Mit den gestiegenen #Ölpreisen steigt auch die Sorge vor hoher #Inflation in Österreich wieder an. Doch die letzten Jahre haben gezeigt: Die Debatte über Inflation wird in Österreich verzerrt geführt. Hohe #Unternehmensgewinne kommen in den gängigen Narrativen kaum vor. 1/
In einer Studie analysieren wir #Inflationsnarrative in österreichischen Medien. Dafür wurden 388 Meinungsartikel aus sieben österreichischen Tageszeitungen von 2021 bis 2023 untersucht. Die Analyse zeigt: die #Geldmenge, hohe #Energiepreise und #Lieferkettenprobleme dominieren die Erzählung. 2/
Auffällig ist vor allem, was kaum vorkommt: die Rolle von #Unternehmen bei der Preisbildung. Das Konzept der sogenannten „#Profitinflation“, also steigender Preise durch ausgeweitete Gewinnmargen, ist in der medialen Debatte stark unterrepräsentiert. 3/
Aktuelle Entwicklungen zeigen jedoch die Relevanz dieser Perspektive: #Mineralölkonzerne haben die #Treibstoffpreise zuletzt stärker erhöht, als es die Entwicklung der Rohölpreise nahelegen würde. Solche asymmetrischen Preisreaktionen folgen dem Mechanismus der sogenannten „sellers’ inflation“. 4/
Ein zentrales Paper zu „Sellers‘ Inflation“ ist hier zu finden: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0954349X25000591
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In #Krisensituationen, etwa bei geopolitischen Schocks oder Lieferkettenstörungen, nutzen Unternehmen mit Marktmacht die Unsicherheit, um Preise nicht nur entlang gestiegener Kosten anzupassen, sondern darüber hinaus ihre #Gewinnmargen auszuweiten.
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Inflation bei 2,2 Prozent: Wegen des Kriegs wird die Teuerung Richtung drei Prozent springen

Nach bloß zwei Monaten im Zielbereich von rund zwei Prozent wird die Inflation bald wieder deutlich höher ausfallen. Grund sind die hohen Energiepreise wegen des Nahostkriegs

DER STANDARD
Die Berichterstattung über Inflationsursachen hat weitreichende politische Konsequenzen: Wird Inflation primär als Geldmengenproblem interpretiert, erscheinen #Zinserhöhungen als alternativlose Antwort. Andere Maßnahmen, etwa #Preisregulierung oder #Übergewinnsteuern geraten aus dem Blickfeld. 8/
Beschäftigte zahlen doppelt: zuerst durch steigende Preise, dann durch höhere #Zinsen, die #Investitionen bremsen und #Jobs gefährden. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von steigenden Margen und höheren Renditen. 9/
Unsere Studie macht deutlich: Inflation ist nicht nur ein ökonomisches, sondern auch ein politisches Phänomen. Wer bestimmt, wie über Inflation gesprochen wird, beeinflusst auch, welche Lösungen als denkbar gelten. 10/

Die gesamte Policy Note “Inflationsnarrative in österreichischen Medien: Eine Diskursanalyse” gibt es auf unserer Website: https://www.momentum-institut.at/publikation/studie-medien-blenden-profite-als-preistreiber-systematisch-aus/

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Studie: Medien blenden Profite als Preistreiber systematisch aus - Momentum Institut

Die öffentliche Debatte über Inflation in Österreich folgte bisher einem einseitigen Drehbuch. Schuld sind vor allem äußere Faktoren wie Energiepreise, Lieferkettenprobleme oder die Geldpolitik. Eine neue Analyse des Momentum Instituts zeigt nun, dass diese Erzählung zentrale Aspekte unterbeleuchtet, insbesondere die Rolle von Unternehmensgewinnen.

Momentum Institut