RE: https://podcasts.social/@letztens/116285610273870566

Hat sich damit schon jemand mehr beschäftigt, mit #wedium?

Die Idee klingt ja per se erst Mal gut. Aber dann wieder von Anfang an mitdenken, dass es sich monetarisieren lassen muss und sich deswegen direkt gegen das #Fediverse entschieden? Und ganz bewusst wieder gegen etwas offenes? Das ist doch irgendwie schräg.

Ich habe mich natürlich direkt auf die Warteliste geschrieben, um mich von Anfang an umschauen zu können. Werde gerne berichten.

Was sagt/denkt ihr so?

@eigenstil

Die Idee klingt ja per se erst Mal gut. Aber dann wieder von Anfang an mitdenken, dass es sich monetarisieren lassen muss und sich deswegen direkt gegen das #Fediverse entschieden? Und ganz bewusst wieder gegen etwas offenes? Das ist doch irgendwie schräg.

Die allgemeine Empörung dazu zeigt aus meiner Sicht eher, wie wenig reflektiert die Leute die Geschichte von Socialmedia allgemein im Blick haben.
Als vor einigen Monaten das kommerzielle Threads kam und offen für eine Anbindung ans Fediverse war, blockten sofort ein Großteil aller Fediverse Instanzen Threads weg.
Als eine Bluesky Bridge kam, blockte ein großer Teil aller Fediverse Instanzen sofort die Bridge.
Und jetzt gibt es einen Aufschrei, weil sich eine Plattform gegen eine Anbindung ans Fediverse entscheidet? Offensichtlich war es damals als es um Threads oder heute um Bluesky geht, nur affektive Empörung? Ein System oder eine konsistente Logik scheint ja nicht dahinter gestanden zu haben, wenn man sich die aktuelle Empörung darüber anschaut, dass wedium unabhängig von Fediverse existiert. Ich frage mich auch, wieso jemand auf die Idee gekommen ist, dass überhaupt irgendeine Firma mit einem Nischennetzwerk wie dem Fediverse zusammenarbeiten müsste.

wedium ist monetär ausgerichtet und bindet sich daher nicht ans Fediverse. Soweit, sogut. Nichts besonderes, freie firmenpolitische Entscheidung. Der Aufschrei erinnert mich immer an Kinder, die nicht wollen, dass die Nachbars Kinder in ihrem Buddelkasten spielen.

@fedinaut Danke für die ausführliche Perspektive. Es sollte meinerseits kein Aufschrei sein – ich finde es einfach sehr interessant, wenn hier eine europäische Alternative aufgebaut wird, die möglichst unabhängig funktionieren soll, und dann bewusst der „Draht“ ins Fediverse gar nicht erst gelegt wird. Im Sinne der Reichweite wäre das doch auch einfach schon schlau.

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@fedinaut

Völlig richtig, dass niemand mit dem Fediverse kollaborieren muss. Aber einen Arm in ein schon unabhängiges Netzwerk wäre doch eigentlich schlau aus der Argumentation heraus, dass es „möglichst“ unabhängig sein soll.

Für mich fühlt es sich irgendwie nach verlorenem Potential an, wenngleich wir hier im Fediverse ja im Verhältnis zu den „großen“ da draußen wirklich eine verschwindend kleine Gruppe sind.

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@eigenstil

Völlig richtig, dass niemand mit dem Fediverse kollaborieren muss. Aber einen Arm in ein schon unabhängiges Netzwerk wäre doch eigentlich schlau aus der Argumentation heraus, dass es „möglichst“ unabhängig sein soll.

Das Problem ist, dass Du Unabhängigkeit aus ActivityPub Verständnis definierst und dabei die Protokollunterschiede ignorierst. Mit der Ausnahme der Hubzilla Familie existiert im Fediverse eine ganz klassisch abhängige Identität, d.h. die Identität besteht aus Deinem Nutzernamen und der Instanz, auf der Deine Daten liegen. Wechselst Du Deine Instanz, entsteht eine neue Identität, die Daten bleiben an Deine alte Identität gekoppelt. Darin unterscheidet sich das Fedi nicht von X, Threads etc.
Ein*e ATProto Nutzer*in ist es gewohnt, dass ihre Daten auf einem eigenen Server liegen (PDS) und die Identität transportabel ist. D.h. diese Daten sind unabhängig von Applikation/Instanz und Moderation.
Insofern geht Dein Argument ins Leere.