Aufforstung an der falschen Stelle kann das Klima erwärmen statt abkühlen.
#LandUse @mfi
https://www.tagesschau.de/wissen/klima/studie-aufforstung-100.html
Wo Wälder die Erde kühlen - und wo nicht

Wälder binden CO2. Aufforstung ist deshalb wichtig im Kampf gegen die Erderwärmung. Eine Studie zeigt jedoch: Nur am strategisch richtigen Standort funktionieren Wälder zusätzlich als Klimaanlagen.

tagesschau.de

@bbuehrlen @mfi
@klimagarten

"Wäldern in nördlichen Breiten, etwa in Alaska oder Sibirien, erwärmen ihre Umgebung dagegen potenziell, was ihrem positiven Effekt als CO2-Speicher entgegenwirkt und ihn sogar aufheben kann."

Also zu diesem Absatz hätt ich mir jetzt deutlich mehr Erklärung der physikalisch-chemischen Effekte gewünscht, um zu verstehen, warum das passiert. Es liegt ja nicht überall im Norden weißer Schnee, so dass die dunklen Bäume plötzlich die Umgebung aufheizen. 1/

@bbuehrlen @mfi @klimagarten

Und es ist auch nicht jeder Wald im Norden so am Absterben, dass er durch die Verrottung von Totholz, etc. mehr CO2 abgibt als aufnimmt. Und selbst wenn ein Wald die Umgebung lokal erst mal stärker erwärmt, heißt auch das nicht, dass er automatisch aufhört, CO2 aufzunehmen. Das ist ja Teil der Lebenserhaltung eines Baums, das "einzuatmen" und in Masse umzuwandeln.

Ich will das verstehen, weil ich sehr aktiv Gehölze "im Norden" pflanze. Wer kann's mir erklären? 2/2

@levampyre @bbuehrlen @mfi In Sibirien lebt ein Forscher, der der Katastrophe Großsäuger entgegen setzen will, die verhindern, dass in der Tundra Wälder entstehen können. Weil Wälder die Reflexion des Schnees vermindern. Seine Hoffnung sind Mammuts ... Vorerst hat er wohl erst mal Bisons ausgewildert. Und ja, das Thema ist wahrscheinlich noch viel diffiziler, als wir uns das immer so denken. Siehe auch Lars Fischer mit seinem Beitrag zur Chemie des Treibhauseffekts.

@klimagarten Siehst du, die Sache mit dem Schnee und der lokalen Erwärmung leuchtet mir erst mal grundlegend ein. Dass durch lokale Erwärmung auftauender Permafrost wegen einsetzender Rotte CO2 & Methan freisetzt, auch. Aber warum das dazu führen soll, dass gesunde Bäume im Norden kein CO2 mehr aufnehmen sollen und ob das erst mal nur für Permafrost-Gebiete überhaupt eine relevante Problematik ist oder auch für meinen Hinterhof in Südbrandenburg, das wüßte ich gern.

@bbuehrlen @mfi

@levampyre @bbuehrlen @mfi Klar werden sie CO2 aufnehmen, sonst würden sie nicht wachsen. Aber ich denke auch, dass der gleiche Same in südlicheren Gegenden mehr CO2 aus der Luft ziehen könnte. Vermutlich zigmal so viel. Der Sibirier ist ja grade auf Permafrostboden aktiv, weil er fürchtet, dass mangels Schnee dann doch irgendwann die Wärme in den Boden dringt. Was die Lausitz betrifft ... so hab ich da inzwischen erfolgreich Bitterzitronen geerntet und Bananenknospen in die Pfanne gehauen. Wir werden es lernen müssen, uns in der Hölle einzurichten.

@klimagarten Jaja, ich setz auch auf Artenvielfalt, damit die Chancen besser stehen, dass überhaupt etwas überlebt. Aber ich muß auch nach wie vor im Winter meine jungen Walnüsse und Esskastanien einpacken. Diesen Winter hatten wir 3+ Wochen durchgehend Temperaturen unter -15°. Da braucht man schon extrem frostfeste Zitrusgegölze oder eben einen temporären Wintergarten.

@bbuehrlen @mfi

@levampyre @bbuehrlen @mfi Es wird ja noch mal komplizierter, wenn (hoffentlich nicht) der Golfstrom zum erliegen kommt. Dann haben wir im Sommer die brüllende Hitze und im Winter noch etwas mehr Frost als damals zur kleinen Eiszeit. Wer das überleben soll, ist mir noch schleierhaft. Vor allem, was wir an Gehölzen jetzt pflanzen sollen. Die Planbarkeit ist vollkommen fragil geworden. Mir schwant, dass sich dann unsere Technikfreaks hemmungslos aus der Büchse der Pandorra bedienen werden und gentechnische Monster los lassen.
@levampyre @bbuehrlen @mfi Minus 15 geht ja noch. Ich hab in Cottbus schon härtere Winter erlebt. Aber -15 über drei Wochen ist schon mal wieder ein ordentliches Kontinentalklima. Meine Palmen stehen jetzt in Hamburg, da hats nur eine Nacht mal -13,6 an der kältesten Stelle gehabt. Das halten die Bananen und Palmen locker mit etwas Schutz aus.
@klimagarten Das war nicht die Tiefsttemperatur, aber halt konstant unter -15° C ist halt schon etwas, was ich aus Berlin nicht kannte, zumindest nicht aus meiner Teenager & Erwachsenenteit dort. (Ich erinnere mich an einen Winter in meiner Kindheit, wo der Schnee höher war als ich.)
@klimagarten @levampyre @bbuehrlen @mfi
Interessanter Ansatz - wobei Großsäuger wohl auch für eine baumbestandene Graslandschaft sorgen die in der Lage ist, CO2 zu speichern. Ebenso sind diese Säuget für eine Verbesserung der Biodiversität wichtig, d.h. Mammuts, Bisons etc, auch Kühe gehören dazu. Eine extrnsive Viehwirtschaft kann also klimaförderlich sein.
Weltspiegel: Russland: Klimaforscher zwischen Mammuts und Methangas - hier anschauen

Sie forschen bei minus 27 Grad, zwei Wissenschaftler aus Sibirien untersuchen den Permafrostboden: Sie glauben, dass das Schicksal der sibirischen Tundra und Taiga der Schlüssel ist, um die globale Erderwärmung zu erklären.

@flyIng Habe ich auch schon Theorien zu gehört, bisher allerdings nicht in Zusammenhang mit Frost- und Permafrostgebieten. Allerdings kommt es wohl sehr stark darauf an, wie du die Tiere "hältst". Heißt, wie Kühe auf der Weide das ganze Jahr über auf denselben 3qm bis das Gras nicht nur bis zur Narbe abgefressen ist, sondern quasi ein zertrampelter Scheiße-Sumpf entstanden ist, ist der falsche Ansatz. Die müssen in kleinen Herden weitläufig umherziehen können.

@klimagarten

@flyIng Spannend fand ich in dem Zusammenhang mal eine Animation des globalen CO2 Ausstoßes im Jahresverlauf, wo man sah, dass auf der Nordhalbkugel im Frühjahr, wenn die Böden tauen und die Äcker gedüngt und umgegraben werden, die großte temporäre CO2-Wolke in der Atmosphäre hängt, die dann im Jahresverlauf von den Regenwäldern, hauptsächlich Amazonas, "weggeatmet" wird.

@klimagarten

@levampyre @flyIng Interessant. Das kannte ich noch nicht. Vielleicht ändert sich das, wenn die Böden nicht mehr so gefrieren und auch nicht mehr gepflügt wird.

@klimagarten Ich denke, das mit dem Pflügen ist der größte Faktor. Dadurch wird auf einmal alles organische Material, das unter geringer Sauerstoffzufuhr im Boden einlagert, um dort langsam von den Destruenten zersetzt zu werden, auf einen Schlag mit Sauerstoff in Berührung gebracht und es beginnt eine Fressorgie für die destruierenden Bodenmikroben. Das macht viel verfügbaren Dünger für die Pflanzen, setzt aber eben auch ganz viel CO2 auf einmal frei.

@flyIng

@klimagarten @flyIng

Ich glaube, es war nicht diese Animation. Aber so ähnlich: https://youtu.be/x1SgmFa0r04

NASA | A Year in the Life of Earth's CO2

YouTube