Gibt es für mich als jemanden, der die KN nicht abonniert hat, eigentlich noch irgendeinen Grund, auf kn-online.de zu gehen?!

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Wo informiert ihr euch über Aktuelles aus Kiel und der Region?

#KielerNachrichten #redaktionsnetzwerkdeutschland #Kiel

@iverbpunkt gute Frage! Ich hab dafür das KN+ Abo, würde mir aber auch eine Alternative oder auch eine tiefgründigere Ergänzung wünschen.

@thijs_lucas @iverbpunkt Leider sind die KN tatsächlich alternativlos, wenn es um journalistisch aufbereitete Lokalnachrichten geht (und deswegen wäre ich grundsätzlich auch für einen öffentlich-rechtlich finanzierten Lokaljournalismus).

Um mitzubekommen, was in Kiel offiziell passiert, ist die Primärquelle unschlagbar, das Ratsinformationssystem: https://www.kiel.de/de/politik_verwaltung/ratsversammlung/infosystem/

Wenn man regelmäßig reinguckt, weiß man Sachen häufig auch schon, bevor sie in den KN auftauchen.

@StefanKarstens @thijs_lucas @iverbpunkt Nach dem Krieg gab es 3 Zeitungen: Das KPD-Blatt, die SPD Volkszeitung und die CDU Kieler Nachrichten. Die KPD Zeitung hat nur ein paar Jahre überlebt. Die VZ bis 1968. Um 1980 gab es diese Alternativ-Medien-Bewegung, aus der auch die taz entstanden ist. Da gab es noch einmal den Versuch mit der Kieler Rundschau. Die hat es aber auch nicht lange gegeben. https://www.spd-geschichtswerkstatt.de/wiki/Kieler_Rundschau

Der Niedergang ist also schon länger.

Ja. Wir müssen dringend Lösungen finden, wie der Lokaljournalismus auch in einer gewissen Breite in Zukunft gesichert wird. Wir wissen, dass die Menschen sich in Regionen schneller radikalisieren, in denen es faktisch keinen Lokaljournalismus mehr gibt. Wir brauchen "unsere Leute", die die Welt erklären. Professionell.

Kieler Rundschau – SPD Geschichtswerkstatt

@kaffeeringe @StefanKarstens @thijs_lucas @iverbpunkt
Bin ich eigentlich die Einzige ,die es erschreckend findet. dass es nie ein Partei unabhängige Zeitung in Kiel nach dem Krieg gab.

Der Journalismus soll doch die vierte Gewalt im Staat sein und auch die Arbeit der Politik kritisch hinterfragen, wie ist das möglich, wenn diese parteilich arbeiten.

@koieyes @kaffeeringe @StefanKarstens @thijs_lucas @iverbpunkt

Das ist aber eigentlich in keiner Stadt wirklich so gewesen. Das war früher mit mehreren Konkurrenten natürlich weniger ein Problem - auch wenn man in der Praxis teils dieselben Redakteure hatten.

Viel problematischer finde ich, dass es eigentlich keine genuin schleswig-holsteinische Lokal- und Regionalzeitungen mehr gibt, da sie alle von niedersächsischen Verlagen aufgekauft wurden (NOZ, Madsack).

@smagnussen @koieyes @StefanKarstens @thijs_lucas @iverbpunkt Lest mal "Bauern, Bonzen und Bomben" - Das ist ja inspiriert von Hans Falladas Zeit in Neumünster bei der Zeitung. In den 1920ern gab es noch verschiedene Zeitungen - aber die waren alle schrägt. 😄

@kaffeeringe

Danke für den Hinweis, setze ich mir mal auf die Liste🙂

Ich habe mich die letzten Monate viel mit den historischen Tageszeitungen in Husum beschäftigt, das ist teils ehr spannend zu sehen, wie identisch, aber zugleich unterschiedlich die sind.

Fussballberichterstattung teils wortgleich (vermutlich derselbe Redakteur), abgesehen davon, dass das konservativere Tageblatt den Arbeiterfußball konsequent ignoriert hat. Sowas prägt dann ja auch ein lokales Gedächtnis.

@smagnussen Das prägt das lokale Gedächtnis. Das sollte es auch. Gleichzeitig macht die Digitalisierung der Quellen das Gleiche noch einmal, wenn bspw. die bürgerlichen Zeitungen aus Rendsburg, Ostholstein usw. digital zur Verfügung stehen. Die Volkszeitung aber nicht. Natürlich forschen dann alle in den bürgerlichen Blättern, wenn sie dafür nicht persönlich ins Archiv fahren müssen.
Deswegen bin ich ja sehr da hinterher, dass auch die VZ digitalisiert wird. Ich finde aber keine Einrichtung, die das machen will, selbst wenn ich ihr das Geld dafür gebe.
Die Sturmflut 1976 - Zeitzeugeninterviews (@sturmflut76) • Activity

Am 3. Januar 2026 jährte sich die große Sturmflut von 1976 zum 50. Mal. In vielen Teilen der Nordseeküste kam es dabei zu erheblichen Zerstörungen und zu den höchsten bis dato gemessenen Pegelständen. Aus diesem Anlass zeigt das Dithmarscher Landesmuseum bis zum 12. April 2026, in Kooperation mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH), eine Ausstellung, die sich mit dem Sturmflutereignis 1976, aber auch mit der Entwicklung des Küstenschutzes allgemein befasst. Zeitzeugenberichte von Dithmarschern veranschaulichen dabei eindrücklich, wie die Sturmflut ‘76 von der Bevölkerung wahrgenommen und erlebt wurde. Zugleich richtet die Ausstellung den Blick auf die aktuellen Maßnahmen des LKN.SH, um auch zukünftig einen möglichst großen Schutz vor Sturmfluten in Schleswig-Holstein zu gewährleisten.

Offener Kanal Schleswig-Holstein Podcasts

@smagnussen "Bauern, Bonzen und Bomben" ist wirklich spannend. Und zeichnet ein Bild der Gesellschaft einer norddeutschen Stadt in der Weimarer Republik. Der Roman greift den Terror der Landvolkbewegung auf und wie die Bauern Neumünster ("Altholm") boykottiert haben, weil sie sich ungerecht behandelt gefühlt haben. Plus die prekäre Lage, in der sie sich tatsächlich befunden haben. Und dann kloppen sich noch die Nazis mit den Kommunisten und dazwischen ein sozialdemokratischer Bürgermeister unter einen bürgerlichen - abwesenden - Oberbürgermeister, der in Realpolitik gefangen und von seiner Partei und den Demokratiefeinden getrieben wird.

Vieles davon ist ja tatsächlich damals in Neumünster passiert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bauern%2C_Bonzen_und_Bomben_(Roman)

Bauern, Bonzen und Bomben (Roman) – Wikipedia

@kaffeeringe @smagnussen

Hier, hier☝️
Trivia: Meine Oma behauptete, sie habe die Frau des Gendarmen gekannt, der die Landvolkfahne schnappen musste.
(🫣 Weiter hab ich nich zugehört, war ja noch klein ...😉)

@walfischbucht @smagnussen Oh krass. Der kommt im Buch nicht so gut weg. Alle total überfordert. 😄
@kaffeeringe @sturmflut76 ne, aber danke für den Hinweis!

@kaffeeringe

Ja, es fängt ja schon damit an, dass viele nicht wissen, dass es auch andere Medien gab - und es fehlt an Metastudien zur Einordnung.

Es ist auch mein großer Wunsch, dass es mal eine große Kampagne für die Digitalisierung historischer Tageszeitungen gibt, da es einfach so ein toller Zugang für die Beteiligung und Teilhabe von Bürger*innen zur Orts- und Regionalgeschichte ist. Leider scheint sich da derzeit wenig zu tun.

@smagnussen Dabei ist das ja nicht einmal teuer. Ich hab das recherchiert. Für alle Ausgaben der VZ wären es keine 10.000 Euro. Aber wer hat die? Wer rückt die raus? Wem gehört das Ergebnis? Wer hostet das? Wer zahlt die Hosting-Kosten?
Die @FEShistory macht nur überregionale Zeitungen. Die @stabihh macht nur Hamburger Zeitungen.
Die @landesbibliothek hat kein Geld dafür und kann keines von mir nehmen, wenn ich das einsammeln würde.
Ich bin da gerade ratlos.

@kaffeeringe

Die @landesbibliothek wäre ja aus dem Grund ein naheliegender Ansprechpartner, weil die ja die Bestände haben. Andererseits haben das Kieler Stadtarchiv und die UB @kieluni mit Schriftgut.SH die Plattform, wo es ja auch schon die Landeszeitung bis 1945 gibt.

@kaffeeringe

Ich hatte diesbezüglich mal mit dem Kreisarchiv in NF gesprochen, die auch gerne einen besseren Zugriff auf die lokalen Zeitungen anbieten würden. Vermutlich ist der Weg über die (oder unter aktiver Einbeziehung der) Kommunen ganz gut, mit regionalen Partnern (historische Vereine etc.) und Förderern.

@smagnussen @kaffeeringe ich wäre Mal an einer Liste von Zeitungen aus der Vergangenheit im Raum Kiel interessiert. Wir haben dieses Jahr ja die 125 Jahre Eingemeindung Gaarden zu Kiel ab 1. April Veranstaltung und Spaziergang in Kiel, Termine und Flyer kommen demnächst raus. Mit so einer Liste könnte man auch mehr recherchieren. https://gaardening.de/125jahre/
125 Jahre Eingemeindung Gaardens zu Kiel

Am 1. April 2026 jährt sich die Eingemeindung Gaardens zum 125. Male. Aus diesem Grunde soll in Gaarden dieser Jahrestag gefeiert und verschiedene Veranstaltungen organisiert werden. Die Vorbereitung wird von der „Initiative 125 Jahre Gaarden zu Kiel“ übernommen. Bei Interesse bitte eine E-Mail an [email protected]

Gaardening.de

@kielkontrovers @kaffeeringe

Die Landesbibliothek hat ja einen guten Bestand, sonst wäre da wohl die Gesellschaft f. Kieler Stadtgeschichte ein guter Ansprechpartner - in solchen Institutionen gibt es ja oft Leute, die da eine gute Übersicht haben - auch was nieschige Quellen angeht.

Vereinszeitungen sind auch oft spannend, weil die ganz andere Perspektiven und Themen abdecken. Aber die sind oft der dezentral gelagert und schwer zu bekommen.

https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/ministerien-behoerden/LBSH/Bibliothek/_documents/kataloge_recherche

Kataloge und Recherche

schleswig-holstein.de

@kielkontrovers @kaffeeringe

Aber vielleicht wäre sowas wirklich mal ein gutes CS-Projekt auf Landesebene, vll. mit Angabe, wo die Bestände archiviert sind.

Die GKSt bildet gerade ganz aktiv AGs, aus der sowas hervorgehen könnte

@smagnussen @kaffeeringe ws heißt CS und Gkst? Citizen Science?
@kielkontrovers @kaffeeringe sorry, da siegte die Tippfaulheit am Handy. Aber ja, das ist richtig. Und GKSt ist die Gesellschaft f. Kieler Stadtgeschichte.
@smagnussen Ich komme da jedenfalls gerade nicht weiter. Ich hatte sogar schon einen Dienstleister. Alle sagen, dass das irgendwie sinnvoll wäre. Aber keiner bewegt sich.

@kaffeeringe

Ich nehme den Impuls mal auf und spreche mit ein paar Kolleg*innen, ob und wie man hier zentral etwas anschieben könnte!

@smagnussen Das wäre total super!