Ich war beim @webmontagkiel und habe etwas zu „Mastodon-Tools - erfolgreich im Fediverse” erzählt. Für alle, die nicht dabei sein konnten, werde ich versuchen, das Ganze in einem Thread zusammenzufassen.
Vorweg: Was Erfolg im Fediverse bedeutet, kann man hier recht gut selbst bestimmen. Alles, was ich hier bespreche, ist vor allem für Organisationen und Menschen spannend, die viele erreichen wollen, z. B. Wissenschaftskommunikatoren. Außerdem ist das nicht die beste Erklärung für alle, die komplett neu hier sind. Dafür wird es aber demnächst auch noch ein Tool geben.
Zunächst habe ich gefragt, wer Mastodon benutzt. Von den Teilnehmenden waren das fast alle 🚀. Aber nur wenige hatten noch einen weiteren Account im Fediverse außerhalb von Mastodon.
Nächster Punkt: Warum sollte man überhaupt hier sein? Für euch ist das vermutlich klar. Nach außen hin anscheinend noch nicht immer. Hier eine ausgewählte Zusammenfassung:
Für mich ist dabei aber immer wichtig zu sagen: Es sind ja schon sehr viele hier. Nicht nur die, die das hier lesen, sondern das Fediverse wird aktiv von über einer Million Accounts (Menschen?) genutzt, wie auf fedidb.com zu sehen ist.
Dass ordentlich was los ist, merkt man nicht nur in der eigenen Timeline, sondern auch auf https://mastodon-listen.playground.54gradsoftware.de/. Es gibt diverse Bundesbehörden, Landesbehörden, Kreise, Städte, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wissenschaftler*innen, NGOs etc...

Gerade bei Mastodon kann man gut erkennen, dass nicht alle Organisationen das Maximum aus ihren Profil-Einstellungen herausholen. Deswegen gibt es für jeden Eintrag in der Tabelle schon seit einiger Zeit auch einen „Score”. Dieser bewertet Accounts danach, ob sie verifiziert sind, angeheftete Beiträge haben oder die richtigen Einstellungen für die Sichtbarkeit benutzen. Einen Score von 100 erreichen nur die wenigsten. Der @DeutscherWetterdienst erreicht gerade mal die Hälfte. Bei der Liste aller Organisationen sieht die Auswertung wie folgt aus:
Aktiv (letzte 6 Monate): 734
Profilbeschreibung: 706/96 %
Auffindbar: 614/84 %
Indexierbar: 275/37 %
Verifizierte Links: 202/27 %
Angeheftete Beiträge: 102/17 %

https://mastodon-account-checker.playground.54gradsoftware.de/

Unabhängig davon sollte man Inhalte so erstellen, dass sie gerne geteilt werden. Das muss natürlich mit jedem einzelnen Toot funktionieren, aber Mastodon unterscheidet sich von anderen proprietären Netzwerken dadurch, dass es hier keinen Algorithmus gibt, der entscheidet. Das Boosten von Inhalten kann zu einer völlig neuen Reichweite führen.
Das hat dazu geführt, dass ich dieses Jahr schon zwei Toots hatte, bei denen die Gesamtinteraktion (Boosts + Favs + Antworten) größer war als die Anzahl meiner Follower:innen zu diesem Zeitpunkt.
Neben der Verifizierung von Links kann man auch seine Webseite mit einem Mastodon-Account verlinken. Wenn dann jemand auf diese Webseite verlinkt, wird automatisch der Account angezeigt.
Generell würde ich sagen, dass man ohne Algorithmen mehr umdenken muss.
Aktuell sind die meisten Menschen, die im Fediverse aktiv sind, bei Mastodon. Mit Abstand folgt Pixelfeed, dann kommen viele unterschiedliche Softwarelösungen. Grundsätzlich sollte man aber nicht die Plattform mit den meisten Nutzern auswählen, sondern die, die am besten passt. Für lange Videos definitiv Peertube. Für viele hübsche visuelle Inhalte ist Pixelfeed besser geeignet.
Bei mir sind Inhalte erfolgreicher, wenn ich sie unter der Woche poste. Am besten in den typischen Arbeitszeiten (ist ja hier auch irgendwie ein „Arbeits-Netzwerk” ;)). Abends geht aber auch noch.
Schreibt eine gute Profilbeschreibung.
Crossposten ist besser als nix. Am besten sind aber Interaktionen.
Und ja, verlinkt Mastodon überall, wo es geht. Warum nicht bei jedem Kurzvideo ein Outro anzeigen? Oder bei jeder Info-Kachel.

Wir sollten „Public Money = Public Social Media” also mehr pushen.
Habt Spaß und wenn ihr könnt, baut doch etwas mit z. B. @fedify oder @botkit.
Damit das Ganze hier aber wirklich skaliert, braucht es schlichtweg mehr Geld. Natürlich auch mehr Strukturen und Spezifikationen. Dass hier überhaupt etwas gebaut wird, ist schon großartig. Im Ehrenamt lässt sich nur schwer eine Alternative zu Big Tech aufbauen, wenn man möchte, dass ein Großteil der Bevölkerung Lust hat, diese Anwendungen zu benutzen. Geschweige vom Onboarding, auch auf dem Platten land.
Wer von Open Source spricht, sollte beim Fediverse Funding nicht schweigen.

Hier noch einmal eine Linkliste von Tools:
- Ihr habt Bock auf hübsche Wraps-Grafiken für euren Account: https://mastodon-wrapped.playground.54gradsoftware.de/
- Ihr wollt eure Account-Einstellungen checken: https://mastodon-account-checker.playground.54gradsoftware.de/
- Ihr wollt wissen, welche Organisationen schon auf Mastodon sind (täglich frisch aktualisiert): https://mastodon-account-checker.playground.54gradsoftware.de/
- Jede Konferenz/Treffen braucht ein Hashtag und eine https://fediwall.de/
- Tägliche coole Geschichtlichen Wikipedia Links gibt es hier: @heute_vor

Zum Schluss. Es gibt viele Leute, die sich fürs Fediverse einsetzen und zu diesem Thema Spannendes zu sagen haben. Danke, dass ihr dabei seid!
Für mehr Hochschulen im Fediverse setzt sich z. B. ein:
@neuSoM
Mit Grafiken und Briefings gibt es regelmäßig Infos bei @kingconsult.
Die Fediverse-Aktivisten treffen sich quasi einmal im Jahr in Berlin bei den @berlinfediday oder auf europäischer Ebene bei:
@FediVariety.

Wenn ihr noch weitere Empfehlungen für Organisationen oder Einzelpersonen habt, denen man folgen sollte, schreibt das hier gerne! Über weitere Ergänzungen freue ich mich auch.

@sabrinkmann
Eine wichtige und nötige Bitte bleibt: Bei solchen Veranstaltungen aber bitte immer offen bleiben auf das GANZE Fediverse mit all seinen verschiedenen Projekte und Dienste. Mastodon ist einfach nur EIN Beispiel für die Weite des dezentralen Netzwerks Fediverse.

Dein SIEBEN Stückel-Posts zeigt zum Beispiel gerade eine der grossen Schwachstellen von Mastodon mit seiner Zeichenbegrenzung: Da gibts im Fediverse Plattformen, die sind viel geeigneter, so lange Posts abzusetzen.

Und dazu braucht es keine "Tools" für Mastodon, die diese Stücklerei ausführt. Viel wichtiger ist es, die richtigen Plattformen zu wählen.

@neuSoM @kingconsult @berlinfediday @FediVariety
@hiker @berlinfediday @kingconsult @neuSoM @sabrinkmann @FediVariety
Eine neue #Mastodon-Instanz war ein "niederschwelliger Einstieg" - vielleicht wird bei den nächsten Projekten eine andere Software aus dem #Fediverse-Spektrum dazu kommen.
@thielen
Das verstehe ich jetzt nicht wirklich. Das unterstellt doch, dass die anderen Plattformen "zu schwierig" wären.
Seltsam.
Oder bezieht sich das "niederschwellig" auf die Installation? Aber auch dem könnte ich nicht zustimmen.
@berlinfediday @kingconsult @neuSoM @sabrinkmann @FediVariety
@hiker @berlinfediday @kingconsult @neuSoM @sabrinkmann @FediVariety
"Niederschwellig", da für die Hochschul-Kommunikation oft ausreichend und für viele ein nachvollziehbar nützliches System. Die anderen Fediverse-Applikationen haben alle ihre Berechtigung, aber bei für vielleicht speziellere Gruppen. Und es gibt viele Hochschulen auf Mastodon. Wenn das dann akzeptiert ist, können weitere Systeme möglicherweise leichter argumentiert werden. Macht ja alles potenziell Aufwand.
@thielen
Andere Fediverse-Applikationen für vielleicht spezielle Gruppen?
Würde mich schon interessieren, woher diese schon fast bizarre Interpretation her stammt.
Nein, die anderen Applikationen für Microblogging sind alle für Microblogging - und das Umfeld, ob jetzt privat oder Hochschule spielt doch überhaupt keine Rolle.

"Hochschulen auf Mastodon"? Gibts denn wirklich (schon) Hochschulen mit eigenen Mastodon-Instanzen im Fediverse? Da wäre ich an Beispielen interessiert. Eher erstaunlich, weil Mastodon mit seinen Limitierungen nicht wirklich so eine gute Idee wäre.

@berlinfediday @kingconsult @neuSoM @sabrinkmann @FediVariety
@hiker @berlinfediday @kingconsult @neuSoM @sabrinkmann @FediVariety
Das ist doch das schöne am Fediverse, dass man mit jedem System einsteigen kann. Pixelfed und Peertube sind ja eher nicht Microblogging-fokussiert. Ich bin aktuell froh, dass ein System läuft - die Überlegung, ob vielleicht ein anderes besser wäre, ist derzeit nicht im Zentrum der Überlegungen. Jeder ist frei, sich sein eigenes Tool zu installieren. Mach uns das jetzt doch nicht madig?

@thielen Ich hatte ja von Microblogging Applikationen geschrieben, nichts für Bilder oder Videos - warum wirfst du das jetzt durcheinander?

Klar ist jeder frei, was er installieren will. Aber diese ständige Fokussierung auf Mastodon und da noch von “niederschwellig” zu schreiben, das stört gewaltig.

Es kommt halt wieder einmal deutlich rüber, dass man sich keine wirklich Übersicht erarbeitet hat, was das Fediverse wirklich zu bieten hat - es ist weit weit mehr als Mastodon.

@berlinfediday @kingconsult @neuSoM @sabrinkmann @FediVariety

@hiker @berlinfediday @kingconsult @neuSoM @sabrinkmann @thielen @FediVariety

Hallo Hiker, du hast Recht, dass das Microblogging-Fedi mehr ist als Mastodon. Aber es bringt nichts Menschen anzugreifen, die eine andere Fedi-Software nutzen, als dir lieb ist. Im Gegenteil verdient jede Person, Hochschule & Institution Support für ihre Präsenz im Fediverse.
Wenn andere Software zB für Hochschulen besser ist, dann ist positives argumentieren zielführender: konkrete Vorteile, Beispiele etc.

@frebelt
Ich hatte es eigentlich geschrieben - wenn man mit den Limitierungen von Mastodon leben will, dann ist das das eine. Das andere wäre, dass die anderen Plattformen diese Beschränkungen nicht haben - die ständige Fokussierung auf Mastodon, als gäbe es nichts anderes, ist mein Kritikpunkt.
@berlinfediday @kingconsult @neuSoM @sabrinkmann @thielen @FediVariety