Heino Wolf hält den zweiten Vortrag zur Vegetationskontrolle. Betreiber von Eisenbahnen wie auch Grundstücksbesitzer sind verpflichtet, sicheren Betrieb zu gewährleisten und Gefahren zu beseitigen. Betrifft auch Schäden durch Stolperfallen etc.
Rechtliche Grundlagen: BGB, AEG, EBO, USchadG (Umweltschadensgesetz, Gefärhdungshaftung bei u.a. Anwendung von Pflanzenschutzmitteln), Pflanzenschutzgesetz und Verordnungen, Wasserhaushaltsgesetz Bundes-Bodenschutzges, Naturschutzges, ... (...)
Pflanzenschutzmittel ist nur für Forstbetriebe, Landwirtschaft und Gärtnereien erlaubt. Eisenbahnen dürfen das erst mal nicht! Pflanzenschutzmittel sind Gift, Anwendung ist Gesundheitsschädlich und bei nicht erlaubter Anwendung kann es eine Ordnungswidrigkeit oder sogar eine Straftat sein.
Flächen von Interesse:
- unbefestigte Flächen im Umfeld der Gleisanlagen
- Befestigte Flächen wie Bahnsteige, Gehwege udn Parkplätze
- Bereiche von Gleisanlagen
- Sonderfälle
Notwendigkeit von (...)
Maßnahmen hängen von den Flächeneigenschaften, Nutzungsanforderungen und der Biologie der Pflanzen ab.
Unbefestigte Flächen: grundsätzliche Toleranz von Bewuchs, teilweise erwünscht weil positive Aspekte wie Erosionsschutz oder Biotop. Bahndämme sind sehr artenreiche Biotope!
Ausnahmen nur bei Betriebssicherheit und Gefährdung dritter.
Befestigte Flächen: hier Gefährdung durch Wurzelsprengungen etc. Regelmäßige Vegetationskontrolle nötig, frühzeitiges Eingreifen notwendig um große (...)
Maßnahmen zu vermeiden.
Gleisanlagen inkl Randwege: Vegetation kann Schäden an elektrischen Systemen verursachen, Inspektion verhindern, EInfluss auf Bremsweg und Zugkraft, Sichbeeinflussung, erhöhte Brandgefahren, Stolperfallen. Langfristig Reduktion der Drainagewirkung und Erhöhung der Feuchtigkeit, damit erhöhte Korrosion.
Sonderfälle: Gesundheitsgefährdende Pflanzen wie der Riesen-Bärenklau (führt zu verbrennungsartigen Verletzungen), Beifußblättirges Traubenkraut/Ambrosia (extrem (...)
starker Allergie-Auslöser, im schlimmsten Fall Asthma, mit Pollensaison Juli bis Oktober).
Bekämpfung: baulich, biologisch, mechanisch, chemisch und thermisch/elektrisch.
Biologisch: Brombeere kann man z.B. mit lichtdichter Folie bekämpfen.
Baulich: Wurzelsperren, Einbau von 2 Komponenten Epoxy Harz an Randwegen - kann bei Neubau eingebaut werden
Biologisch: Beweidung, geziehlte Begrünung durch Konkurrenzpflanzen (z.B. Buchen), Lichtentzug durch lichtdichte Folie, Mähen. selektive (...)
Böschungspflege (Wechsel von bearbeiteten und nicht bearbeiten Teilfächern).
Mechanisch: freischneiden, jäten, mähen. Nicht geeignet: Bürsten, Saugen, Lasern.
Chemisch: Nur wenn absolut nötig, dann so wenig wie möglich. Ausnahmeregelung auf jeden Fall erforderlich, unklar wo (bei der für Pflanzenschutz zuständigen Stelle des Bundeslandes). Strikte Beachtung von Restriktionen (Schutzgebiete, Mindestabstände, Schutz Dritter). Sachkundenachweis erforderlich! Ausschließlich zugelassene (...)
Herbizide (Glyphosat (DB verzichtet darauf seit 2023), Pelargonsäure, Bodenherbizide). Persönliche Schutzausrüstung zwingend notwendig!
Andere Methoden: Abflammen und Elektroweeding sind ausprobiert und vielversprechend, Heißschaum, UV Licht, etc sind nicht ausentwickelt oder nicht geeignet. Nur auf Gleisabschnitten ohne geschützte Arten.
Bärenklau: PSA notwendig. Wirksamste Bekämpfung: Abschneiden aller Blütendolden vor Samenreife. Wenn vor Blüte abschneiden, dann treibt sie erneut!. (...)
Wiederholen über mehrere Jahre, da Samen im Boden überleben können.
Traubenkraut: PSA inklusive Atemschutz. Einzelpflanzen inkl. Wurzel ausreißen vor Blühbeginnn. Bei größeren Beständen Mulchen, Kontrolle, Mulchen, ... Entsorgung nur über Restmüll! Im Kompost halten sich die Samen!
Brombeere: Ausbreitung über Samen, oberfächennahe Wurzelausläufer und Triebe. Triebe abschneiden, Wurzeln ausgraben und Lichtentzug wirken.
Noch keine Lösungen für Robinien, Essigbaum und (...)
Götterbaum.
Abschlussbericht "Entwicklung eines Alternativverfahrens zur chem. Vegetationskontrolle auf Bahnanlagen" hat viel Info.
Berufsgenossenschaft Verwaltung VBG ist mit der BG Bahn fusioniert worden und daher jetzt für Museumsbahnen zuständig.
Versicherungsschutz gilt für Beschäftigte. Die Beiträge werden komplett vom Arbeitgeber bezahlt. Beschäftigt sind Personen nach Art, Ort und Dauer dem Unternehmen weisungsgebunden sind (unabhängig von der Rechtsform). Der Mitarbeiter ist mit allen Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit dem Unternehmen sind, versichert, also auch bei den Wegen zur/von der Einsatzstelle. Bei (...)
Buftis etc. sind die Einsatzstellen zuständig, nicht der Staat, also auch Museumsbahnen etc.
Bei Verkehrsunternehmen gibt es Besonderheiten: Ehrenamtler sind Pflichtversichert, wenn sie für Verkehrsunternehmen tätig sind. Abgerechnet wird das über eine Kopfpauschale. Vereinsmitglieder, die eine Funktion im Verein haben, aber nicht im Verkehrsunternehmen tätig sind können auch versichert werden, sind aber im Einzelfall zu klären.
Tätigkeiten außerhalb der Verkehrsunternehmen sind (...)
kompliziert, zB nicht gewerbsmäßige Bauarbeiten. Unfälle auf jeden Fall melden, eine Prüfung durch die BG findet auf jeden Fall statt. Beispiel: wenn in der Vereinssatzung eine gewisse Anzahl von Arbeitsstunden gefordert ist, und während dieser Zeit ein Unfall passiert, ist es nicht über die BG versichert. Wenn der Unfall in zusätzlicher Arbeitszeit stattfindet, ist es aber wieder versichert.
Für den Personenkreis mit Ämtern (Vorsitzende, Schatzmeister, ...) kann ein freiwilliger (...)
Versicherungsschutz zusätzlich abgeschlossen werden.
Tätigkeiten können nicht genau festgelegt werden, versichert sind alle Tätigkeiten im direkten Zusammenhang mit der Arbeit, inlusive Arbeitswege. Der Versicherungsschutz ist an die Person gebunden.
Museumsbahnen die als Schaustellerbetrieb betrieben werden, sind eventuell unter der BG Gaststätten versichert.
Auf der Homepage https://vbg.de: Mitgliedschaft und Versicherungen finden sich weitere Informationen.
Nach der Mittagspause geht es weiter mit den Ergebnissen der Umfrage im VDMT zur Unterstützung der Lobbyarbeit, vorgestellt von Heino Wolf. Ziel war es, Zahlen, Daten und Fakten zu eruieren, wieviele WählerInnen direkt in den Vereinen sitzen, wieviele BesucherInnen wir haben, welche Sachwerte und welche Umsätze wir haben. Gute Rücklaufquote von 33%, die einen repräsentativen Querschnitt der VDMT-Mitglieder darstellt.
Annahmen: Fahrpreis 15€/p, Freizeitäquivalent 100€/p und Fahrt/besuch, (...)
Ausgaben Tagestourismus in der Region zwischen 30€/p (Bamberg, Schwarzwald) und 90€/p und Tag (Dresden), Bewertung des Vermögens nach Versicherungsgrundsätzen.
Der VDMT vertritt 22k Menschen durch die direkte Mitgliedschaft in den Vereinen. Durchschnitt Vereine 185 Personen/Verein. Vereine entsprechen mittleren Unternehmen
Besucherzahlen: 3,95 Mio, 31% Museumsbahnen, 69% Touristikbahnen. Relation: Deutsches Museum 1.5 Mio, Bundesliga 11.6 Mio, Konzerte 70 Mio.
Der VDMT vertritt 7900 (...)
Fahrzeuge, das sind 7% aller Eisenbahnfahrzeuge in DE; 770km Gleise (10% aller NE Gleise), 31.000m² Museumsfläche (Deutsches Museum 68.000m²). Das entspricht 1,5 Milliarden Versicherungswerte, davon 1,2 Millarden bei den Museumsbahnen.
Werterhalt kostet pro Jahr mit vorsichtiger Schätzung 36 Millionen/Jahr, Einnahmen ca 18,5 Mio/Jahr, damit ergibt sich ehrenamtliche Leistungserbringung von 2500 Euro pro aktiven Mitglied und Jahr. Freizeit Äquivalent sind 123 Mio/Jahr, die Ausgaben des (...)
Tagestourismus in den Regionen sind 35 bis 100 Millionen pro Jahr.
Musemumsbahnen sind ein regionaler Wirtschaftsfaktor. Der Werterhalt wird vor allem durch Ehrenamt erbracht, weitsestgehend ohne staatliche Unterstützung.
Wolf-Jobst Siedler vom DEV berichtet über den Neubau eines historischen Lokschuppens in Bruchhausen.
Kleinbahnlokschuppen sind im Wesentlichen eine Industriehalle, die dem Schutz der Dmapfloks als wertvolle technische Ausrüstung dient. Zwei Funktionen: kurzfristige wettergeschützte Abstellung ("Zweckbau"); Instandhaltung und Reparatur ("Technologiezentrum")
Unterstellung der Loks, aber auch Übernachtung von Lok- und Zugpersonal. Die Kleinbahn Hoya Syke Asendorf hatte diese in Syke und (...)
Asendorf, der in Asendorf ist noch erhalten und in Betrieb.
"Technologiezentrum": Arbeitsort der Handwerker der Kleinbahn, hauptsächlich am Betriebsmittelpunkt der Kleinbahn (hier in Hoya). Sehr sparsame Ziegelbauten 1899/1900 (Typisch für Kleinbahnen war der chronische Geldmangel, was auch bei Museumsbahnen erhalten blieb). 1912 wurde der Schuppen erweitert in repräsentativer Architektur.
Im Lokschuppen sind viele Gewerke tätig, was im ländlichen Raum viele neue Arbeitsplätze schaffte (...)
(jenseits der Landwirtschaft).
Als der DEV gegründet wurde, existierte der Lokschuppen in Hoya noch nahezu im Originalzustand, die Originalpläne sind erhalten. Ebenso ist die Maschinenwerkstatt von 1925 auch noch komplett erhalten. In den 1990ern kam der erste Plan, einen Lokschuppen als Ausstellungseinheit zu schaffen. Das Bauwerk in Hoya war aber nicht mehr zu retten und wurde 1999 abgerissen - alle wichtigen Teile wurden vorher eingelagert.
2022/23 wurde das Projekt dann aufgenommen (...)
und ein stark an den alten Lokschuppen in Hoya angelehntes neues Gebäude geplant. Die Visualisierung der Pläne in 3D war wesentlicher Erfolg zum Erklären des Projektes bei Politik und Geldgebern. Baubeginn Ende 23/24. 2025 ging der Innenausbau los, mit Schienenverlegung und Aufbau der Maschinenwerkstatt. Der Innenausbau ist noch nicht ganz abgeschlossen.
Erfolg durch:
- langfristige Planung, Masterplan Bahnhofsensemble seit 1990, gemeinsam mit Politik und Verwaltung erarbeitet
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