RE: https://norden.social/@thijs_lucas/116251631961309455

„In den Köpfen, im Denken, vor dem inneren Auge ist es so stark verankert, dass die Straße, dass der öffentliche Raum für Autos vorgesehen ist und die Menschen sich dieser geltenden Normalität unterordnen müssen. Tun sie es nicht, ist es vermeintlich ihre eigene Schuld, oder zumindest die des Schicksals, wenn sie verletzt oder getötet werden.“

Beschreibt Sattler, wie Verantwortung für die Ursachen zum Tod von Menschen im Straßenverkehr ausgeklammert wird. #Verantwortungsvakuum

Weiter schreibt sie: „Die Berichterstattung scheint diese Ansicht zu vertreten, indem sie von tragischen Unglücksfällen und klassischen Abbiegeunfällen spricht, bei denen alle Beteiligten Betroffene sind – Entscheider*innen gibt es nicht.“

Dabei ließen sich mit Methoden der Fehleranalyse für jedes Todesopfer im Straßenverkehr eine Vielzahl von Entscheider*innen identifizieren, wenn man die Fehlerkette(n) konsequent bis zu den Ursachen nachvollzieht.

Bspw.: #Ischikawa
https://de.wikipedia.org/wiki/Ursache-Wirkungs-Diagramm

Ursache-Wirkungs-Diagramm – Wikipedia

Ich (Ingenieur, hat mal was mit Fehleranalyse gemacht) behaupte, dass Entscheider*innen aus Politik und Staat: Abgeordnete im Landtag/Senat/Bundestag/Gemeinderat etc und öffentlicher Verwaltung bzw. deren Entscheidungen in jedem Fehlerbaum auftauchen würden, würden wir als Gesellschaft jeden Verkehrstot gewissenhaft untersuchen.
Es gibt also ein zentrales Potenzial eine wesentliche Fehlerursache an zentraler Stelle abzuschalten und tausende Menschen jedes Jahr zu retten, wenn wir als Gesellschaft bereit sind, dort anzusetzen und Verantwortung in Verwaltungshandeln zu etablieren.

Im Idealfall reflektieren die Verantwortlichen ihr Verhalten selbstständig, da wir Menschen das schwer alleine schaffen, braucht das Impulse von außen.

Ein erster Schritt könnte es sein, Verantwortung an zentraler Stelle in der Berichterstattung und im öffentlichen Dialog anzusprechen und einzufordern.

@thijs_lucas Wir sind doch alle deiner Meinung. Und die Medien, die das umsetzen sollten, sind hier nicht. Oder allenfalls sendend. Ich weiß, dass es anstrengend ist und tu es auch selten, aber Leser*innen-/Hörer*innen-/Zuschauer*innen-Briefe sind der einzige Weg.

@exil_inselette wir hier kommunizieren ja nicht nur hier, aber hier können wir unsere Gedanken austauschen, schärfen, kombinieren… und unsere Positionen in Ziele dann überall sonst effektiver vortragen.

Und mittlerweile sind hier auch mehrere Politiker*innen aus allen Ebenen der Demokratie. Auch Mitarbeiter*innen aus der Verwaltung.

Und wenn ich in meine DrKos schaue, dann sind hier auch Leute, die „aber die Radfahrer“ vertreten.

Und trotzdem: ja, es ist wichtig auch woanders zu kommunizieren

@thijs_lucas und genau deswegen will die Politik die "Eigenverantwortung" um jeden Preis.