„Brauche letzte Preis!” – immer so unspezifisch.

Heute endlich mal erfrischen auf den Punkt: „Ich kann 120€!”.

Möchte jemand aus der #Soziolinguistik mal ein #Textkorpus #KleinanzeigenDE machen?

Meine Hypothese: Es handelt sich dabei nicht restringierten Code, sondern eher um einen Technolekt, eine Art Fachsprache, die auf dem Gebiet der Kleinanzeigistik verwendet wird, unabhängig vom Bildungsstand.

#Linguistik #Kleinanzeigen

@nielso
Das sind doch durchaus innovative Präzisierungen für die Sprachpraxis!

"Brauche letzte Preis" unterstützt mit der artifiziellen Kürzung der grammatikalischen Form die zum Ausdruck gebrachte Eile der Forderung.

Und "Ich kann 120€" wirkt wie ein *tribute* an Jürgen #Habermas, weil es die performative Kapazität eines Kaufaktes sprachlich auffängt und klar zum Ausdruck bringt, dass intersubjektive Handlungen bei 121€ nicht mehr zustande kommen werden.

@mmoledij Oh, du kannst Fremdwörterisch. Bin beeindruckt! @nielso

@exil_inselette @mmoledij

Der hat dem bestimmt schtudiert, ich auch irgendwie so, aber schon zu lange her.

@nielso
@exil_inselette

Damit wird freilich eine nicht zu leugnende Schwachstelle in Habermas' Konzeption deutlich: gerade in der Internetkommunikation verstärkt sich der Eindruck, dass die Möglichkeit der *willkürlichen Abgrenzung* statt der als konsensual unterstellten Wahrheitsbedingungen ein Hauptanlass der Kommunikation ist. Intentionen werden negiert, Verbindungen gekappt, Vernunft verhöhnt.