Umweltminister Schneider zum Atomkraftmärchen: "Geht zurück, Kohle geht zurück, sowohl in China als auch in Indien. Erneuerbare gehen hoch. Sind die günstigsten Energieformen und vor allem sind sie schnell verfügbar. Und wir brauchen jetzt schnell Energie und nicht in 20 oder 25 Jahren."

Genau das.

@peterjelinek
alles was er zu den Kosten sagt ist natürlich richtig. Dazu kommen noch eine Handvoll anderer handfester Argumente die gegen Atomkraft sprechen:

  • es ist eine Hochrisikotechnologie die grundsätzloch nicht gemacht werden sollte
  • die Risiken im Kriegsfall sind nicht in Kauf nehmbar
  • die Versorgungssicherheit ist ebenfalls bei Katastrophen (Krieg oder Naturkatastrophe) wie bei allen zentralen Energieproduzenten nicht ausreichend resilient (anders als bei dezentralen Erneuerbaren)
  • bei der auf uns zukommenden Wasserknappheit werden wir das Wasser für andere Zwecke dringender brauchen, als damit AKWs (oder beliebig andere Verbrennungskraftwerke) zu kühlen.

@wolf @peterjelinek Beim ersten wäre ich vorsichtig. Hochriskant sind viele Industrieanlagen, über die wir sonst auch nicht nachdenken und ohne die hier (oder sonst wo auf der Welt) nicht viel funktionieren würde. Die Frage ist, wie mit dem Risiko umgegangen wird - nicht nur vom Betreiber, sondern von auch von Staat und Gesellschaft.

Ich halte ein AKW nicht automatisch für gefährlicher als ein großes Chemiewerk, zum Beispiel. Obwohl beide als Gesamtkomplex ähnlich groß sind.

@urwumpe @peterjelinek das sind wir schon anderer Meinung:

Ich finde es geht sehr wohl um das Ausmaß der gefährung bei Risikofolgeabschätzungen.

Es ist übrigens auch kein Zufall, dass es keine versicherung gibt, die bereit ist AKWs abzusichern. Ohne dass Staaten für das Risiko einstehen gäbe es kein einziges. Warum die das teilweise tun?

Ich denke das hat auch damit zu tun, dass man das Uran in manchen Staaten eben auch für Atomwaffen benötigt (was bei D ja aktuell nicht gültig ist).

@wolf @peterjelinek Frag mal wieviele Versicherungen bereit sind, ein Chemiewerk oder eine Erdölraffinerie zu versichern... oder eher, zu welchen Konditionen. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal der Atomindustrie.

Und wir brauchen radioaktive Isotope eben nicht nur zur Stromerzeugung oder für Atomwaffen, sondern auch für Medizin und Materialforschung. AFAIR stammt der meiste deutsche Atommüll aus der Medizin. Und hat trotzdem kein Endlager.

@urwumpe @peterjelinek

AFAIR stammt der meiste deutsche Atommüll aus der Medizin.


Ist das so? Das war mir nicht klar.
Und macht es das besser? Sollten wir dMüll der auf so lange Zeit eine Gefahr darstellt ohne Lösung trotzdem produzieren (“wird schon irgend wann mal ne Lösung für geben…“)?

Ich denke nein.

@peterjelinek @urwumpe
ich habe das jetzt noch mal recherchiert und glaube dass Du da falsch liegst:

Der mengenmäßig überwiegende Teil der Abfälle entsteht durch die Uranwirtschaft. Der größte Teil mit rund 80 % der radioaktiven Abfälle stammt aus dem Uranabbau (Abraum und Tailings) und wird in der Nähe des jeweiligen Uranbergwerks deponiert. Hochradioaktive Abfälle entstehen überwiegend durch Kernspaltung und Neutroneneinfang in Kernreaktoren. Vergleichsweise geringe Mengen radioaktiver Abfälle stammen aus der Anwendung radioaktiver Substanzen in Medizin, Industrie und Forschung.


Quelle: Wikipedia

Aber im Grund waren wir uns mit der Grundhaltung ja einig: Wie Du sagst wird das Tehma leider einfach weggeschoben. Statt sich über den sicheren Umgang mit Abfällen bzw. die grundsätzliche Vermeidung dieser „Cradle to Cradle“ wirklich Gedanken zu machen 🙁

Radioaktiver Abfall – Wikipedia