egal, ob man sich die geschichte anschaut oder die konflikte der letzten jahrzehnte, dann kann man am bodycount und den geldflüssen recht zweifelsfrei bestimmen, dass das geschäftsmodell "des westens" ist, andere länder aufzumischen, um davon zu profitieren.

das ist keine neue analyse und heute offensichtlicher denn je, aber ich glaube, es lohnt sich dennoch zu fragen, wie es kommt, dass es trotzdem immer noch leute gibt, die das anders sehen und warum sie in der mehrheit sind.

wenn wir reinzoomen und die konflikte für sich betrachten, dann scheint sich der jeweilige konflikt zu "differenzieren". dann wird es "komplex", wie man dann sagt und der grund dafür ist, dass die "andere seite ja auch keine engel sind".

und das stimmt. egal ob hussein, die taliban, hamas oder das mullha regime: alles keine sympathie-träger, keine frage.

aber sind sie deswegen keine opfer des imperialen expansionsdrangs?

warum kann man nicht opfer und arschloch zu gleich sein?

ich glaube diese fixierung im westen, dass das opfer immer perfekt sein muss, um den opferstatus zu bekommen, ist das, was die kognitive dissonanz der menschen aufrechterhält und ihnen erlaubt, sich trotz millionen tote, krieg und ausbeutung als "die guten" zu fühlen. sie haben die gewalt auf der ihr wohlstand beruht nicht nur materiell externalisiert und sondern auch mental.

ihre ethik des "besseren arguments" schlägt die islamisten allemal, denn schließlich haben wir frauenrechte.

aber "opfer" ist keine eigenschaft einer person, regierung, volk oder landes. es ist eine relation.

wo es einen angreifer gibt, da gibt es ein opfer. opfer mögen nicht alle deine ideen teilen und vielleicht sind sie auch ganz persönlich ganz abscheuliche menschen, aber es sind menschen, verfickt noch mal.

das zweite was wir ausblenden, sind infrastrukturen.

beispiel: israels infrastrukturen (2k-bomben, ki-targeting, feuerwalze) und hamas infrastrukturen (ak47, rohrrakete).

wir sagen "gazakrieg", wenn sich in wirklichkeit die hochausgerüstetste armee der welt durch basically ein flüchtlingslager manscht.

das wort krieg wird normalerweise gern vermieden, aber in gaza macht er unsere (des westens) asymetrische gewalt unsichbar, indem das wort ein schlachtfeld gleichstarker akteure imaginiert.

es gibt viele arschlöcherländer auf der welt und gab es immer schon, aber ratet mal, welches das einzige ist, das jemals atomwaffen im krieg einsetzte?

und ich würde jede wette eingehen, dass auch der nächste einsatz vom westen ausgeht (entweder israel oder usa).

@mspro
Wenn du jetzt irgendwo noch Putin in deine Beurteilungen einarbeiten könntest, gäbe es ein Bild.

@allgeier wie gesagt: opfer, täter – das sind keine eigenschaften von personen, sondern relationen.

putin ist imperialer täter im ukrainekrieg. er sieht russland aber auch als opfer westlichen imperialismus und das kann ich ihm nicht ganz absprechen, auch wenn ich die geschichte etwas anders erzählen würde als er.

ja, manchmal kann man täter und opfer zugleich sein. das widerspricht sich nicht.

und: das tätersein auf der einen seite, hebt das opfersein auf der anderen nicht auf.

@mspro
Dann waren das viele Worte für nichts, den was bringen diese Einordnungen nach Opfer und Täter noch, wenn die moralische Qualität der so benannten relativ und beliebig ist?
@allgeier bringt nichts wofür?