ganzen Systems durchschaut. Als wäre man nicht mehr Besucher, sondern jemand, der hinter die Kulissen gegangen ist und jetzt weiß, an welchen Hebeln man drehen muss.
Und dann kommt dieser Gedanke, leise, fast unschuldig, aber mit einer Sogwirkung, die man nicht mehr loswird. Wenn ich das schon mache, wie weit kann ich eigentlich gehen?

Vollständiger Beitrag:
https://writefreely.linuxat.de/h1-style-color-green-ich-dachte-wirklich-ich-bin-anonym-im-internet-bis

#Browser #Privat #Privacy #Privatsphäre #Fingerprint #anonym #linux #OpenSource

Ich dachte wirklich, ich bin anonym im Internet, bis ich angefangen habe, daran...

Es hat eigentlich ganz harmlos angefangen. So harmlos, dass ich heute nicht mal mehr genau sagen kann, welcher Moment es wirklich war. Vielleicht ein Artikel, den ich irgendwo überlesen habe. Vielleicht dieses leise, nagende G...

gnu0os0ta

@gnu0os0ta anonym bist du im Internet sowieso nie. Schon alleine weil dein ISP weiß, wer du bist und welche IP du gerade has. Einmal von sowas wie Freifunk abgesehen.
Daher finde ich den Ansatz third-party-Skripte und Cookies zu blockieren bzw. ersetzen und ansonsten ein möglichst "durchschnittliches" Profil zu haben sinnvoll. Unterschiedliche Email-Adressen sind auf alle Fälle auch sinnvoll.

Vielen Dank, dass du deine Geschichte mit uns teilst. Und deine Gedanken.

@BlackWolf

Ich behaupte, in einer digitalen Welt gibt es keine echte Anonymität. Neu für mich war jedoch, dass ein einzelner Fingerabdruck auffälliger ist als hunderte ähnliche, das war mir neu und hat mich überrascht.

@gnu0os0ta das kann ich nachvollziehen  das ist ja im ersten Moment auch ziemlich kontra-intuitiv...

@gnu0os0ta

Ein einmaliges Browser-Fingerprint bedeutet nicht, daß man zwangsläufig überall eindeutig wiedererkannt wird. #BrowserFingerprinting erfolgt angeblich oft nur partiell, z.B. UA-String, Screensize, Sprachen, Zeitzone, aber nicht immer installierte Fonts, Plugins oder Audio Codecs.

#Torbrowser reduziert bei https://coveryourtracks.eff.org/ von @eff bei mir den Score von "unique among 300k" auf "unique among 50k". Ein Anfang!

sudo apt install torbrowser-launcher

#privacy

Cover Your Tracks

See how trackers view your browser

@debacle @eff
Schönen guten Morgen,
die Aussage stimmt teilweise, ist aber etwas zu harmlos.
Zwar wird Fingerprinting oft nur „leichtgewichtig“ eingesetzt (z. B. User-Agent, Auflösung, Sprache), aber größere Anbieter nutzen deutlich umfangreichere Methoden und kombinieren diese mit anderen Daten wie IP, Cookies oder Logins. Dadurch kann man Nutzer trotzdem recht zuverlässig wiedererkennen.

Zum Tor Browser: Die Verbesserung von „unique among 300k“ auf „50k“ ist sinnvoll, weil man in einer größeren Gruppe ähnlicher Nutzer untergeht. Das bedeutet nicht, dass man eindeutig bleibt, sondern eher das Gegenteil.
Fingerprinting allein ist oft ungenau – in Kombination mit anderen Techniken aber sehr effektiv.