Der dritte Golfkrieg treibt den Ölpreis hoch. Aber mittelfristig macht genau das Öl billiger und unwichtiger.

Weil hohe Preise Elektrifizierung beschleunigen.

Kurzer THREAD über diese Energieironie 🧵

Vor dem Krieg rechnete die Ölwelt mit zu viel Angebot. Ändert der Krieg etwas daran?

Kurzfristig: auf jeden Fall. Logisch!

Aber mittelfristig vergrößert der Krieg das Angebot, weil er Nachfrage für immer zerstört.

Je höher der Ölpreis jetzt steigt, desto wahrscheinlicher ist, dass er mittelfristig einen neuen tieferen Boden findet.

Oder er bleibt hoch, wird aber relativ gesehen unwichtiger, weil Importeure schneller vom Öl loskommen, je weiter Elektrifizierung voranschreitet.

Gerade sehen wir etwa, dass die globale Lkw-Flotte schneller elektrisch wird als gedacht.

Wie immer: zuerst in China.

Aber manche Länder in Europa vermelden auch immer mehr neue E-Lkw. Es sind diejenigen, die auch schon bei E-Autos führend waren.

Das Gleiche wie bei Öl galt vor dem Krieg strukturell auch für Gas: eher Überschuss als Defizit.

Da Gas häufiger zur Stromproduktion als Öl genutzt wird, ist es noch einfacher es zu ersetzen.

Auf Sicht von mehreren Jahren ist der Iran-Krieg eher das Endgame für fossile Energien als Ausdruck ihrer immerwährenden Macht.
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@grimm wie viel weiter wior auch schon hätten sein können, wenn man sich vor vielen Jahren einfach durchgerungen hätte ne blaue Plakette einzuführen
@grimm
Und wie das Tempolimit kann es nur in D nicht funktionieren. So wie das Internet werden sich E-Trucks nie durchsetzen.
@grimm
soeben meldete sich Österreichs Kanzler Stocker über Radio Bremen, bzw wurde zitiert. Österreich hat dank Wasserkraft längst über 90% Erneuerbare Energie . Das nützt aber zur Preissenkung wenig, wenn europaweit die Energiepreise an Strombörse dank der Merit-Regel voneinder abhängig sind, direkt gekoppelt sind. Strom bleibt also wegen des Gaspreises viel zu teuer. Wo bleibt der Vorteil der Erneuerbaren ?

@enigma Nicht auf die Merrit-Order schimpfen: Sie sichert Investitionen und gigantische Mehreinnahmen für günstige Energieproduktion.

Wer Windenergie verkauft, während günstige, erneuerbare Kapazitäten nicht ausreichen, kassiert den VK-Preis für teuren Gasstrom pro KWh.

Das abzuschaffen, kann auch den Ausbau der Erneuerbaren abwürgen, bzw. stellt auch die horrenden Durchleitungsgebühren in Frage, die wiederum wichtig sind für den Ausbau der Netze.
1/2
@grimm

@enigma Das setzt auch problematische Signale: Wer erneuerbaren Strom produziert hat ein großes Interesse daran, dass diese Kapazitäten nicht reichen und er regelmäßig seinen Billigstrom für teurer Fossilpreise verticken kann.

Das wäre ein anderes Regelwerk mal angebracht, aber es muss eben auch den Erhalt von Ersatzkraftkwerken vorsehen für den Fall dass die Batteriespeicher leergelaufen sind und Investitionen in Netz und EE ermöglichen.

2/2
@grimm

@kassander

Ich halte das für sehr zweischneidig. Denn zugleich senkt es Anreize ab. Wenig verschreckt Milchmädchen zuverlässiger als hohe Strompreise zu den wichtigsten Zeiten.

@enigma @grimm

@Saupreiss Ich finde Merrit-Order muss überarbeitet werden, aber mit viel Bedacht und Einbeziehung. Das ist sehr gefährlich für viele Milliardeninvestitionen, sehr viele laufende Projekte und eine der wenigen Wachstumsbranchen.

Es sollten Studien erstellt und Kongresse abgehalten werden, um das Merrit-Order-Prinzip weiterzuentwickeln.
@enigma @grimm

@Saupreiss @kassander Die Merit-Order ist aber offensichtlich auch die Grundlage für Katherina Reiches Handeln: Wenn - nicht wie bei Habeck - die Gasspeicher leer sind, erhöht die Nachfrage den Preis, der sich zeitversetzt auf den niedrigen Strompreis niederschlägt.

Wem das nicht bewusst ist, den kann man dann mit „Guck! Strom bleibt trotz EE viel zu teuer!“ sehr leicht an der Fossilen Stange halten oder irre ich?

@enigma @grimm

@Nachtflug Mag sein, dass sie Wähler*Innen verwirren kann, aber keine Marktteilnehmer (Stromproduzenten/-Weiterverkäufer).

Das Merrit-Order-Prinzip hat ein Problem: Die Tage, an denen günstiger Strom aus Eerneuerbaren Energien EE reicht, werden schnell mehr. Foglich sinken die Einnahmen der EE Produzenten. Das mindert ihre Invesitionsmittel und Ausbaulaune. Gleichzeitig können Fossile immer seltener verkaufen.

Unabhängig vom Strompreis für uns entsteht ein Problem.
@Saupreiss @enigma @grimm

@kassander

Dem greift sie auch vor, indem sie den Ausbau von EE von vornherein so unattraktiv wie möglich gestaltet…

@Saupreiss @enigma @grimm

@Nachtflug Ich möchte durch Beobachtung des derzeitgen Kabinetts auf garnichts schließen, außer vielleicht auf Überforderung/Ratlosigkeit. (Und das meine ich kaum polemisch/abwertend.)

Es wird schwierig, sehr schwierig, die BTW2025 war eine Katastrophe.

Wir hätten ... haben können! 😩
@Saupreiss @enigma @grimm

@kassander Überforderung halte ich hingegen für nicht gegeben. Hanlon’s Razor ist eine gute Herangehensweise an sowas, aber hier geht es *brrrrrrrr

https://fragdenstaat.de/artikel/exklusiv/2025/10/reiche-beraet-reiche/

@Saupreiss @enigma @grimm

Wirtschaftsministerium: Reiche berät Reiche

Bei Treffen mit der Stiftung Familienunternehmen gaben Ministerin Reiche und ihr Staatssekretär Tipps, wie die Superreichen-Lobby Steuersenkungen erreichen könne. Das zeigen interne Unterlagen.

FragDenStaat

@Nachtflug

Das Problem sind die Spitzenzeiten in Kombi mit den jetzt absehbar dauerhaft hohen Gaspreisen.
Und den zwar rasant wachsenden, aber dramatisch zu geringen Speicher- und Netzkapazitäten.

Und das der unbedarft konsumierende Privathaushalt nach SLP abgerechnet wird - auf Deutsch, überdimensionale Gewichtung der Morgen/Abendstunden, also genau jener, wo es teuer ist.

Nichts davon ist unveränderlich. Aber Veränderung braucht politischen Schub.

@kassander @enigma @grimm

@Saupreiss Ja.

Mein Punkt ist schon älter, vor der Preisexplosion.
Die macht alles dringlich: Ich mache mir extrem große Sorgen, dass dem Gruselkabinett bei irgendeiner "Preisbremse" die positiven Entwicklungen kaputtgehen.

(Und die WOLLEN es ja wohl auch kaputtmachen.)
@Nachtflug @enigma @grimm

@kassander

Na ja, man nehme die aufgeweichte Schuldenbremse und subventioniere. (Was ich mit knallharten Zielen für dann verbindliche Transformation nichtmals für unvertretbar halten würde).

Nur: Ersteres bekäme breite demokratische Unterstützung, letzteres kaum welche und würde dann eh als unzumutbar kassiert.

@Nachtflug @enigma @grimm

@Saupreiss Also ich bin gegen Tankrabatt und Preisgeschenke: Sie bringen zu wenig, es werden Deals gemacht, die nur wenigen (wieder denselben großen Krisengewinnern) was nützen, sie sind extrem teuer.

Gleiches Klimageld für jeden, gegenfinanziert durch hohe Steuern auf Kraftstoffe wäre eine Maßnahme mit sozialer Entlastung und guten Sparanreizen.
@Nachtflug @enigma @grimm

@kassander

Klimageld wäre richtig gewesen, ist aber politisch bereits mausetot. Ich fürchte auch, für was da noch kommen wird, unzureichend.

Wenn Bürgery anderswo aus der Patsche geholt werden, gibt es meist knallharte Bedingungen. Es ist niemandem geholfen, wenn keine Kohle für Transformation mehr da ist und die zu erwartende Inflation wird da viel Kaufkraft auf lange Zeit killen.

Das würde auch selektiveres Vorgehen als die Gießkanne ermöglichen. 1/2

@Nachtflug @enigma @grimm

@kassander

2/2 Die von dir genannten Gründe sind aber ausreichend, nicht weiter drüber nachzudenken: Wenn nicht „die richtigen“ profitieren, braucht man aktuell eigentlich keine weiteren Luftschlösser bauen.

@Nachtflug @enigma @grimm

@Saupreiss Klimageld ist mir bisher nur für Personen geläufig. Die Betriebe brauchen was anderes und dort liegt derzeit wohl der Fokus.

Wahrscheinlich wird es sehr teure Symbolpolitik, die nichts bringt. (Nach dem Kaliber Zurückweisungen an der Grenze. 🤪)
@Nachtflug @enigma @grimm

@kassander

Ich fürchte, das wird universell und sehr dankbare Voraussetzungen für Brandstifter.

@Nachtflug @enigma @grimm

@Saupreiss Ich habe die Hoffnung, dass selbst die Lobbyist*Innen kalte Füße kriegen und realisieren, dass sie eine Verantwortung bei ihrer Beeinflussung dieser Kabinettsmarionetten haben.

@Nachtflug @enigma @grimm

@enigma @grimm

Gilt die Merit-Regel nicht gebietsweise, so dass in einem Gebiet mit mehr erneuerbaren der Preis tendenziell günstiger sein muss?

Klar, das letzte und teuerste benötigte Kraftwerk bestimmt den Preis für alle. Die Merit-Regel schafft aber einen Anreiz fenau dieses Kraftwerk durch ein günstigeres zu ersetzen.

@jk

Im Prinzip ja. Die Preiszone heißt aber „Deutschland“.

@enigma @grimm