Wenn wir Dinge erschaffen, dann stecken wir immer ein Stück von uns selbst hinein. Daher habe ich mich gefragt: Wie sind wir mit unseren eigenen Werken, unserem Schaffen, verbunden? Und was bleibt, wenn wir nicht mehr sind?

Endlich gibt es die neue Folge #VerbindungSchaffen - ich weiß, ihr habt schon gewartet ^^

🎧 https://verbindung-schaffen.podigee.io/66-eigene-werke

#Podcast #schreiben

@a_koschinski sehr spannend, vor allem über die Tagebücher. Ich würde denken, gerade beim Tagebuch schreiben formt auch das Werk die oder den Schaffenden selbst.
Und würdest du nicht sagen, das Wissen um mögliche Veröffentlichung verändert das Schreiben? Es bekommt doch eine andere Intention, wenn ich es für eine mögliche Nachwelt schreibe, oder?
@pfeffergeist ja, auf jeden Fall, ich hab gesagt, das ist so eine Art Kunstform, das Alltägliche, eigentlich so Banale, aufzuschreiben und damit sich selbst und auch der Welt den Spiegel vorzuhalten. Das ist quasi das Gegenstück zu Instagram - oder dem Familien-Fotoalbum mit den gestellten hübschen Bildern. Gerade deswegen ist es wohl so wirkungsvoll, denke ich.
@a_koschinski ja stimmt. Das ist für mich irgendwie so weit weg von dem, wie ich Tagebuch schreibe. Spüre da einen gewissen Widerwillen.
@pfeffergeist für mich ist es ein bisschen wie #3GuteDingeDesTages - die Essenz - nur eben auch mit "negativen" Erlebnissen. Die kleinen Dinge, die aber eben das Leben ausmachen.
@a_koschinski also eher so dokumentierend und festhaltend? Sagst du auch, wenn ich’s noch einigermaßen richtig zusammenkriege: das festhalten, was wirklich war und nicht nur das, was man hinterher erinnert.
Wobei ich ja immer denke, auch das ist schon eine Geschichte, die wir uns erzählen. Und vielleicht mache ich wirklich was anderes als Tagebuch schreiben, wenn ich so schreibe und es Tagebuch nenne 🤔
@pfeffergeist Oscar Wilde sagte das. Wir neigen dazu, uns zu betrügen - ich denke, damit ist gemeint, dass wir im Rückblick Zusammenhänge herstellen, die es eigentlich gar nicht gab. Wenn wir aber einzelne Fragmente dokumentieren, lose, dann ist weniger Raum für (eigene) Interpretation. Das ist auch dieses Erzählen, was ich "rabiat" genannt habe (zB bei Wolfgang Herrndorf). Es einfach unkommentiert als Beobachtung stehenzulassen, ohne noch zusätzliche Gedanken dranzukleben.
@a_koschinski Oscar Wilde, du … da kann man schon mal durcheinanderkommen. 😬😇
Ich muss nachdenken …
@pfeffergeist ich sage es dir... völlig logisch diese Reihe aus der Folge: Thomas Mann, Franz Kafka, Oscar Wilde, Wolfgang Herrndorf... Anna Koschinski. Ganz klar 😂