Mir wird zunehmend körperlich übel (literally) angesichts #DePol - besonders beim neuesten Klopper, der uns uns und andere dann wohl endgültig #Armutsbetroffen macht. Ernsthaft, als ich das gelesen hab, ist mir eben kurz schwarz vor Augen geworden (passenderweise)...
https://www.tagesspiegel.de/politik/mehr-belastung-fur-familien-ende-der-kostenlosen-mitversicherung-im-gesprach-15389327.html

#Familienversicherung

Mehr Belastung für Familien: Ende der kostenlosen Mitversicherung im Gespräch

Die Krankenkassen stecken im Defizit – nun prüft die Regierung eine weitreichende Reform. Laut einem Zeitungsbericht gibt es Gespräche, die kostenlose Mitversicherung für Ehepartner abzuschaffen.

Der Tagesspiegel
@Isabelle_Vannier Ja, die Partner*innen, die Care Arbeit zu Hause machen, kein Einkommen haben, sollen dann noch GKV Beiträge zahlen? Auch wenn das die Minimalbeiträge mit etwas über 200 Euro / Monat sind.
Wo sollen Familien mit wenig Einkommen das Geld hernehmen? Da ist doch ´bereits jeder einzelne Cent verplant! Hunderte Euro zusätzlich - das geht einfach nicht.
@energisch_ @Isabelle_Vannier Nö, man hat dann einfach Zustände wie in den USA, wo große Teile der Bevölkerung keine Krankenversicherung haben und es nicht wagen, bei Krankheit zum Arzt zu gehen. Und das würde die CDU sehr glücklich machen.
@Newstrujew @energisch_ @Isabelle_Vannier nein, schlimmer: schon seit 2007 kann die Krankenkasse in Deutschland nicht mehr abgewählt werden, es gilt eine Versicherungspflicht. Und so lange alte Rückstände offen sind, ist man trotzdem nur "eingeschränkt krankenversichert", das deckt also wirklich nur Notfälle ab.
@hannes99
This. Meine Mutter zB war mal kurzzeitig unfreiwillig aus dem System gefallen, als nach dem Tod meines Vaters das Beerdigungsunternehmen verschlampt hat, für sie die Witwenrente zu beantragen (gehört eigentl zu deren Service), und sie 3 Monate unfreiwillig nicht krankenversichert war (vorher Familienversicherung, keine eigenen Einkünfte). Wegen der Versicherungspflicht musste sie die KV-Pflichtbeiträge für diese 3 Monate später in einem Rutsch zurückzahlen😓
@Newstrujew @energisch_
@Isabelle_Vannier @hannes99 @Newstrujew @energisch_
Es ist alles so dermaßen anstrengend. Sie wollen alles Soziale zurück fahren, damit wir auf Gedeih und Verderb dem Kapitalismus geopfert werden können.

@sinchens_ und gleichzeitig hat Deutschland mit die höchsten Krankenversicherungskosten, bei gleichzeitigem Zurückfahren der Leistungen. Das ist sicher auch auf so einige schwarze Löcher (siehe Abrechnungs-Betrugsskandale bei Ärzten und Apothekern) und besonders hohe Medikamentenpreise (die anderswo in 🇪🇺 weniger kosten) zurückzuführen. Vielleicht auch auf die Doppelstrukturen der vielen Krankenkassen bei mittlerweile ohnehin einheitlichem Beitragssatz.

@Isabelle_Vannier @Newstrujew @energisch_

@hannes99 Ich gehe stark davon aus, dass Betrug bei Abrechnungen nicht ins Gewicht fällt. Bei den Kosten der Krankenversicherungen dürfte der Faktor Personalkosten auf allen Ebenen der wichtigste sein - dementsprechend schlecht zu vergleichen mit Ländern, wo das allgemeine Lohnniveau niedriger ist. Natürlich kostet es auch, zig Krankenkassen zu haben - ob aber ein staatlich verordnetes Monopol besser wäre, muss gut überlegt sein.

@sinchens_ @Isabelle_Vannier @energisch_

@Newstrujew aber ja, ich gehe auch davon aus, dass das deutsche System besonders korrupt ist, gerade auch weil deutsche Medien Korruption weniger stark thematisieren/aufarbeiten, als das die Medien vieler anderer Länder tun. Schon lange. Nur deshalb schlagen wir uns im Korruptionswahrnehmungsindex vergleichsweise gut.

Untenstehend noch etwas zu den Medikamentenpreisen. Und dann wären da speziell in Deutschland noch die Globuli/Homöopathie!

@sinchens_ @Isabelle_Vannier @energisch_

@hannes99 Die Grafik ist für einen Vergleich ungeeignet. Es fängt schon damit an, dass es Gesamtausgaben sind - also nicht pro Person beispielsweise. Das erklärt den Unterschied zwischen Deutschland und Frankreich schon fast komplett.

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass hier noch viele andere verfälschende Faktoren hinzukommen. Dass Dänen fast fünfmal weniger für Medikamente zahlen, halte ich beispielsweise für ziemlich unwahrscheinlich. Eine Frage wäre: sind hier Ausgaben der Krankenhäuser auch einbezogen und falls ja - für alle Länder? Krankenhäuser müssen oft sehr viel teurere Medikamente beschaffen als das, was Privatpersonen in der Apotheke holen. Aber Krankenhausleistungen werden oft pauschal abgerechnet.

Die Überschrift lautet "Arzneimittelausgaben gesetzlicher Krankenkassen" - die aufgelisteten Länder haben aber kaum vergleichbare Systeme gesetzlicher Krankenversicherung.

@sinchens_ @Isabelle_Vannier @energisch_

@Newstrujew klar, Krankenhäuser gibt es in anderen Ländern nicht 😉

@sinchens_ @Isabelle_Vannier @energisch_

@hannes99 Krankenhäuser gibt es überall, aber Abrechnung funktioniert überall unterschiedlich. Entsprechend ist auch der Teil der Ausgaben unterschiedlich, der in die Statistik einfließt. 🙄

@Newstrujew ach was? Und deswegen unterstellst du den Erstellern der Grafik einfach mal pauschal, nicht in der Lage zu sein, das entsprechend zu berücksichtigen? 🙄

*block*

@[email protected] Nein, ich unterstelle nicht, dass die Ersteller dieser Grafik die unterschiedlichen Abrechnungssysteme nicht berücksichtigt haben - sie *haben* sie schlicht nicht berücksichtigt. Eine Statistik, die für Vergleichbarkeit erstellt wurde, macht ungleich mehr Aufwand, und sie würde definitiv nicht die Gesamtausgaben abbilden, sondern irgendetwas auf Personenzahl bezogenes. Das ist keine solche Grafik.