Die Radiodays Europe in Riga gehen weiter, Europas wichtigste Konferenz für Radiomacher:innen. #rde26
💈 Das hier sind meine Notizen von Tag zwei.
1️⃣ Noch eine Kollegin, die klar sagt: Wenn wir ausschließlich datengetrieben arbeiten, sehen wir nicht das ganze Bild - weil in den Daten nie wirklich alles abgebildet ist. Emma Conneely ist Head of Metadata bei der BBC und wirbt - so wie am ersten Tag schon Despina Kritikou - dafür, menschliche Einschätzungen mit in die Daten aufzunehmen. Damit verbessert sie die Empfehlungsalgorithmen in BBC Sounds.
Ein Beispiel für ein menschlich festgelegtes Kriterium fand ich eindrücklich: Menschen, die nur Krimis mögen, die am Ende wirklich jede Frage beantworten, sollten vielleicht keine Krimis empfohlen werden, die offen enden. So lässt sich Enttäuschung bei der User Journey vermeiden.
2️⃣ Ich stelle in den Diskussionen auf den Radiodays Europe fest, wie sich Menschen, die datengetrieben arbeiten, schwer mit diesem Gedanken tun - weil sie ihren Redaktionen die alten Pi-mal-Daumen-Zeiten ja eigentlich austreiben möchten. Aber wie immer ist es wichtig, auch über die Grenzen der eigenen Herangehensweisen nachzudenken.
3️⃣ Henriette Engbersen von der SRG hat über die Halbierungsinitiative für die Radio- und Fernsehabgabe in der Schweiz gesprochen: "Wir haben sie nicht gewonnen, indem wir damit geworben haben, wie viel Content die Leute bekommen. Sondern damit, wie wichtig wir für die Demokratie sind. Und damit, was passiert, wenn wir nicht da sind."