"Wenn man sagt: Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung, dann sagt man: Wir vermuten erst einmal, dass er unschuldig ist, bis uns das Gegenteil juristisch bewiesen wurde. Was aber auch bedeutet: Wir vermuten dadurch zwangsläufig erst einmal, dass Collien Fernandes der Falschbehauptung schuldig ist, bis uns das Gegenteil bewiesen worden ist. Unschuldsvermutung? Gern, aber bitte nur für den Mann, ne?"

Aufgeschrieben von @lavievagabonde

https://steady.page/de/schreibers-einmischungen/posts/eaeea883-5d3e-42c3-a523-2124632fd8da

#FeministFightClub

Die Schuldvermutung.

Wie wir mit Männern leben sollen.

Steady

@coba @lavievagabonde
Ich denke, es muss noch einen anderen Weg geben, damit umzugehen. Es muss für uns als Gesellschaft möglich sein, grundsätzlich dem Opfer zu glauben und trotzdem an dem hohen Gut der Unschuldsvermutung beim mutmaßlichen Täter festzuhalten.

Rechtfertigen die vielleicht 99,99% richtigen Aussagen gegen männliche Täter, dass wir in 0,01% auch mal falsch liegen?

Du kommst aus einen Landesverband, der damit letztes Jahr Erfahrung gemacht hat.

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@coba @lavievagabonde
Was waren am Ende die Learnings aus dem Fall Stefan Gelbhaar? Die Partei hat Fehler im Umgang mit den Beteiligten eingeräumt.

Wie schaffen wir das in zukünftigen Fällen besser, beides zu vereinen: dem Opfer wirklich zu helfen und den mutmaßlichen Täter nicht gleich unter den Bus zu werfen?

@utrenkner

"Grenzüberschreitendes Verhalten, das im Empfinden der Betroffenen liegt, ist keine Kategorie, die das Strafrecht kennt. Allerdings hat sich die Gesellschaft längst darauf geeinigt, dass Annäherungen, die nicht einvernehmlich, sondern einseitig sind, gerade in Macht- oder Abhängigkeitsverhältnissen nicht passieren dürfen – auch wenn sie nicht in den Bereich des Strafrechts fallen."

sueddeutsche.de vom 12.03.2025, 15:35:00
Chronologie eines Grenzfalls

@utrenkner leider ist gerade der Fall ein Beispiel dafür, wenn mit Klagen verhindert wird, dass Frauen sich trauen zu sagen was passiert ist.

Viele Menschen haben nach den ersten Meldungen darüber, dass wohl 1 Aussage gelogen war, gar nicht mehr zugehört.

Dass es noch andere gab. Dass es schon früher Verfahren gab. Dass es jetzt immer noch Betroffene gibt, die nun halt schweigen aus Angst vor Prozesskosten.

@utrenkner und die möglichen zukünftigen mutmaßlichen Täter bekommen nun Workshops in "Kritische Männlichkeit" .

Weil die beste Prävention ist, als Mann seine Machtverhältnisse und seine Privilegien im Patriachat zu reflektieren.

-- Ich bin überzeugt, jedes wirklich nur 1mal passierte Missverständnis kann mit Entschuldigen aus dem Weg geräumt werden.

In diesem Fall und auch in anderen geht es gerade um viel mehr.