Ein Social-Media-Verbot für Jugendliche klingt erstmal harmlos. Tatsächlich bedeutet es aber vor allem eines: Altersverifikation. Und damit die Pflicht, sich im Netz immer öfter auszuweisen. Wer heute »nur« das Alter prüfen will, schafft morgen die Infrastruktur für Klarnamenpflicht und Identitätszwang. Ist die Technik erstmal da, wird ihr Einsatz schrittweise ausgeweitet. Genau deshalb sollte man hier nicht naiv sein.

#Jugendschutz #Altersverifikation #Klarnamenpflicht #DigitaleSelbstbestimmung

/kuk

@kuketzblog Es würde aber auch bedeuten „Liebe Eltern, übernehmt Verantwortung!“.
@bsm @kuketzblog Tun sie ja eben nicht! Wenn die Eltern Verantwortung übernehmen würden, dann gäbe es gar kein Problem. Internet ab 18 und für u18 nur gefiltertes Internet, falls überhaupt. Unter Aufsicht der Eltern oder in der Schule könnte man natürlich Internet gewähren. Dann muss insbesondere in den Schulen aber die Aufsicht besser klappen oder auch nur gefiltertes Internet.

@oliver
Was ist denn gefiltertes Internet?
Frag für ne Freundin.

@kuketzblog @bsm

@PhoebeEule @oliver @kuketzblog Du kannst den DNS (domain name server) mit Filtern austatten, sodass entsprechende Adress-Anfragen (aus- oder eingehend) nicht aufgelöst werden und so z.B. die Adresse "instagram.com" nicht angezeigt werden kann.

Das wird gemacht sowohl als Schutz vor Spam, Werbung, etc. wie auch um das Internet zu zensieren (z.B. per staatliche Kontrolle über staatliche Internet-Anbieter).

@bsm
Dann geb ich einfach die IPv4 ein und brauche kein DNS.
Ich kann auch einfach einen DNS nutzen, der nicht filtert.
Oder ich baue mir selbst einen DNS.

@oliver @kuketzblog

@PhoebeEule @oliver @kuketzblog Als Client in einem Netzwerk musst du dann aber den Router umgehen. Heisst, dich mit einem VPN auf einen Netzpunkt einklinken, der ausserhalb deines Netzwerkes existiert.
Das funktioniert aber nur, wenn dein Netzwerk alle Ports zulässt, auch z.B. Port 1080, der häufig für OpenVPN genutzt wird.

@bsm
Warum sollte ich den Router umgehen müssen?

@oliver @kuketzblog

@PhoebeEule @oliver @kuketzblog Wenn du nicht selbst Admin des Routers bist, kannst du den gefilterten DNS (der jeweils im Router definiert ist) nicht umgehen. So bleibt nur die Variante VPN, sofern alle Ports vom Router offen sind.

@bsm
Doch kann ich. Was ist an der Aussage, wenn ich die IPv4 nutze brauche ich kein DNS unklar?
Und ich kann die Domain Namen auch in einer eigenen Liste auf dem Rechner auflösen.

@oliver @kuketzblog

@PhoebeEule Ja, alles klar. Sorry, habe das "IPv4" im vorangegangenen Post überlesen.
Der Internetanbieter kann dann aber immer noch IPs sperren, oder? Das kann soweit gehen, dass du dich ja nicht einmal mehr auf ein VPN einwählen kannst (Nordkorea lässt grüssen).

Technische Rückfrage: wie hältst du die DNS-List für die lokale Auflösung aktuell?

@bsm
IPs sperren ist ungleich aufwendiger als DNS Filter.
China und damit wohl auch Nordkorea nutzen technisch noch aufwendigere Firewalls, die gehen über IP und DNS Sperren hinaus.
Aber tiefer in den Details bin ich da auch nicht drin.