Gerade eine Einführung in Aria gelesen und der Artikel endet wieder mit der Empfehlung, dass sehende Entwickler mit Screenreader und geschlossenen Augen die Seite durchgehen sollen, und zwar mit der Tab-Taste. Dabei nutzen wir Tab gar nicht ständig, auch wenn's in der Fachliteratur oft anders steht.
@SunDial79 ja! hab heute mit Blinder Person in Meeting gesessen, der die veraltete Website navigiert hat. Ich hab hab immer nur Screenreader-Standard-Einstellung am Start. Aber das war augenöffnend anders! (Spaß intentdiert hier)
@SunDial79 und ich immer nur TAB, und er auch Leertaste und Pfeile. Ich muss noch so viel Lernen

@phillip Ja, Tab verlässt oft den Browser-Modus und das will man nicht. Außerdem funktionieren dann die ganzen andern Navi-Tasten für Elemente nicht.

Ich bin nicht so überzeugt davon, dass es sinnvoll ist sehend mit Screenreader zu testen, weil das an sich komplexe Software ist.

@SunDial79 da hast du recht
@SunDial79 die verschiedenen Anwendungen der Screenreader-Software sind sehr komplex, und wie man die benutzt auch sehr individuell, und ich darf natürlich als sehende Person eigentlich nichts vorraus setzen, ich kann mich "nur" an so doofe WCAG-Regeln halten. Schwierig.
@phillip Darum halte ich dieses Tab-Dogma für schädlich.
@SunDial79 Diese häufige Fokussierung führt auch dazu, dass man Menschen die verschiedenen möglichen Navigationskonzepte mit Screenreadern schlechter vermitteln kann, was wiederum zu schlechteren semantischen Auszeichnungen führen kann. Eigentlich limitiert man damit indirekt und denkt aber, man würde sensibilisieren. @phillip
@kprobiesch @phillip Und dann hat man Seiten, wo man nur mit Tabtaste hören kann, was ein Link tut, aber nicht, wenn man da mit Pfeiltasten navigiert. Auf dieser Seite sind es die Social Media Links. Das ist die Seite, wo jemand im DBSV-Barrierenseminar sagte, die könne man nicht erkennen. Und wenn der Entwickler da rumgetabbt ist, war er vielleicht zufrieden mit sich: https://veranstaltungen.klima.bayern.de/region/
@SunDial79 @kprobiesch @phillip Ah ja, NVDA's Eigenart, immer den am tiefsten gelegenenn Textbereich nehmen zu wollen, und der enthält dummerweise in diesem Fall nur ein textbasiertes Pictogramm des Social-Media-Logos. VoiceOver greift sich immer das aria-label oder ähnliches, das auf dem Link selbst ist. So ist bei Firefox und Safari auf dem Mac z.B. auch mit VoiceOver sofort zu lesen: „ Externer Link zum Facebook-Auftritt des Bayerischen Umweltministeriums - Link öffnet in eigenem Fenster„.
@marcozehe @SunDial79 @kprobiesch @phillip Auf der Hauptseite ist die Quelle der zugänglichen Namen der Social-Media-Links das aria-label-Attribut, und da kann ich mit dem virtuellen Cursor von NVDA keine Probleme konstatieren. Auf diesem Subdomain gibt es nur das title-Attribut, das wird zur zugänglichen Beschreibung, weil der zugängliche Name aus dem Inhalt nicht überschrieben wird. (1/2)
Ich glaube gar nicht, dass VoiceOver hier eine bessere Heuristik benutzt, die zugängliche Beschreibung wird einfach zusätzlich ausgegeben. (2/2)

NVDA macht das nur bei der Tabulatortaste. Wenn ich in den Entwicklungswerkzeugen in der Registerkarte Stile einen leeren String als Alternativtext für den Wert der content-Eigenschaft des Pseudo-Elements hinzufüge, wird das title-Attribut zum zugänglichen Namen und funktioniert es auch in NVDA mit dem virtuellen Cursor.

🤓

@marcozehe @kprobiesch @phillip Oder auf der Seite der Uni Hildesheim kann man mit NVDA das Suchfeld nur dann öffnen, wenn man sich im Focusmode befindet. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber im Browse Mode geht es nicht auf. Wenn da nur mit Tab probiert wird und ohne Screenreader, ist man bestimmt auch zufrieden mit sich. Die haben ihre Seite gerade neu gemacht. www.uni-hildesheim.de
@SunDial79 @marcozehe @kprobiesch @phillip Uff. Die Ereignisabhandlung da ist super kompliziert. Ganz kurz: die Suche wird eingeblendet, und direkt wieder ausgeblendet. Das ist auch visuell nicht wahrnehmbar. Nur in den Entwicklungswerkzeugen ist zu sehen, dass aria-expanded der Schaltfläche überhaupt mutiert wird. Mit einem Schrittdebugger ist grob nachzuvollziehen was da passiert. (1/3)
Mit dem virtuellen Cursor ausgewählte interaktive Elemente können normalerweise aktiviert werden, weil gewöhnlich einfach altmodische Klick-Ereignisse an Schaltflächen hängen. Die funktionieren sowohl für Tastatur- als auch Zeigereingabe. Das Web ist toll. Nur der Name für das Ereignis ist historisch Schrott. (2/3)
Im Lesemodus werden nämlich technisch nur Klick-Ereignisse an den Browser gesendet, und das ist normalerweise auch gar kein Problem. Nur im Interaktionsmodus werden keydown und keyup überhaupt gesendet. Das ganze stürzt ein, wenn superschlaue Entwickelnde zur Sicherheit alle Ereignisse observieren um sich selbst zusammenzureimen, was passiert ist. (3/3)