Stuttgarter Stadtverwaltung erreicht mit 30 Millionen € Investitionen auf 2 Jahre minimal mehr als Stagnation. Das sind etwa 25€ pro Einwohner*in und Jahr. Wenn das voll in Radverkehrsförderung und nicht auch noch parallele Sanierungen geht, wäre das ein guter Wert. Nur warum klappt das nicht?

Ich vermute - korrigiert mich, falls ich falsch liege - das dürfte vor allem daran liegen, dass die mit dem #Radentscheid formulierten Standards zu selten eingehalten werden.
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-verfehlt-ziel-deutlich-30-millionen-euro-in-radverkehr-investiert-anteil-der-radler-stagniert-trotzdem.bd2b197a-b8d9-4d87-ad71-e3037a1324c0.html

Stuttgart verfehlt Ziel deutlich - 30 Millionen Euro in Radverkehr investiert: Anteil der Radler stagniert trotzdem

30 Millionen Euro wurden in den vergangenen zwei Jahren in den Ausbau des Radverkehrs investiert. Trotzdem sind nicht mehr Stuttgarter aufs Zweirad umgestiegen – woran liegt das?

Stuttgarter Nachrichten

Aus dem Artikel geht leider kaum hervor, was die Stadtverwaltung mit dem Geld geschafft hat, ob das Netz verdichtet wurde und falls ja, in welcher Qualität. Kommunikativ gibt es Fortschritte: Stuttgarts Berge werden nicht mehr als Ausrede genutzt.

Auch das man die Stelle der Fahrradbeaiftrgten nun zum Fahrradbotschafter umformuliert und wieder mit so einer fähigen Person wie Marwein besetzen konnte, ist schon ein positives - wenn auch kleines - Zeichen für Fortschrittswillen. Aber…

dass ein Leiter der Abteilung Verkehrsplanung und Stadtgestaltung, der sich immer noch mit soetwas Demokratie ablehnendem zitieren lässt:

„Allerdings dürfe man sich – wenngleich diese wichtig seien – nicht immer nur an politisch formulierten Zielen messen lassen.“

dürfte Teil des Problems sein. An was will er seine Leistung denn sonst messen lassen?
An Verkehrsopfern? Investierte Euros ohne Wirkung? Jahre im Amt trotz andauerndem Widerstand gegen demokratische Beschlüsse?

Eine Verwaltung sollte sich niemals so auf Kriegsfuß mit dem - im Gegensatz zu einem Abteilungsleiter - demokratisch legitimierten Rat stellen und ihn öffentlich zur Irelevanz herabwürdigen. Diese Arroganz von „es ist mir egal, wer im Rat unter mir Beschlüsse fast!“ finde ich demokratisch enorm gefährlich.

Eine Verwaltung sollte sich nie über den Rat stellen und muss die Beschlüsse konstruktiv akzeptieren und angehen und wenn etwas schwer erreichbar erscheint, eine Lösungsfindung fördern. …

Allerdings sind die Ziele der Stadt Stuttgart aus technischer Sicht erreichbar. Sogar ohne komplizierte technische Lösungen. Problematisch dürften eher die Fähigkeiten in der Verwaltung sein, nicht nur planerisch, sondern auch in der Projektierung und Automatisierung.

Ein guter Verwaltungsführung erkennt und benennt diese Probleme und kann daraus Lösungsvorschläge an den Rat formulieren.

@thijs_lucas weil die Radwege auch teilweise mitten drin anfangen und auch wieder aufhören.
@MartinTriker kann dazu eventuell besser was sagen? Ich meide mit dem Rad die Straße.
@thijs_lucas naja, immer nur die gleiche, bestehende HRR1 aufzureißen und teuer irgendwas daran zu "erneuern", von dem man dann nichts wirkliches sieht (außer neuer #Zauberfarbe) überzeugt halt niemand dazu, aufs Rad zu steigen. Erst recht nicht, wenn man nicht an dieser HRR1 wohnt.
@x_tof da wird halt sehr viel mehr gemacht als nur Ertüchtigung für den Radverkehr. Nicht, dass sich eine ansehnliche Straße nicht auch netter radeln ließe, aber dann sollten die Investitionen nicht alleine als Investitionen für Radverkehr verkauft werden, sonst wird zu recht gefragt, warum so viel investiert wird und trotzdem kaum was voran kommt.
@thijs_lucas ständig kriege ich hier zu hören, dass die Stadt ja so grandios die Kaltentaler Auffahrt für den Radverkehr gemacht hat.
Aber wenn man es monetär betrachtet war das ja auch nur eine "billige" Lösung, außer Farbe ist ja auch dort nichts passiert.
Würde mich wirklich auch mal interessierten, wo all das Geld verschwunden ist. 🤷‍♀️

@x_tof ich hoffe, damit schmücken sich Oehler und Pätzold nicht. Die Maßnahmen im Kaltental waren keine der Stadtplanung. Es wurde denn da gemacht? Fahrbahnoberflächen erneuert, dann Flächen von Parkplätzen und Radwege umgewidmet. Ich finde die Maßnahme auch sehr gut, weil konkret einfach und Wirkung dafür recht groß.

Die Oberflächensanierung würde ich allerdings nach dem Verursacherprinzip dem Autoverkehr zurechnen. Förderbedingungen machen das aber eher intransparent.

@x_tof fair wäre dann immerhin zu kommunizieren, dass die Investitionen nicht nur dem Radverkehr zu Gute kommen, sondern auch dem Autoverkehr, dessen Beschädigungen an der Infrastruktur auch aus Fördermitteln für den Radverkehr und nicht rein aus der Stadtkasse beseitigt werden können.