Die SPD ist so intensiv damit beschäftigt, nicht die Grünen und nicht die Linke sein zu wollen, dass sie es nicht wirklich schafft, nicht die CxU zu sein. 🤷♂️
@sixtus „Tatsächlich fiel der Liberalismus seinen eigenen, immanenten und seit Langem existierenden Widersprüchen zum Opfer: der intrinsischen Spannung zwischen wirtschaftlichem und politischem Liberalismus, zwischen bürgerlichem Kapitalismus und Massendemokratie. Mit anderen Worten: Seine Werte waren von vornherein widersprüchlich und überlebten in destillierter Form. Der politische Liberalismus rückte nach links, die ökonomischen, bürgerlichen Werte nach rechts. (1/5)
So wurde der politische Liberalismus von der Sozialdemokratie in einem Ausmaß absorbiert, dass diese liberaler auftrat als die politischen Liberalen. Der Historiker Albert Lindemann, selbst kein Sozialist, bekräftigt: »Zu Beginn des frühen 20. (2/5)
Jahrhunderts erwiesen sich die Sozialisten als konsequentere und unerschütterlichere Verfechter vieler als liberal geltender Werte (freier und rationaler Diskurs, Toleranz, Verteidigung der bürgerlichen Freiheiten, internationale Kooperation) als die Liberalen selbst.« (3/5)
Auf der anderen Seite eigneten sich die Konservativen große Teile des ökonomischen Erbes des klassischen Liberalismus an […] hinsichtlich der Verteidigung der Interessen der Ober- und Mittelklasse gegenüber den arbeitenden Massen - und nahmen dabei liberalere Positionen ein als die Liberalen selbst […].“ (4/5)
Ishay Landa zum Niedergang liberaler Parteien in der Zwischenkriegszeit in „Der Lehrling und sein Meister“. Und da kann man sich jetzt Fragen: Wozu noch SPD, wenn sie selbst und ohne Not den politischen Liberalismus aufgegeben hat? (5/5)