1/ "Die Zahl fehlerhafter Fachartikel steigt. Das liegt weniger an künstlicher Intelligenz als an einem Wissenschaftssystem, das die Publikationsmenge über die Qualität stellt. Ein Umdenken ist nötig." #Wissenschaft #Science #Bildung www.nzz.ch/meinung/wiss...

Studienflut und KI-Müll: Warum...
Studienflut und KI-Müll führen zu Publikationskrise

Die Zahl fehlerhafter Fachartikel steigt. Das liegt weniger an künstlicher Intelligenz als an einem Wissenschaftssystem, das die Publikationsmenge über die Qualität stellt. Ein Umdenken ist nötig.

Neue Zürcher Zeitung
2/ "Immer mehr Studien müssen nachträglich zurückgezogen werden, weil sie fehlerhaft oder manipuliert sind. Noch vor fünfzehn Jahren gab es einige Dutzend solcher Rücknahmen pro Monat, inzwischen sind es rund fünfhundert. Und das sind nur die mangelhaften Studien, die auffliegen."
3/ "Die KI-Tools ... verstärken das Problem. Die eigentliche Ursache liegt aber im wissenschaftlichen Bewertungssystem: Es belohnt die Publikationsmenge statt die wissenschaftliche Sorgfalt. Forscher produzieren schlicht zu viele Studien."
4/ "Die mangelhaften Publikationen haben weitreichende Konsequenzen. Sie bremsen die Forschung und verzerren den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, denn dieser baut auf die Resultate vorangehender Studien auf. Das sind schlechte Nachrichten für unsere Gesellschaft ..."
5/ "Während in den vergangenen Jahren die Zahl der Forscher weltweit geringfügig gewachsen ist, nahm die Zahl der Publikationen deutlich stärker zu. Das heisst: Es gibt heute zu wenige qualifizierte Reviewer, um die Flut der Fachartikel zu bewältigen."
6/ "Der eigentlich edle Gedanke, dass Wissen durch Open-Access-Publikationen ohne Bezahlschranken frei verfügbar sein soll, [hat] zu einem tückischen Interessenkonflikt geführt. Wissenschaftliche Zeitschriften finanzieren sich nicht mehr über Abonnements, sondern erhalten Publikationsgebühren
7/ von den Autoren, deren Studien sie veröffentlichen. Die Rechnung ist einfach: Je mehr Artikel eine Zeitschrift publiziert, desto mehr verdient sie. Manche Journale treiben dieses Modell bewusst auf die Spitze und produzieren neben ihren regulären Ausgaben auch noch Spezialausgaben
8/ mit etlichen zusätzlichen Artikeln."