Das Ehegattensplitting benachteiligt Frauen. Mit einem Antrag ans Finanzamt lässt sich der Effekt abmildern. Das nutzen aber nur sehr wenige Paare. https://taz.de/!6163942
Sexistisches Ehegattensplitting: Nur 0,776 Prozent stellen Antrag auf mehr Augenhöhe

Das Ehegattensplitting benachteiligt Frauen. Mit einem Antrag ans Finanzamt lässt sich der Effekt abmildern. Das nutzen aber nur sehr wenige Paare.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH

@tazgetroete

Hier etwas zu tun, hilft den Paaren nur, wenn die Partner jeweils eigene Konten haben.

Bei meiner Frau und mir ist nur ein Konto vorhanden, wir zahlen alles gemeinsam, dann verbraten wir den Rest nach Lust und Laune, fertig. Wer zahlt Einkauf, Urlaub, Haus? WIR. Wovon? UNSEREM Geld. Wieviel bringt da jeder ein? EGAL, denn es zählt das ganze Leben, da bringt jeder genau ALLES ein, da wird nichts aufgerechnet.

Das geht natürlich nur, wenn die Partner sich auf Augenhöhe befinden..

@kaoliva Gilt das auch für Arbeitslosengeld, konkret auch falls die Ehe grade vorher zerbrechen sollte?

@tazgetroete

@ArneBab @tazgetroete

Arbeitslosengeld ist erstmal wie Gehalt, würde ich sagen, gemeinsames Einkommen.

Wenn die Ehe zerbricht, muss alles auseinander dividiert werden. Wer das nicht ordentlich hinbekommt, sollte sich Hilfe suchen.

Ich hatte die Situation das letzte Mal vor knapp 30 Jahren und zumindest das Thema Konto haben wir damals ohne grossen Streit hinbekommen. Muss zugeben, dass ich das im Bekanntenkreis auch anders erlebt habe.

@kaoliva die Frage ist dabei doch nicht, wie das die Partner sehen, sondern, wie das das Arbeitsamt sieht.

Also wer nach der Scheidung wie viel Geld aufs Konto bekommt, wenn beide Arbeitslos werden.
@tazgetroete

@ArneBab @tazgetroete

Das ist eine spezielle Situation, die auch erst auftritt, wenn das Arbeitsamt kein Arbeitslosengeld sondern "Hartz IV" zahlt.

Ich denke, da ist einiges anders, oder wie man in den USA sagt "Your mileage may vary".

@kaoliva Ist das Arbeitslosengeld nicht auch vom Gehalt der Einzelnen abhängig?

Laut Arbeitsamts-Rechner erhält jemand mit Steuerklasse 5 beim gleichen Bruttoentgelt weniger Arbeitslosengeld:
https://www.pub.arbeitsagentur.de/selbst.php#ergebnisse

Bei 2000 Brutto:

- Steuerklasse 3: 946,80
- Steuerklasse 5: 770,40

@tazgetroete

Selbstberechnung - Eingabe und Ergebnis - www.arbeitsagentur.de

Berechnung Arbeitslosen-Entgeld

@ArneBab @tazgetroete

Woher würde ich das wissen? Aber davon mal ab, das hier hat nichts mit gemeinsamem Konto zu tun, sondern mit Steuerklassen.

@kaoliva das ist ja, worum es im Artikel geht: Problematische Wirkungen von Steuerklassen.

Ich dachte, dass das auch ist, was du meinst.

Denn die Annahme, dass eine Partnerschaft ewig hält, stellt sich in Städten bei jeder zweiten Partnerschaft als falsch heraus.

Und dann hilft es nichts, dass es nur ein Konto gab: Arbeitslosengeld hängt dann trotzdem daran, wer wieviel auf dieses Konto eingezahlt hat.
@tazgetroete

@ArneBab @tazgetroete

Mir geht es eher darum, dass hier einfach eine andere Lösung angepriesen wird, die ehrlich gesagt nicht besser ist, als die bisherige, über die Gesamtbevölkerung betrachtet. Es gibt nunmal auch eine Menge Menschies, bei denen es läuft. 🤷‍♂️

@kaoliva Auch wenn es scheint, als würde alles klappen, bringt Steuerklasse 3/5 Risiken mit sich.

Zum Beispiel weil wer weniger verdient leichter das Gefühl hat, dass sich das eigentlich nicht lohnt.

Glaubst du, dass die Änderung dir schaden würde?
@tazgetroete

@ArneBab @tazgetroete

Die Änderung kann nicht schaden, weil das ganze bei der Einkommensteuererklärung egalisiert wird.

Für uns würde es einfach bedeuten, dass wir dem Finanzamt das vorher erklären müssten, da wir sonst viel mehr Steuern vorauszahlen müssten.

Wir machen's halt einfach schon immer so und das von dir erwähne Risiko ist bei uns nicht gegeben.

@kaoliva Also würde es euch nicht schaden, anderen aber nutzen -- klingt nach einer klaren verbesserung. @tazgetroete

@ArneBab @tazgetroete

Es würde uns "schaden" (das ist überzogen), wenn wir dadurch etwas ändern müssten. Wenn es so bleibt wie es ist, müssten andere etwas ändern. Die Frage ist, sind wir die Ausnahme oder sind die anderen die Ausnahme? Nimmt es sich nichts?

@kaoliva Der mittlere Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern von 1000€ Euro in BaWü deutet darauf hin, dass ihr eher die Ausnahme seid, denn die 5/3 Regel nudged gerade darauf hin, weil bei steuerpflichtiger Beschäftigung schnell die Frage kommt "lohnt das überhaupt". Denn Monatsgehalt wirkt jeden Monat, Steuer nur jährlich.

@tazgetroete