Achtung, jetzt kommt ein Toot mit gefährlichem Halbwissen.

Ich hatte gerade ein paar Bücher im Kopf, die ich prinzipiell gerne einmal (manchmal: wieder) lesen würde. Ohne sie deswegen gleich kaufen zu müssen. Eventuell auch als Hörbuch. Und weil ich Amazon kein Geld geben möchte, dachte ich mir, ich schau mal in der Onleihe vorbei.

Aber ich muss sagen, das Angebot dort ist schon... etwas schwierig. Das, was mich interessiert hätte, gibt es dort pauschal nicht. Wenn ich ein bisschen über meinen Tellerrand hinausschaue kann ich für alles, was mich dann noch interessieren würde, nur Vormerker setzen.

Eigentlich fände ich es ganz cool, würden wir etwas mehr in unsere eigenen Bibliotheken und deren digitale Services investieren. Keine Ahnung, ob uns das digital unabhängiger machen würde von Jeff Bezos und Konsorten. Aber ich gebe mein Geld lieber einer Bücherei in Deutschland als einem Oligarchen in den USA.

Mehr Investment in Buchhandlungen und digitale Ausleihdienste.

Stattdessen haben wir Debatten, weil unser irrlichternder Kulturstaatsminister findet dass bestimmte Buchhandlungen seinem Weltbild nicht entsprechen und deshalb öffentlichkeitswirksam an den Pranger gestellt werden müssen.

Wobei mich das irgendwie auch zu der Frage verleitet, ob es rechtsradikale und faschistische Buchhandlungen gibt? Der Rechtsextremismus kennt zwar auch Vordenker, aber darin erschöpft sich das kognitive Vermögen dieser Geisteshaltung im Regelfall auch. Zum Hinterherlaufen braucht man ja üblicherweise keine wortreiche Anleitung. 🤔

Ich habe übrigens tatsächlich Schwierigkeiten mir vorzustellen wie eine linksextremistische Buchhandlung aussehen soll. Was macht eine Buchhandlung aus, dass sie so schlimm ist dass sie vermeintlich verfassungsfeindlich sein soll?

Die Beschreibungen, die ich beispielsweise von einer der betroffenen Buchhandlungen in Berlin gehört habe, klang für mich jetzt eher nach einer völlig durchschnittlichen Buchhandlung mit zusätzlich noch etwas sozialem Engagement.

Und der "Kulturstaatsminister" sieht sich ja auch nicht genötigt, genauer darauf einzugehen was ihn gestört haben könnte.

Da bleibt eigentlich ja nur, sich die markierten Buchhandlungen irgendwann einmal persönlich zu beschauen um zu sehen, was so schlimm daran ist. Und idealerweise auch gleich ein paar Bücher zu kaufen, wenn man schon dort ist.

Ein bisschen abseits der politischen Polemik - wenn eine Buchhandlung eine #LGBT-Abteilung hat, steigt tatsächlich die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir dort Bücher kaufe.

In Waterstones in London hab ich deswegen schon einige Schmöker eingepackt, die ich anschließend als schwere Last im Koffer in die Schweiz ausfliegen musste. Ich bedauere, dass der Laden nicht mehr ins Ausland liefert.

Und sehr empfehlen kann ich auch den #Hugendubel in München am Stachus, der hat auch eine feine LGBT-Ecke. Direkt neben allem anderen, was ich geil finde, also Fantasy und Marvel und sowas.