Auch dort, wo es um Sex geht, sollten Linke weniger liberal sein und eher das gute Leben in den Blick nehmen - das gute Begehren, könnte man sagen. Zu dem gehört, glaube ich, auf jeden Fall eine Vielfalt: Wo einer immer NUR bottom sein will oder immer NUR top, ist das Begehren noch nicht gut.
@larsweisbrod was wäre deine Begründung für den letzten Punkt? So wie du es mal im Podcast erwähnt hattest, in die Richtung Machtbedürfnisse sollten wir im Spiel ausleben und da tut es dann nicht gut wenn man immer nur auf einer Seite steht?
@bambuzel ja. Klingt das irgendwie plausibel? Power bottom wäre vielleicht auch eine Lösung, siehe Podcast-Folge zu WHITE LOTUS
@larsweisbrod Klingt schon im ersten Moment plausibel, bin aber von dem speziellen Punkt trotzdem noch nicht ganz überzeugt. Es sagen ja zB manchmal Mütter, dass sie schon sonst immer so viel Verantwortung haben und dann mal froh sind das im Bett abzugeben. Und auch wenn die das immer macht, also keine Diversität, bin ich mir nicht sicher, ob dass jetzt schlecht für sie ist.
@bambuzel vielleicht ist es eine Formulierungsfrage. „Schlecht für dich“ klingt so als sei etwas schädlich, aber wenn man mit dem guten Leben argumentiert geht es ja eher darum ob ein Mensch irgendwo hinter seinen vollen Entfaltungsmöglichkeiten zurückbleibt
@larsweisbrod Da merke ich, dass ich vielleicht doch Liberaler bin? Ich würde sagen jeder hat politisch, moralisch das Recht sein Potential nicht auszuschöpfen und man kann dann höchstens quasi als guter Freund aufmunternd zureden. Nur wenn die eigenen Präferenzen für andere schädlich - vielleicht auch im Sinne von Potentiallimitierung - sind sollte man versuchen dem Grenzen zu setzen (und sie nicht als Gott gegeben akzeptieren), hätte ich gesagt
@bambuzel ja da stimme ich auch zu wenn du damit meinst dass der leviathan sich möglichst wenig in Fragen des guten Lebens einmischen sollte - aber was ist mit dem öffentlichen Diskurs, kann man nicht in dem wieder mehr um solche Fragen ringen?
@larsweisbrod Der Leviathan und eine Moral, ja. Interessant! Das hätte ich jetzt tatsächlich erst Mal nicht in dem Zuständigkeitsbereich des von einer Linken ausgehenden öffentlichen Diskurses gesehen 🤔 aber das ist ja vmtl genau was du meinst. Wobei ich noch ein bisschen darüber nachdenken muss, was es dann heißt links zu sein in diesem Diskurs (und wieso man dann eben diese Linke Stimme braucht)